DAS JOB-MATCHING-PORTAL FÜR LOGISTIK, SPEDITION, TRANSPORT UND KEP
Birdieblog
Aktuelle News zu Jobs in der Logistik-Branche

Mehr Ausbildungsverträge – aber weniger Azubis bestehen die Prüfungen

Die Zahl der bestandenen Prüfungen von Logistik-Auszubildenden sinkt.

Auf den ersten Blick sieht die Situation gut aus: Mehr Menschen lernen in der Logistikbranche. Auf den zweiten Blick sind sowohl die Abbrecher- als auch die Durchfallquote bedenklich.

Gleich mehrere neue Statistiken zur Ausbildungssituation in Deutschland erschienen im April 2019: die Ausbildungsstatistik 2018 des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), der Berufsbildungsbericht 2019 des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und der Datenreport des Bundesinstituts für Berufsbildung (BiBB) mit ergänzenden Zahlen und Informationen zum Berufsbildungsbericht. Auch wenn sich die Zahlen zum Teil aufgrund unterschiedlicher Zuordnungen unterscheiden: Alle drei Werke belegen, dass mehr Menschen in Deutschland eine Ausbildung absolvieren, aber die Quote derjenigen, die die Prüfungen nicht bestehen, steigt.

Im Jahr 2017 absolvierten laut DIHK 774.278 junge Menschen in Deutschland eine betriebliche Ausbildung in Industrie, Handel und Dienstleistungen. Von Ihnen starteten 301.594 eine Berufsausbildung und 295.327 nahmen im Berichtsjahr an einer IHK-Abschlussprüfung teil, 268.918 mit Erfolg. In allen Wirtschaftszweigen wurden laut BiBB bundesweit 531.414 neue Ausbildungsverträge registriert. Das sind 1,6 Prozent mehr als im Vorjahr.

Knapp die Hälfte der Trucker-Azubis hört wieder auf

Beispiele aus den Zahlen des BiBB zeigen:

  • Im Ausbildungsjahr 2018 (Erhebung vom 1. Oktober 2017 bis 30. September 2018) haben 6192 Personen einen Ausbildungsvertrag als Kaufmann/Kauffrau für Spedition und Logistikdienstleistung unterschrieben, 7 Prozent mehr als 2017.
  • Bei den Fachkräften für Lagerlogistik stieg die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge um 4,6 Prozent von 10.545 auf 11.028.
  • Bis September 2018 haben 3951 junge Menschen eine Berufskraftfahrerausbildung begonnen, 9,4 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Die Zahl der bestandenen Prüfungen sank dagegen nach Angaben des DIHK um 2,6 Prozent von 2016 bis 2018. Und noch eine Zahl ist bedenklich: Der Berufsbildungsbericht gibt an, dass Dienstleistungsberufe aus dem Transportbereich wie der Berufskraftfahrer mit die höchste Vertragslösungsquote aufweisen: 47,7 Prozent. Diese Quote schwankt je nach Beruf zwischen 4,1 und 50,6 Prozent. 

Zuwanderung wirkt sich aus

Das BMBF führt die höhere Zahl der Ausbildungsverträge unter anderem auf einen höheren Anteil anerkannter Asylbewerber an den Auszubildenden zurück. Dies gelte speziell für zweijährige Ausbildungen wie die zum Fachlageristen, die eine geringe Einstiegsqualifikation erforderten. Hier waren die Zahlen zwischen 2006 und 2016 kontinuierlich gesunken, sind seitdem aber wieder gestiegen (2016: 5623 Personen, 2017: 6072, 2018: 6228).

Aus dem Datenreport geht für den Sektor Verkehr, Luftfahrt und Lagerei hervor, dass die Zahl der Beschäftigten zwar um 4,1 Prozent auf knapp 1,77 Mio. gestiegen ist, die der Auszubildenden aber nur um 1,1 Prozent auf knapp 52.000. Wichtig ist das Verhältnis beider Größen – die sogenannte Ausbildungsquote. Sie lag im Jahr 2017 bei 2,9 Prozent für den Sektor Verkehr, Luftfahrt und Lagerei und damit unter dem Durchschnitt aller vom BiBB erfassten Berufe mit 4,9 Prozent.

Logistikberufe unter den Top-25

Bei jungen Frauen ist nur ein Logistikberuf unter den 25 beliebtesten Berufen: Die Kauffrau für Spedition und Logistikdienstleistungen liegt mit knapp 2500 weiblichen auszubildenden an 16. Stelle. Bei den Männern führt die Fachkraft für Lagerlogistik an 8. Stelle das Ranking der Logistikberufe an (mehr als 9000 Auszubildende), gefolgt von Fachlageristen an 17. Stelle und den Kaufleuten für Spedition und Logistikdienstleistungen an 23. Stelle der Top-25 der beliebtesten Berufe. Auch der Berufskraftfahrer hat es in dieses Feld geschafft: Auf Platz 25.

Angeführt wird die Liste der beliebtesten Berufe der Frauen von Kauffrauen für Büromanagement, medizinischen Fachangestellten und zahnmedizinischen Fachangestellten. Bei den Männern führen Kraftfahrzeugmechatroniker, Elektroniker und Fachinformatiker.

Frauen konzentrieren sich auf deutlich weniger Ausbildungsberufe als ihre männlichen Kollegen. Im Jahr 2018 fanden sich 73,6 Prozent aller Ausbildungsanfängerinnen in nur 25 Berufen wieder. Bei den Männern waren es 61,9 Prozent.

Kommentare

Momentan gibt es keine Kommentare

Neuer Kommentar

benötigt

benötigt (nicht veröffentlicht)

optional