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Wer Kandidaten gut behandelt, hat auch mehr Kunden

Eine Studie verrät wie sich das Kaufverhalten nach einem misslungenen Bewerbungsgespräch verändert.

Wenn Sie den Rekrutierungsprozess als Chance begreifen, Beziehungen mit potenziellen Kunden und Markenbotschaftern zu entwickeln, bauen ‚Sie Vertrauen und Loyalität auf. Das wirkt sich sowohl positiv auf Ihre Möglichkeiten aus, passende Kandidaten zu finden, als auch auf das wirtschaftliche Gesamtergebnis Ihres Unternehmens.

Machen Kandidaten positive Erfahrungen im Bewerbungsprozess, sind sie deutlich eher bereit, Produkte und Services eines Unternehmens zu kaufen. Das geht aus der der “Manpower Group Candidate Preferences Study 2018” der Manpower Group Solutions hervor. Das BirdieMatch-Team geht davon aus, dass sich diese Bereitschaft auch darauf bezieht, positiv über das Unternehmen zu reden. Umgekehrt wollen zufriedene Kunden mit größerer Wahrscheinlichkeit für ein Unternehmen arbeiten, dessen Produkte und Services sie nutzen bzw. von dem sie Positives gehört haben. Die Untersuchung zeigt: Erfahrungen im Bewerbungsprozess wirken sich weit über das Personalwesen hinaus aus. Sie haben einen direkten Einfluss auf die Marke und den Umsatz eines Unternehmens.

Das ist eine gute Nachricht für das Personalwesen, das – wie viele andere Funktionen auch – unter zunehmendem Druck steht, nachweisbar seinen Beitrag für das Unternehmensergebnis zu leisten. Die schlechte Nachricht: Negative Kandidatenerfahrungen sorgen für einen Schneeballeffekt. Kandidaten teilen das, was sie wahrnehmen und erleben, mit anderen Menschen – im persönlichen Gespräch oder in den sozialen Medien. Schlussfolgerung der Manpower-Experten: Unternehmen sollten sich der Optimierung der Kandidatenerfahrung mit ähnlichem Aufwand und vergleichbarer Energie widmen wie ihrer Kundenerfahrung.

Befragt wurden knapp 18.000 Arbeitssuchende im Alter zwischen 18 und 65 Jahren in 24 Ländern rund um die Welt, die aktuell im Berufsleben standen.

Ablehnung bedeutet nicht zwingend negative Erfahrung

Viele Arbeitgeber halten es für ein von abgelehnten und verärgerten Bewerbern verbreitetes Gerücht, dass sich schlechte Erfahrungen im Bewerbungsprozess negativ auf das Ergebnis eines Unternehmens auswirken können. Die Ergebnisse der Studie legen jedoch nahe, dass das Resultat eines Bewerbungsgesprächs nur eine untergeordnete Rolle spielt. Denn die Ablehnung nach einem Vorstellungsgespräch findet sich auf der Liste der Erfahrungen mit negativen Auswirkungen auf das Kaufverhalten lediglich auf dem siebten Platz. Zudem hat jede Form des Kontakts mit einem Kandidaten einen positiven oder negativen Einfluss auf die Marke.

42 Prozent der deutschen Kandidaten geben an, dass ihre Bereitschaft sinkt, die Produkte und Services eines Unternehmens zu kaufen – und sicher auch die, die Leistung zu empfehlen – wenn sie mit dessen Bewerbungsprozess schlechte Erfahrungen gemacht haben. Mehr als die Hälfte aller Kandidaten deutschlandweit (54 Prozent) geben zudem an, dass sie eher bereit sind, für ein Unternehmen zu arbeiten, von dessen Produkten sie überzeugt sind.

Transparentes Verhalten besonders wichtig

Als Mängel führen die befragten Kandidaten am häufigsten an:

  • Mangel an Transparenz: 43 Prozent
  • Mangel an Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Vertrauen: 42 Prozent
  • Mangelnde Konsistenz bei Worten und Taten: 40 Prozent
  • Mängel in der Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Kommunikation: 36 Prozent
  • Negative Rezensionen auf einem Arbeitgeber-Bewertungsportal (zum Beispiel kununu.com): 30 Prozent

Deutsche Kandidaten beeinflusst im Konsum- und Empfehlungsverhalten vor allem:

  • Schlechte Erfahrungen beim Vorstellungsgespräch: 55 Prozent
  • Mangel an Transparenz bei Gehalt oder Stellenbeschreibung: 51 Prozent
  • Keine Antwort auf eine eingereichte Bewerbung: 49 Prozent

„Deutschen Bewerbern ist der persönliche Kontakt und die Employer-Experience wichtig. Wurde im Bewerbungsgespräch positive Aufmerksamkeit geschenkt, prägt es das Bild des Unternehmens entscheidend, selbst nach einer Absage.“ Das meint Dr. Axel Vinke, Director Business Development, ManpowerGroup Solutions Deutschland.

Die schädlichen Auswirkungen von negativen Erfahrungen im Bewerbungsprozess reichen weit über den betroffenen Kandidaten hinaus, denn es entsteht ein Schneeballeffekt: Wenn andere von diesen negativen Erfahrungen hören, beeinflusst es ihr Interesse an den Produkten oder Services des Unternehmens ebenfalls – und an den angebotenen Jobs. 61 Prozent der Kandidaten weltweit würden anderen von ihren negativen Erfahrungen berichten. Umgedreht geben 50 Prozent der Befragten an, dass die schlechte Kandidatenerfahrung eines Freundes sich negativ auf ihre Bereitschaft auswirkt, ein Produkt oder eine Dienstleistung des jeweiligen Unternehmens zu kaufen (oder zu empfehlen, wie das BirdieMatch-Team meint).

Kandidaten teilen ihre Erfahrungen sowohl im persönlichen Gespräch als auch durch Technologie. Acht von zehn Kandidaten weltweit (83 Prozent) würden ihre negativen Erfahrungen im persönlichen Gespräch weitergeben. Ungefähr jeder fünfte Kandidat (19 Prozent) würde sie in den Social Media teilen. 10 Prozent der Kandidaten würden ihre Erfahrungen auch auf einem Arbeitgeber-Bewertungsportal wie Kununu.com veröffentlichen.

Reaktion ist kein Generationenphänomen

Auch das hat die Befragung ergeben: Nicht nur Millennials reagieren empfindlich auf negative Erfahrungen im Bewerbungsprozess, sondern alle. Die Demografie der Befragten, die angaben, dass sie nach negativen Erfahrungen im Bewerbungsprozess weniger bereit sind, die Produkte oder Dienstleistungen eines Unternehmens zu kaufen bzw. zu empfehlen, deckt sich mit der weltweiten Kandidaten-Demografie in Hinblick auf Alter, Karrierestufe und berufliche Motivation. Ähnliches gilt auch für Kandidaten, die angaben, dass sie eher bereit sind, für ein Unternehmen zu arbeiten, dessen Produkte oder Dienstleistungen sie kaufen bzw. nutzen – und damit auch empfehlen würden.

7 Tipps für Unternehmen

Auf Basis der Untersuchung von Manpower Group Solutions und anderer Erfahrungen, haben wir einige Tipps für Arbeitgeber zusammengestellt, die Ihnen helfen können, sowohl Bewerber als auch Kunden für sich zu gewinnen:

  1. Investieren Sie in Ihre Markenbekanntheit und schaffen Sie eine echte Arbeitgebermarke. Ersteres stellt Ihre Produkte in den Vordergrund, letzteres Ihr Unternehmen als Arbeitgeber. Beides lockt Kandidaten an.
  2. Verringern Sie die Arbeitslast für Ihre Recruiter. Stellen Sie zusätzliches Personal ein, verlagern Sie bestimmte Aufgaben ins Marketing und nutzen Sie zu Ihnen passende Online-Job-Matching-Portale wie BirdieMatch.
  3. Agieren Sie transparent. Die Befragung hat ergeben, dass Kandidaten Transparenz als zentralen Wert ansehen – vor allem in den Bereichen Gehalt, Stellenbeschreibung und Karriereentwicklung. Zum Beispiel sollten Sie Stellenbeschreibungen überprüfen und überarbeiten, anstatt sie nur zu recyceln. Sie müssen Feedback auf eingereichte Bewerbungen geben. Und Sie können über Mitarbeiterbefragungen ermitteln, wie Sie die Transparenz in ihrem Unternehmen verbessern können.
    Gerade die Unart, Kandidaten nicht zu antworten, ist eine vertane Chance: Selbst wenn die Antwort nur lautet, dass die Stelle bereits vergeben ist, ergibt sich hier die Möglichkeit, eine weitergehende Beziehung aufzubauen und etwas Negatives positiv zu verwandeln.
  4. Bewerben Sie sich testweise selbst bei Ihrem Unternehmen. Was gefällt Ihnen im Online-Bewerbungsprozess, was nicht? Warum?
  5. Die Suche nach dem neuen Job ist wie Schuhe online kaufen: 46 Prozent der befragten deutschen Kandidaten erwarten, dass die Bewerbung auf eine Stelle so einfach und schnell möglich ist wie der Kauf eines Produkts im Netz, hat die Manpower-Studie ergeben. Wie weit ist Ihr Unternehmen davon entfernt? Checken Sie die technischen Voraussetzungen, unter denen eine Bewerbung bei Ihnen möglich ist: Sind alle Links gültig? Können Informationen direkt aus dem hochgeladenen Lebenslauf entnommen werden oder müssen sie separat erneut eingegeben werden? Durch wie viele Seiten müssen sich Bewerber online kämpfen?
  6. Auch bei Ihren Kunden gibt es potenzielle Kandidaten für Ihre Vakanzen. Pflegen Sie den Kontakt zu diesen Mitarbeitern in positiver Weise. Denken Sie auch daran, dass diese Menschen wiederum Menschen in der Branche kennen, denen sie einen positiven Eindruck von Ihrem Unternehmen vermitteln können.
  7. Und: Ein von Ihnen abgelehnter Bewerber kann bei einem Ihrer Kunden einen neuen Job finden. Nur, wenn er positive Erfahrungen trotz Ablehnung mit Ihrem Unternehmen verknüpft, werden Sie auch langfristig diesen Kunden halten können.

Hier finden Sie die Candidate Preferences Study 2018 von Manpower.

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