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Die Logistik-Branche ist ein Dorf

Was in der Logistik passiert spricht sich relativ schnell herum – ähnlich wie der Austausch in einem Dorf. (Foto-Quelle: Fotolia)

Was verdienen Logistiker? Vom Fahrer bis zur Führungsposition: Wie Stellen in der Logistik bezahlt werden, ist – abgesehen von Angaben in den Tarifverträgen – ein Geheimnis. Die Portale „Gehalt.de“ und „Gehaltsvergleich.com“ veröffentlichen regelmäßig Tabellen, in denen der Durchschnittsverdienst etwa von Führungskräften mit Personalverantwortung nach Branchen sortiert aufgeführt wird. Doch: Logistiker sind nie darunter. Sie lassen sich auch nicht in die genannten Branchen einsortieren, abgesehen von einigen Logistikern in Handel oder Industrie. Dabei ist die Logistik der drittgrößte Wirtschaftszweig in Deutschland.

Wie also soll man sich aufstellen, wenn man sich auf einen neuen Logistik-Job bewirbt und nach den Gehaltswünschen gefragt wird? Man weiß einfach, wie viel in welchem Unternehmen für welche Position gezahlt wird. Davon zumindest sind diverse Leiter in der Logistik und auch Personaler überzeugt, die das Team von BirdieMatch, dem Job-Matching-Portal für Logistik, Spedition, Transport und KEP, in einer nicht repräsentativen kurzen Umfrage interviewt hat. Und wenn nicht? Dann hat man kein Netzwerk und kommt für das ausgeschriebene Jobangebot als Logistiker nicht in Frage, ist die fast einstimmige Meinung. Die Branche sei ein Dorf. Man lebe von Kontakten – und Tratsch. In der Logistik spreche es sich schnell herum, wer eine neue Herausforderung suche, wer keinen neuen adäquaten Logistik-Job gefunden habe und deshalb bei Firma XY anfangen musste, aber auch, welches Unternehmen sich Mitarbeitern gegenüber unfair verhalten und welche Stelle in der Logistik bei wem gerade vakant sei. Wer hier nicht mitreden kann, ist offenbar raus.

Je nach Kenntnisstand, Wohnort, Qualifikation und aktueller persönlicher Jobsituation unterscheiden sich auch die Gehälter. Über alle Bereiche und Hierarchieebenen hinweg ist festzustellen, dass Kandidaten, die sich aus der Arbeitslosigkeit heraus bewerben, schlechter bezahlt werden als solche, die von einem Logistik-Job zum nächsten wechseln. Das gleiche gilt für Logistiker, die ihren Marktwert nicht selbst einschätzen können. Darüber hinaus wechselt niemand für ein ähnliches Gehalt wie bisher das Unternehmen oder gar noch dazu das Bundesland. Die Unwägbarkeiten sind den Kandidaten zu groß. Dass in Bundesländern mit Vollbeschäftigung wie Baden-Württemberg auch Logistik-Jobs generell besser bezahlt werden als etwa in Niedersachsen, versteht sich von selbst. Hier müssen begehrte Logistiker auch mal aus ihrem bisherigen Unternehmen herausgekauft werden – und das nicht nur mit Geld, sondern etwa mit Privilegien, Dienstwagen und ähnlichem. Die Gehaltsschere auf dem Stellenmarkt der Logistik geht also weit auseinander.

BirdieMatch bietet übrigens für viele geschilderte Herausforderungen Abhilfe: So wird beispielsweise in den persönlichen Profilen der Logistiker Arbeitslosigkeit oder der bisherige Arbeitgeber nicht thematisiert. Besondere Wünsche, etwa den Standort oder einen Dienstwagen betreffend, können neben Gehaltsvorstellungen angegeben werden. Ebenso haben Arbeitgeber die Möglichkeit, etwa mit Sonderleistungen um Kandidaten für ihre Jobangebote in der Logistik zu werben. All diese Kriterien werden durch die speziellen, von BirdieMatch entwickelten Algorithmen miteinander abgeglichen und passende Bewerber für die offenen Logistik-Stellen gematcht. Ein guter Deal  für beide Seiten!