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Neue BAG-Mittelfristprognose: Güterverkehr wächst weiter

Der Güterverkehr wächst und auch die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung sieht positiv aus.

Die Geschäftslage für Speditionen bleibt positiv. Das Güteraufkommen und die Güterverkehrsleistung steigen in den nächsten Jahren weiter an.

Am 8. April 2019 ist die gleitende Mittelfristprognose Winter 2018/19 für den Güter- und Personenverkehr erschienen. Sie wurde von der Intraplan Consult GmbH für das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur erstellt. Hier die Hauptaussagen je Verkehrsträger:

Straßengüterverkehr legt weiter zu

Auf den Straßengüterverkehr im Jahr 2019 wird sich die gesamtwirtschaftliche Abschwächung auswirken. Jedoch wird der grenzüberschreitende LKW-Verkehr vom Außenhandel etwas stärker angetrieben. Durch die Erhöhung der Mautsätze um gut 5 Cent (von 13,5 auf 18,7) reduziert sich die Transportnachfrage zwar etwas, aber nicht gravierend, nämlich um 0,2 Prozent im Aufkommen bzw. 0,3 Prozent in der Leistung, jeweils gemäß den Modellrechnungen der Autoren. Für die Baustofftransporte, die im Vorjahr überraschend gesunken sind, ist ein Wiederanstieg zu erwarten. Für den gesamten Straßengüterverkehr zeichnet sich somit erneut ein spürbares Wachstum um 1,6 Prozent (Aufkommen) bzw. 2,4 Prozent (Leistung) ab. Dies ist auch für die Jahre von 2020 bis 2022 zu erwarten, für die ein Plus um 1,8 bzw. 2,6 % prognostiziert wird.

Die geringfügige Beschleunigung ist darauf zurückzuführen, dass die im laufenden Jahr eingeführten verkehrspolitischen Maßnahmen, d.h. die Mautanhebung und die Trassenpreissenkung, und damit auch deren dämpfende Wirkung auf den LKW-Verkehr im kommenden Jahr zwar nicht vollständig, aber doch weitgehend an Wirkung verlieren.

Schienengüterverkehr profitiert von verschiedenen Faktoren

Beim Eisenbahnverkehr ist für das Jahr 2019 mit einer deutlichen Beschleunigung des Wachstums zu rechnen. Sie entsteht erstens durch Verlagerungen vom LKW-Verkehr, die durch die Mauterhöhung ausgelöst werden, und zweitens durch die Trassenpreissenkung, bei der allerdings die Annahme einer nicht vollständigen Weitergabe die Verlagerung spürbar reduziert. Drittens ist für die Kohletransporte ein klar geringerer Rückgang zu erwarten als in den Jahren 2017 und 2018. Insgesamt wird ein Plus um 2,2 Prozent (Aufkommen) bzw. 3,5 Prozent (Leistung) prognostiziert.

In den Jahren von 2020 bis 2022 werden die expansiven Preiseinflüsse des laufenden Jahres entfallen, so dass allein deshalb mit geringeren Wachstumsraten zu rechnen ist. Andererseits wird für die Stahlproduktion und den Kohleabsatz eine geringere Abnahme erwartet. Aus diesen Gründen wird ein Anstieg um 1,6 Prozent (Aufkommen) bzw. 2,5 Prozent (Leistung) p.a. prognostiziert, der also nicht allzu sehr unter der Vorausschätzung für 2019 liegt. Dazu trägt der Kombinierte Verkehr, für den in allen Jahren eine deutlich überdurchschnittliche Expansion (4,5 bis 6 Prozent) zu erwarten ist, maßgeblich bei.

Binnenschifffahrt läuft auf Stagnation zu

Die Binnenschifffahrt musste im Jahr 2018 einen der dramatischsten Einbrüche in ihrer Nachkriegsgeschichte hinnehmen, der durch die rekordträchtigen und lang andauernden Niedrigwasserstände zustande kam. Daraus entsteht im Jahr 2019 ein kräftiger Basiseffekt, auch wenn eine vollständige Rückverlagerung nach den Erfahrungen der letzten Jahre eher unwahrscheinlich sein dürfte. Im Vergleich zu diesem Effekt besitzen die branchenwirtschaftlichen Einflüsse eine weit geringere Bedeutung. Noch am stärksten ins Gewicht fällt hier ein kräftiger Zuwachs bei den Steinkohlenimporten.

Insgesamt werden Aufkommen und Leistung der Binnenschifffahrt um 6,4 Prozent bzw. 9,8 Prozent steigen. In den Jahren von 2020 bis 2022 werden die (gesamten) Kohlebeförderungen wieder auf den fallenden Trend einschwenken. Dagegen wird die weiter dynamische Baukonjunktur expansiv wirken. Insgesamt ergibt sich für Aufkommen und Leistung in diesem Zeitraum eine annähernde Stagnation (jeweils 0,2 Prozent p.a.).

Luftfracht wächst gleichmäßig

Für den Luftfrachtverkehr hat sich das Wachstum aufgrund der ungünstigen außenwirtschaftlichen Rahmenbedingungen, den temporären produktionsseitigen Problemen und Kapazitätsengpässen verlangsamt. Für das Jahr 2019 und die Jahre bis 2022 ist von einem geringen, aber gleichbleibenden Wachstum um 1,8 bzw. 2,0 Prozent auszugehen.

Seeschifffahrt verzeichnet mehr Container

Im Seeverkehr sollte der Containerverkehr im Jahr 2019 spürbar wachsen. Auch der Umschlag von Mineralölprodukten wird wegen der stark steigenden Gesamteinfuhr nochmals zulegen. Dagegen ist bei Kohle und Rohöl erneut ein deutlicher negativer Impuls zu erwarten. Saldiert ergibt sich ein moderates Plus um 1,0 Prozent. In den Jahren von 2020 bis 2022 sollte sich der Containerverkehr ähnlich entwickeln wie im laufenden Jahr. Bei den Massengutbereichen wird einerseits der expansive Sonderfaktor aus der stark erhöhten Mineralölprodukteneinfuhr und andererseits der kontraktive Einfluss aus der sinkenden Rohöleinfuhr ab dem Jahr 2020 entfallen. Für den gesamten Umschlag ergibt sich daraus ein Plus in Höhe von 1,3 Prozent p.a.

Wirtschaftliche Entwicklung insgesamt

Die Prognose erstreckt sich auf die Jahre 2019 bis 2022 und gibt auch einen Überblick über die voraussichtliche Entwicklung im Jahr 2018. Hinsichtlich der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung bildet die im Jahreswirtschaftsbericht des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie dargestellte Projektion vom Januar 2019 die Grundlage.

Der Jahreswirtschaftsbericht geht wie alle anderen aktuellen Konjunkturprognosen davon aus, dass die Probleme wie möglicher ungeregelter Brexit, weltweit zunehmender Protektionismus, Finanzpolitik der italienischen Regierung und die Herausforderungen für die Automobilindustrie nicht eskalieren. Deshalb unterliegt die Vorausschätzung erheblichen Abwärtsrisiken. Auf der anderen Seite ist auch nicht auszuschließen, dass sich die Aussichten wieder aufhellen, etwa wenn es doch zu einem geordneten Brexit kommt oder – noch bedeutender – wenn die Unterhändler der USA und Chinas im Handelsstreit zu der Erkenntnis kommen, dass ein Kompromiss allen Beteiligten nützen würde. Somit liegen auch Aufwärtsrisiken vor, die aber nach Angaben der Autoren der Studie geringer einzuschätzen sind als die abwärts gerichteten.

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