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Aktuelle News zu Jobs in der Logistik-Branche

Die Ordnungshüter der Logistik

Lagerarbeit ist vielseitig und bietet spannende Aufgabenfelder.

Fachlageristen und Fachkräfte für Lagerlogistik im Berufs-Check

Hier geht es um mehr als Paletten, Pakete und Gabelstapler. Hinter einem modernen Lagerstandort stecken innovative Technologien, eine intakte Struktur und vor allem professionell ausgebildete Fachkräfte, die mit viel Sorgfalt “Logistik in der Logistik” betreiben. Dass alles zur rechten Zeit am rechten Ort ist, Produktionen nicht still stehen und Endverbraucher zufrieden sind, hängt zum großen Teil von einer reibungslosen Lagerlogistik ab.

Pro Jahr transportieren LKW auf deutschen Straßen über drei Milliarden Tonnen Güter zwischen verschiedenen Standorten hin und her. Hinzu kommen zig weitere Tonnen Waren, die per Schiff, Flugzeug oder Bahn verschickt werden. Ohne gut ausgebildete Lagerarbeiter wäre das einunmögliches Unterfangen. Sie sorgen in von ihnen gut organisierten La gern dafür, dass Warenumschlag und -lagerung funktionieren. Wir haben uns für Sie das abwechslungsreiche Berufsspektrum der Fachlageristen und Fachkräfte für Lagerlogistik genau angeschaut. Wie sind die Ausbildungen strukturiert? Was machen sie den ganzen Tag und welche Fähigkeiten und Kompetenzen sind notwendig, um erfolgreich zu sein? Unser Berufs-Check bietet Ihnen umfassende Informationen bis hin zu Weiterbildungs- und Karrieremöglichkeiten.

1. Was machen Fachlageristen und Fachkräfte für Lagerlogistik?

Mit dem Gabelstapler durch Regalschluchten flitzen und Pakete hin- und herbringen? Das ist nur ein klitzekleiner Ausschnitt aus dem Berufsleben von Lagerkräften. Steigende Transportvolumina erfordern innovative Lagerkonzepte und bieten abwechslungsreiche Jobs. Sie wollen keinen Job, in dem man den ganzen Tag am PC sitzt? Dann sind Sie hier richtig. Beide Ausbildungsberufe sind in allen Disziplinen vielseitig. Arbeiten im Sitzen, Stehen, Fahren, teilweise in Lager- oder Fabrikhallen und Büros, teilweise draußen. Ob körperlich oder geistige Anforderungen, ob am PC, auf dem Gabelstapler oder mit dem Handterminal – alles ist dabei. Es geht schnell zu, die Prozesse sind komplex und Deadlines sind tägliche Begleiter. Die Verlagerung zu E-Commerce und neue Kundenwünsche wie Same-Day-Delivery erhöhen den Druck enorm. Die fünf wichtigsten Aufgabenbereiche von Lagerarbeitern sind Wareneingang, Lagerung, Warenausgang und Bestandspflege. Im Vergleich zu den Fachlageristen bringen sich Fachkräfte für Lagerlogistik stärker in die Planung und Organisation der Logistikprozesse ein.

1.1. Wareneingang

Mitarbeiter im Lagerbereich nehmen neue Waren in Empfang. Zum einen helfen sie bei der Entladung, meist aus Schiffscontainern oder aus LKW. Zum anderen gleichen sie die Güter mit dem Lieferschein ab. Wenn Art und Stückzahl stimmen, werden sie eingelagert. Damit man die Produkte bei Bedarf schnell im Lager wiederfindet, speichern die Lagerarbeiter den konkreten Lagerplatz-Code im PC.

1.2. Lagerung

Insbesondere die sachgerechte Lagerung und Sortierung von Gütern ist ein wichtiger Teil im Aufgabengebiet der Lageristen und Lagerlogistiker. Sie müssen gleich nach Eingang Lagerstandort sowie Informationen wie Haltbarkeit, Gefährlichkeit oder Empfindlichkeit erfassen. Was einst händisch erfolgte, passiert heute meist mit modernen RFID-Technologien. RFID steht für Radio Frequency Identification. Die Technik ermöglicht es, jeden Gegenstand, der mit einem Transponder ausgestattet ist, per Funk zu identifizieren. Ein Chip, der als Datenspeicher dient, kommuniziert mit einer Basiseinheit. Die Fachkräfte für Lagerlogistik wissen, wie, an welchem Ort und an welcher Stelle die Ware gelagert ist und mit welchen Besonderheiten man es beim Transport und der Lagerung zu tun hat. So kühlen sie zum Beispiel sensible Lebens- und Futtermittel, während sie bei giftigen Stoffen oder Chemikalien Sicherheitsbedingungen beachten. Die Fachkräfte kennen die entsprechenden Lagerungs-Richtlinien.

1.3. Warenausgang

Auch hier ist einiges los: Die Fachlageristen und Fachkräfte für Lagerlogistik kommissionieren die bestellte Ware. Sie kümmern sich sowohl um eine adäquate, sichere Verpackung als auch um die Auslieferungsroute. Ob Güterzug, LKW oder Schiff – sie sind es, die das Transportmittel wählen. Entfernung, Transportzeit und Effizienz sind dabei entscheidende Faktoren.

1.4. Bestandskontrolle

Fachlageristen und Lagerlogistiker müssen regelmäßig die Bestände kontrollieren. Sind die Güter richtig einsortiert? Ist noch ausreichend Ware vorhanden? Bei Lebensmitteln ist es wichtig, dass sie entsprechend ihres Mindesthaltbarkeitsdatums sortiert werden. Regelmäßige Lagerrundgänge und aufmerksame Prüfungen der Bestände verhindern Lieferengpässe.

Die wichtigsten Tätigkeiten im Überblick:

Fachlageristen:

  • nehmen Waren an, kontrollieren und lagern sie sachgerecht.
  • erfassen mit modernster Software jede Warenbewegung und behalten den Überblick im Lager.
  • stellen im Warenausgang die Lieferungen zusammen, verpacken die Ware, beladen die LKW und sichern die Ladung.

Fachkräfte für Lagerlogistik...

machen alles, was die Fachlageristen machen. Darüber hinaus

  • planen sie die Auslieferungstouren.
  • erstellen sie die Begleitpapiere wie Lieferscheine und ggf. Zollerklärungen.
  • holen sie Angebote ein und vergleichen sie.
  • sorgen sie für eine reibungslose Auftragsabwicklung.

2. Wie wird man Fachlagerist/in bzw. Fachkraft für Lagerlogistik?

Die Ausbildung zum/zur Fachlagerist/-in dauert zwei Jahre und findet abwechselnd im Betrieb und in der Berufsschule statt. Mit erfolgreichem Abschluss kann man die Ausbildung um ein Jahr verlängern und die Prüfung zur Fachkraft für Lagerlogistik ablegen. Wer von Anfang an das Ziel des Lagerlogistikers im Visier hat, durchläuft eine dreijährige Ausbildung.

Bei beiden Ausbildungen sind ein Real- oder ein Hauptschulabschluss Bedingung. Es handelt sich jeweils um ein duales Modell: Die Ausbildung beinhaltet theoretischen Unterricht in der Berufsschule und praktisches Erlernen der Zusammenhänge im Job. Mögliche Ausbildungsbetriebe sind Logistik- und Transportdienstleister sowie Industrie- und Handelsbetriebe.

3. Ausbildungsinhalte

3.1 In der Berufsschule 

lernt man Grundlagen der Logistik, wie zum Beispiel Lagerung, Kontrolle, Bearbeitung, Versand und Transport von Gütern. Besonders die Handhabung von Gefahrgütern, gefährlichen Arbeitsstoffen, Zollgut und verderblicher Ware erfordert rechtliches Grundwissen. Die Themen reichen von Warenannahme und -ausgabe bis hin zu PC-Kenntnissen, Kommunikationstechniken und Organisation des Ausbildungsunternehmens. Wichtige Schulfächer sind Mathe, Deutsch und Englisch. Besonders im Wareneingang und –ausgang benötigt man als Lagerlogistiker Englisch zur Verständigung mit ausländischen Lieferanten und Fernfahrern.

Der Unterricht findet entweder in Blockform oder wöchentlich an festen Tagen statt. Es gibt nach 1,5 Jahren eine Zwischenprüfung und am Ende eine Abschlussprüfung.

3.2 Im Betrieb 

durchlaufen die Auszubildenden die unterschiedlichen Bereiche Wareneingang, Lagerung und Warenausgang. Sie verknüpfen die gelernten theoretischen Inhalte mit der Praxis. Sie erfahren, wie man seine Arbeit organisiert, sodass sie möglichst effizient ist. Im Zuge der Ausbildung absolviert man meistens auch den Staplerschein, der dazu berechtigt, große Gabelstapler zu fahren. Um deren Benutzung kommt man im Lager auf lange Sicht nicht herum.

3.3 Themen im Überblick

Güterannahme: Was muss man bei der Annahme der Ware beachten? Wie werden Güter kontrolliert und wie prüft man die Begleitpapiere? Wie erstellt man gegebenenfalls Fehlerprotokolle? Den grundlegenden Ablauf der Güterannahme lernt man gleich zu Beginn.

Lagerung: Wie lagere ich die Ware fachgerecht? Was muss ich bezüglich sachgerechter Pflege bedenken? Wie sehen qualitätssichernde Maßnahmen aus?

Güterversand: Bestellte Güter müssen termingerecht zusammengestellt, verpackt und verschickt werden – und das über die schnellsten Routen. Die Auszubildenden lernen, was man dabei alles beachten muss.

Maschineneinweisung: Paketwaage, Gabelstapler und Co. können bei der ersten Bedienung noch Schwierigkeiten bereiten. Durch regelmäßige Nutzung beziehungsweise den Erwerb eines Gabelstapler-Scheins lernt man in der Ausbildung schnell, wie man die Lager-Maschinen einsetzt.

Kommunikation: Gespräche mit Kollegen funktionieren anders als Besprechungen mit Lieferanten. Die Auszubildenden lernen Maßnahmen einer zielorientierte Gesprächsführung.

4. Arbeitszeiten

Die Arbeitszeiten können je nach Betrieb und Branche sehr unterschiedlich sein. Die meisten Fachlageristen/-innen und Fachkräfte für Lagerlogistik haben eine Fünf-Tage-Woche und Schichtdienst. Dieser teilt sich in Früh-, Spät- und Nachtdienst. In jeder Schicht muss man acht Stunden arbeiten. Auch Wochenendarbeit kann zwischendurch oder je nach Firma regelmäßig vorkommen.

5. Welche Fähigkeiten muss man mitbringen?

Körperliche Fitness
Lagerlogistiker/-innen packen beim Entladen der Container oder LKW mit an. Auch beim Warenausgang oder im Rahmen der Bestandspflege müssen sie Pakete manchmal von A nach B tragen. Das Arbeiten in unbeheizten, zugigen Lagerhallen oder Kühlhallen erfordert eine gute physische Verfassung.

Organisatorische Fähigkeiten
Es herrscht ständig ein Kommen und Gehen in den Lagerhallen und Verteilzentren. Alles muss gut geplant administriert werden. Die Lagerarbeiter planen Entladezeiten sowie die Zuteilung der Lagerplätze. Auch das Kommissionieren im Versand ist organisatorisch anspruchsvoll.

Sorgfalt
In einer Halle mit deckenhohen Regalen und zigtausend Fächern ist Überblick und vor allem Sorgfalt gefragt. Beim Einlagern werden die Warennummern und die Lagerorte in Form von Codes digital dokumentiert. Ein einziger Zahlendreher lässt Waren in den ewigen Lagergründen verschwinden.

Umsicht und Verantwortungsbewusstsein
Wer Fördersysteme oder Hebezeuge bedient, muss verantwortungsvoll handeln, um seine Kollegen nicht zu gefährden. Auch beim Handling der Ware im Allgemeinen, aber auch speziell im Umgang mit Gefahrstoffen und empfindlicher Ware ist ein umsichtiges Handeln absolutes Muss.

Technische Affinität
Maschinen und Elektronik dürfen keine Schweißperlen auf die Stirn treiben. Im Gegenteil: Lagersysteme werden immer digitaler. Tätigkeiten im Lager erfordern mit steigender Tendenz technisches Verständnis. Ob ganze Warehouse-Systeme, Warenwirtschaftssysteme, Gabelstapler und andere Hilfs-Manipulatoren – Fachkräfte für Lagerlogistik haben täglich mit technischen Einheiten zu tun.

Mathematische Fähigkeiten
Bei der Ermittlung und Auswertung von Lagerkennzahlen und Versandkosten muss man mit mathematischen Grundrechenarten sicher hantieren können.

Sprachliche Versiertheit Deutsch und Englisch
Sicherheit in der deutschen Rechtschreibung ist zum Ausfüllen von Liefer,  Fracht- und Versandunterlagen unbedingt erforderlich. Englische Grundkenntnisse helfen bei der Kommunikation mit ausländischen Lieferanten.  

6. Potenzielle Branchen und Arbeitgeber

Automobilindustrie, Luftfahrt- oder Chemiebranche? Als Fachkraft für Lagerlogistik können sich Fachkräfte für Lagerlogistik aussuchen, in welcher Branche sie arbeiten möchten. Sie finden in nahezu allen Wirtschaftsbereichen Unternehmen, die sie beschäftigen. Der Grund: In der Regel verfügt jedes Unternehmen über ein Lager, das gepflegt werden muss. In manchen Fällen übergeben Unternehmen ihre Lageraktivitäten an einen Dienstleister, der sich auf Lagerlogistik spezialisiert hat. Auch bei logistischen Subunternehmern finden Lagerlogistiker Arbeit.

7. Zukunftsaussichten

Der Bedarf an Fachlageristen und Lagerlogistikern ist in allen Wirtschaftsbereichen groß. In Zeiten der Globalisierung braucht man mehr denn je Experten, die wissen, wie man Waren professionell lagert und weiterbefördert. Gerade in Zeiten von steigendem Online Shopping und Same Day Delivery wird die Arbeit im Lager immer mehr zum Wettbewerbsfaktor. Um die Jobsuche muss man sich definitiv keine Sorgen machen.

8. Karrieremöglichkeiten

Der Fachlagerist kann sich zur Fachkraft für Lagerlogistik weiterbilden (siehe Punkt 2) und erlangt damit mehr Verantwortung bezüglich Planung und Organisation der Logistikprozesse. Nach der Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik kann man eine Weiterbildung zum Logistikmeister anhängen. Auch die Fortbildung zur Fachkraft für Logistik und Materialwirtschaft ist möglich und perspektivenreich. Mit erfolgreichem Absolvieren der Maßnahmen kann man leitende Positionen in einem Lager übernehmen. Außerdem besteht die Möglichkeit eines anschließendes Studiums, z.B. im Fach Logistik oder Supply-Chain-Management. Alle genannten Weiterbildungen eröffnen weiterführende  Karrieremöglichkeiten und damit auch ein besseres Gehalt.

9. Kleiner Gehaltsreport für Fachlageristen und Fachkräfte für Lagerlogistik

Wie viel man in beiden Ausbildungen verdient, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab: Zahlt das Unternehmen nach einem Tarif? Welcher Branche ist der Betrieb zuzuordnen? Wie groß ist die Firma? All diese Dinge beeinflussen die Höhe des Ausbildungsgehalts.

Fachlageristen:

  1. Ausbildungsjahr: 580 bis 800 Euro
  2. Ausbildungsjahr: 650 bis 850 Euro

(in brutto)

Fachkräfte für Lagerlogistik:

  1. Ausbildungsjahr: 580 bis 830 Euro
  2. Ausbildungsjahr: 650 bis 900 Euro
  3. Ausbildungsjahr: 840 bis 1000 Euro

(in brutto)

Nach der Ausbildung beträgt das Einstiegsgehalt von Fachkräften für Lagerlogistik zwischen 1500 und 2300 Euro brutto. Mit einer Weiterbildung oder einem Studium kann man sein Gehalt auch noch nach oben verbessern. Bitte beachten Sie, dass die Ausbildungs- und Einstiegsgehälter auch von Bundesland zu Bundesland variieren.

Weitere Informationen zu Gehaltsstrukturen von Lagermitarbeitern entnehmen Sie bitte dem BirdieMatch Gehaltsreport. https://www.birdiematch.de/media/documents/BirdieMatch_Gehaltsreport_Logistik_2019.pdf

Mehr Informationen:

Informationsfilm zum Berufsbild Fachlagerist:

Informationsfilme zum Berufsbild Fachkraft für Lagerlogistik

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