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Logistiker: Ohne sie läuft nichts

Die Logistik wird für den Unternehmenserfolg zunehmend wichtiger.

Ob in der Rohstoffgewinnung, Beschaffung, Fertigung, Lagerung oder Verteilung oder sonst wo: Egal, an welcher Stelle der Supply Chain, und egal, in welcher Branche – Logistiker sind unverzichtbar.

Eigentlich ist alles mit Logistik bzw. logistischen Prozessen verbunden. Ob korrekte Versorgung von Patienten im Krankenhaus mit Medikamenten, Herstellung von Maschinen, Alltag an Universitäten, Kugelschreiber im Büro, Reparaturen – Logistik geht weit über den Warenfluss in den Supermarkt oder den Paketservice bis an die Haustür hinaus.

1. Definition: Was ist Logistik?

Das Gabler-Wirtschaftslexikon bietet eine Definition „Logistik“ des Beraters Prof. Dr. Winfried Krieger. Danach umfasst Logistik „alle Aufgaben zur integrierten Planung, Koordination, Durchführung und Kontrolle der Güterflüsse sowie der güter bezogenen Informationen von den Entstehungssenken bis hin zu den Verbrauchssenken.“

Dem US-amerikanischen Wirtschaftswissenschaftler mit Faible für die Logistik, Dr. Edward Grosvenor Plowman, wird zugeschrieben, bereits in den 1960er Jahren Logistik mit diesen sieben Merkmalen belegt zu haben: Logistik sichert die Verfügbarkeit des richtigen Gutes, in der richtigen Menge, im richtigen Zustand, am richtigen Ort, zur richtigen Zeit, für den richtigen Kunden, zu den richtigen Kosten.

Die Bundesvereinigung Logistik (BVL) wiederum definiert wie folgt: „Logistik ist die ganzheitliche Planung, Steuerung, Koordination, Durchführung und Kontrolle aller unternehmensinternen und unternehmensübergreifenden Informations- und Güterflüsse. Supply Chain Management (SCM), die intelligente Planung und Steuerung von Wertschöpfungsketten, wird synonym verwendet.“

Die Definitionen zeigen es: Logistik umfasst sehr unterschiedliche und auch vom jeweiligen Unternehmen abhängige Funktionen. Neben den operativen Aktivitäten des Transportierens, Umschlagens, Kommissionierens und Lagerns kann auch die ganzheitliche Optimierung arbeitsteiliger Funktionen gemeint sein, beispielsweise in Beschaffung, Produktion und Service. Oder es geht um das Fließen von Objekten in Netzwerken, die diverse Unternehmen umfassen.

Historisch leitet sich der Begriff Logistik aus dem altgriechischen Wort logistikē ab und bedeutete ursprünglich „praktische Rechenkunst“. Erst während der Napoleonischen Kriege wurde der Begriff spezifischer verwendet und umfasste die Verwaltung, Lagerung sowie die Transportsteuerung Kriegsnotwendiger Güter. 

2. Bedeutung der Logistik

Die Bedeutung der Logistik für den Unternehmenserfolg ist in den vergangenen Jahrzehnten laut Krieger kontinuierlich gewachsen. Ursachen dafür sind die Globalisierung der Märkte und Wertschöpfungsketten, die wachsende Durchdringung der logistischen Prozessketten mit Informations- und Kommunikationstechnologien, die verstärkte Individualisierung der Produkte für Konsumgütermärkte sowie die weltweite Deregulierung der Transport- und Telekommunikationsmärkte.

3. Teilgebiete der Logistik

Hier kann noch einmal die BVL zitiert werden: „Der Bereich Logistik verändert sich ständig und bringt aufgrund der andauernden Ausdifferenzierung immer wieder neue Aufgabenfelder hervor. Zur besseren Unterscheidung logistischer Aktivitäten hat sich eine begriffliche Einteilung etabliert, die sich an den Phasen des Produktionsprozesses orientiert.“ Dazu gehören beispielsweise

4. Logistik als wissenschaftliche Disziplin

Obwohl bereits Plowman sich wissenschaftlich mit Logistik beschäftigt hat, hat erst die BVL das Grundverständnis dieser Disziplin 2010 in einem Positionspapier zusammengefasst: „Logistik ist eine anwendungsorientierte Wissenschaftsdisziplin. Sie analysiert und modelliert arbeitsteilige Wirtschaftssysteme als Flüsse von Objekten (v.a. Güter und Personen) in Netzwerken durch Zeit und Raum und liefert Handlungsempfehlungen zu ihrer Gestaltung und Implementierung. Die primären wissenschaftlichen Fragestellungen der Logistik beziehen sich somit auf die Konfiguration, Organisation, Steuerung oder Regelung dieser Netzwerke und Flüsse mit dem Anspruch, dadurch Fortschritte in der ausgewogenen Erfüllung ökonomischer, ökologischer und sozialer Zielsetzungen zu ermöglichen.“

5. Aufgaben von Logistikern

Logistik geht also weit über Transport, Umschlag und Lagerung hinaus. Logistiker sind dafür verantwortlich, alle unternehmensinternen und unternehmensübergreifenden Informations- und Güterflüsse ganzheitlich zu

  • planen
  • steuern
  • koordinieren
  • durchzuführen und zu
  • kontrollieren. (s. BVL)

Sie sollen zudem folgende übergeordnete Ziele erreichen (s. Gabler):

  • Kostensenkung der logistischen Aktivitäten
  • Verbesserung von Wert und Nutzen von physischen Produkten und Dienstleistungen
  • Verbesserung der Flexibilität logistischer Systeme bezogen auf Veränderungen der Umfeldbedingungen.

6. Abgrenzung zu Spediteuren, Disponenten und Frachtführern

Ganz klar: Spediteure, Disponenten und Frachtführern gehören zu logistischen Prozessen dazu. Doch sie alle üben nur Teildisziplinen der Logistik aus. Dabei sind die Aufgaben nicht klar abgeteilt.

Spediteure, die Architekten des Transports, organisieren oder übernehmen für viele Kunden mittlerweile auch andere Aufgaben, etwa die Anlieferung von Gütern direkt am Produktionsband oder die Veredelung von Gütern, also einen Teil der unternehmensinternen Logistik. Es gibt diverse Unterarten von Spediteuren. Spediteure hat Dr. Jörg Berwanger für Gablers Wirtschaftslexikon definiert: „Derjenige, der gewerbsmäßig im Rahmen der für Speditionsgeschäfte gültigen Rechtsvorschriften Güterversendungen durch Frachtführer oder Verfrachter von Seeschiffen für Rechnung eines anderen (des Versenders) im eigenen Namen besorgt (§ 453 HGB).“

Disponenten wiederum organisieren vor allem die passenden Transportmittel für die zu befördernden Güter.

Frachtführer dagegen übernehmen den eigentlichen Transport. Durch den Frachtvertrag wird der Frachtführer verpflichtet, Frachtgut zu Lande, auf Binnengewässern oder mit Luftfahrzeugen zu befördern und dort an den Empfänger abzuliefern. Bei Beförderung zur See wird von einem Verfrachter gesprochen (§§ 407, 559 HGB). Dabei ist zu beachten, dass viele Spediteure auch über eigene Fahrzeuge verfügen, also im Selbsteintritt (§ 458 HGB) auch als Frachtführer tätig sind.

7. Wie wird man Logistiker?

Eine eigentliche Ausbildung zum Logistiker gibt es nicht, wohl aber zu vielen zur Logistik gehörenden Berufen wie Fachkraft für Lagerlogistik, Fachkraft für Hafenlogistik oder Kaufmann/frau für Spedition und Logistikdienstleistungen. Darüber hinaus bieten sich diverse Studiengänge an, die auch häufig den Begriff „Logistik“ oder Supply Chain Management“ im Namen tragen. Eine gute Zusammenstellung sowohl zu gewerblich/technischen Ausbildungen als auch zu kaufmännischen Ausbildungsgängen sowie zu diversen Studienrichtungen (inklusive Studiengangsliste) bieten die beiden jährliche erscheinenden Magazine der DVZ – Deutsche Verkehrs-Zeitung „Karriere in der Logistik“.

8. Was verdient man in der Logistik?

Das ist nicht pauschal zu sagen. Je nach Aufgabe und Tätigkeitsfeld – ob in der Industrie, im Handel oder in der Dienstleistungsbranche – variieren die Gehälter von Logistikern. Hinzu kommen Abweichungen nach Kenntnissen und Regionen sowie weiteren Spezifikationen. Den besten Überblick gibt der aktuelle Gehaltsreport von BirdieMatch, für den detailliert rund 9000 Datensätze ausgewertet wurden.

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