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Wie bewerbe ich mich auf einen Logistik-Job, wenn ich über 50 bin?

Logistik-Job als Best-Ager: es funktioniert mit den richtigen Argumenten! (Foto-Quelle: Fotolia)

Sie suchen mit über 50 einen neuen Job in der Logistik? Ihre Chancen am Arbeitsmarkt sind nicht so schlecht, wie Sie vielleicht denken. Der Fachkräftemangel wirkt sich sowohl positiv auf die Zahl der freien Stellen aus als auch auf die Anerkennung der Höhe Ihres Gehaltswunschs. Und so viel anders als in jüngeren Jahren ist ein Logistik-Jobwechsel mit 50+ nicht.

 

Ob aus einer Kündigung heraus oder aus freien Stücken: Einen neuen Logistik-Job als Best Ager zu suchen, ist in der Regel erfolgreich und lohnend – selbst wenn es vielleicht etwas länger dauert. 

Aber: Was Sie vor 20 oder gar 35 Jahren gemacht haben, interessiert nur dann, wenn Sie aufgrund dieser Erfahrungen der perfekte Problemlöser für die Anforderungen von heute sind. Halten Sie sich nur mit den für den angestrebten neuen Logistik-Job relevanten Details aus Ihrer Vergangenheit auf. Dies ist auch sinnvoll, um den Umfang des Lebenslaufs verträglich und vor allem lesbar zu halten – und gilt aus diesem Grund auch für die Anlagen, die Sie beifügen. Führen Sie nur Stationen und Positionen näher aus, die für Ihre Zukunft Bedeutung haben.

Sowohl Ihr Lebenslauf als auch Ihr Anschreiben sollten auf keinen Fall Ihr Alter thematisieren. Der Fokus liegt auf Fachkraft mit Erfahrung, und zwar passgenau zum ausgeschriebenen Logistik-Job. Im Bereich Erfahrung kann Ihnen auch ein gut ausgebildeter 30-jähriger Akademiker nicht das Wasser reichen.

 

Don´ts in der Bewerbung 50+ um einen Logistik-Job

Einige typische Formulierungsfehler hat Jochen Mai, Gründer von Karrierebibel.de, aufgelistet. Hier ein Auszug aus seinem Beitrag, nachzulesen unter https://karrierebibel.de/bewerbung-50plus/:

1.    Mit meinen 51 Lebensjahren möchte ich…

Ziele zu haben, ist nicht verkehrt. Hier aber wird das Alter sogar noch betont. Dreifach falsch! Erstens, weil so womöglich schlafende Hunde geweckt werden; zweitens, weil das Lebensalter keinerlei Qualitätskriterium darstellt; drittens, weil der neue Arbeitgeber nicht die Wohlfahrt ist. Nicht, wie Sie sich verwirklichen möchten, interessiert, sondern wie das Unternehmen von Ihnen profitiert. Das sollten Sie betonen und gleichzeitig Formulierungen ohne Aussagekraft vermeiden.

2.    Ich kann auf 20 Jahre Berufserfahrung zurückblicken…

Der Blickwinkel ist falsch: Sie blicken zeitlich zurück – in Ihre Vergangenheit. Personaler aber blicken nach vorn. Sie suchen die künftige Idealbesetzung für eine Stelle und damit jemanden, der diese Herausforderung meistern kann. Erfahrung, die Sie allein in Jahreszahlen messen, ist daher ein denkbar schwaches Argument. Viel wichtiger in Anschreiben und Lebenslauf sind bisherige Erfolge. Sie belegen, wo und wie Sie echten Mehrwert geschaffen haben. Betonen und belegen Sie möglichst, dass Sie sämtliche so genannten Muss-Qualifikationen (also alle in der Stellenanzeige verlangten) mitbringen.

3.    In meiner Laufbahn habe ich meine Lernfähigkeit bewiesen…

Hinter dieser Formulierung steckt ein gefährlicher Trugschluss: Immer dann, wenn ältere Bewerber glauben, ihr Wissen sei nicht mehr aktuell oder gar veraltet und ihre Qualifikationen nicht ausreichend, weisen sie auf ihre Lernbereitschaft hin – Motto: Den Job kann ich zwar nicht, aber ich würde es gerne lernen. Doch Offenheit und Lernwille können fehlende Kompetenzen nicht kompensieren. Allenfalls Uniabsolventen wird noch eine gewisse Formbarkeit zugesprochen – und selbst die haben es schwer, wenn Muss-Qualifikationen fehlen. Mit 50+ kann man sich diese Bewerbung sparen.

4.    Jetzt möchte ich noch einmal durchstarten…

Das klingt nach hoch gekrempelten Ärmeln, Top-Motivation, dem Blick nach vorn und zweitem Frühling? Nein. Es drückt zugleich blumig aus, dass Sie mit der bisherigen Entwicklung nicht zufrieden waren und dass Sie vor allem die eigene Karriere im Blick haben. Natürlich ist es wichtig, dass Sie im Anschreiben Ihre Motivation herausarbeiten. Aber was hat der Arbeitgeber davon, dass Sie noch mal durchstarten wollen? Begründen Sie lieber, was Sie fachlich an der Position reizt und warum Sie genau die Person sind, die der Arbeitgeber sucht.

Arbeitslosigkeit, Erziehungszeiten, Gelegenheitsjobs – nicht unbedingt Ausschlusskriterien, wenn Sie einen Jobwechsel in der Logistik mit über 50 anstreben

Sollten Sie zwischenzeitlich arbeitslos gewesen sein, so ist eine kurze Arbeitslosigkeit in der heutigen Zeit keine Besonderheit und damit auch kein Hinderungsgrund mehr für eine Einstellung. Führen Sie den Punkt wahrheitsgemäß im Lebenslauf auf. Im Vorstellungsgespräch werden Sie danach gefragt und erläutern dann, wie es dazu kam. Übrigens immer, ohne den alten Arbeitgeber schlecht zu machen, sondern rein sachlich.

Haben Sie Erziehungszeiten im Lebenslauf oder kommen Sie gerade aus einer solchen, so ist auch dies kein Problem. Voraussetzung: Sie haben sich darum gekümmert, fachlich up to date zu bleiben. Sollte dies nicht der Fall sein und Sie finden nicht gleich einen neuen Job in der Logistik, so sorgen Sie dafür, dass Sie Ihre Lücken durch Fortbildungen und Weiterqualifizierung füllen.

Gelegenheitsjobs im Lebenslauf sind genauso hinderlich oder auch nicht wie Arbeitslosigkeit und Erziehungszeiten. Grundsätzlich gilt: Je länger die Tätigkeit im gelernten Beruf zurückliegt, desto mehr Wissenslücken werden unterstellt. Auch hier können Sie mit Weiterbildungen entgegenwirken.

Weitere Informationen zum Thema Jobwechsel und Bewerbung mit 50+ finden Sie hier: