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Kaufen Logistiker künftig neue Mitarbeiter mit einer Unterschriftenprämie ein?


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Ablösesummen für Logistik-Mitarbeiter - gibt es das? (Foto-Quelle: Fotolia)

Es klingt fast wie Ablösesummen im Fußball, wenn Unternehmen bereit sind, neues Personal mit einer Einmalzahlung zur Kündigung bei ihrem bisherigen Arbeitgeber zu bewegen und in die eigene Firma zu locken. Gibt es das bereits in der Logistik?

 

So direkt mag niemand auf die Frage antworten. Doch während Ablösesummen, bei denen ein Unternehmen an ein anderes zahlt, damit dieses einen Mitarbeiter freigibt, bisher kein Thema sind, schwirrt das Thema „Signing Bonus“ auch in der Logistikbranche immer wieder durch die Diskussionen, wie geeignetes Personal akquiriert werden kann.

 

1. Gehaltsbestandteile - Wie setzt sich die Entlohnung meist zusammen?

In der Logistik ist ein Festgehalt üblich, eventuell mit Urlaubs- und/oder Weihnachtsgeld als 13. Gehalt. Hinzu kommen beispielsweise bezahlte Weiterbildungen, vermögenswirksame Leistungen, Sportangebote, Essensgeldzuschläge, Fahrgeldzuschläge, die Übernahme von Kontoführungsgebühren und ähnliches. Ein Firmenwagen steht häufig Führungskräften und Vertriebsmitarbeitern im Außendienst zur Verfügung. Erfolgsprämien sind ebenfalls für Führungskräfte und Vertriebsmitarbeiter üblich. Darunter fallen auch Bonuszahlungen.

 

2. Vorsicht bei Bonussystemen

Durch Boni oder Erfolgsprämien fühlen sich Mitarbeiter wertgeschätzt. Sie heben das Image des Unternehmens und die Bereitschaft der Mitarbeitenden, sich für das Unternehmen einzusetzen. Sie können allerdings auch negative Effekte haben: Es besteht bei einem schlecht durchdachten Bonussystem die Gefahr, dass die einzelnen Mitarbeiter in einen Wettbewerb miteinander treten. Das kann im schlimmsten Fall dazu führen, dass nicht mehr ganzheitlich und auch nicht gemeinsam im Sinne des Unternehmens und des Kunden gehandelt wird. Dann können Kunden unzufrieden werden und Aufträge verloren gehen. Darum sollen Bonussysteme einerseits unterteilt sein in eine Vergütung für die Leistung des Einzelnen und andererseits den Erfolg der Gruppe oder Abteilung berücksichtigen. Auf die negativen Aspekte geht auch die Kühne Logistics University (KLU) in diesem Beitrag ein: https://www.the-klu.org/fileadmin/the-klu.org/media/klu_experience/article/170614_Kampf_um_Boni_vergiftet_Arbeitsklima.pdf

3. Was ist ein Signing Bonus?

Ein Signing Bonus ist eine Einmalzahlung des künftigen Arbeitgebers an den potenziellen neuen Mitarbeiter, die vor dem eigentlichen Arbeitsantritt erfolgt und für die Unterschrift unter einen Arbeitsvertrag bezahlt wird. Er soll die Entscheidung erleichtern, zu kündigen und bei der zahlenden Firma anzufangen. Die Einmalzahlung ist Arbeitslohn, obwohl es sich um ein künftiges Dienstverhältnis handelt. Entsprechend ist sie zu den Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit zu rechnen (https://blogs.pwc.de/steuern-und-recht/2018/10/08/deutsches-besteuerungsrecht-bei-zahlung-eines-signing-bonus/). Weitere Infos: https://www.lohn-info.de/einmalzahlung.html

 

4. Welche Möglichkeiten haben Unternehmen, Mitarbeitern mehr zu bezahlen als das festgelegte Gehalt?

Neben den bereits genannten Möglichkeiten gibt es weitere. Dazu gehören geldwerte Vorteile wie Rabatte, die Gestellung eines Smartphones auch für den privaten Gebrauch, Essensmarken, Gesundheitsförderung, Kinderbetreuung oder auch die Übernahme der Umzugskosten.

Ein anderes Beispiel, um das Engagement von Mitarbeitern zu steigern: Die Bassen Logistic GmbH aus Bremen hat die „Bassen Karte“ eingeführt. In dem im September 2017 in der DVZ erschienenen Bericht wird Peter Bassen, geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens zitiert: „Jeder Mitarbeiter, der gute Leistungen erzielt, gleich ob Kraftfahrer oder Büroangestellter, generiert Guthaben auf seiner Karte.“ Dabei stellt diese Karte mit einem automatischen Startguthaben von 35 EUR keine Alternative zu einem anderen System dar, sondern wird ergänzend gewährt. „Einfache Dinge, wie zum Beispiel den LKW sauber zu halten, zahlen sich für einen Fahrer aus. Dem Bürokaufmann hingegen nutzt Freundlichkeit am Telefon“, erklärt Bassen in dem Bericht. So seien Bonuszahlungen von bis zu 100 EUR pro Monat je Mitarbeiter möglich.

Ein festgelegtes Bonussystem regelt die Einzahlungen auf die Mitarbeiter-Kreditkarte. Ein schadenfreies Fahrzeug, eine ordentliche Papierdokumentation oder die Unternehmenswerbung auf dem privaten Pkw führen zu Buchungen auf die Karte. „Festgelegt und dokumentiert wird die Höhe der Einzahlungen von den zuständigen Fuhrparkmanagern. Jeder bestimmt zudem selbst, ob er das Guthaben sofort einsetzt oder es für eine größere Anschaffung sammelt.“ Die Karte ist eine Guthabenkarte, wird an mehr als 40 Mio. Annahmenstellen akzeptiert und lässt keine Barauszahlung zu.

 

5. Gezielt in die Personalgewinnung investieren

Verbreitet sind – anders als Signing Boni – Prämien für Mitarbeiter, die neue Mitarbeiter werben. Ein ähnliches Prinzip verfolgen auch einzelne Jobplattformen: Vermittelt jemand einen Bekannten oder Freund in einen neuen, auf der Plattform ausgeschriebenen Job, erhält er beispielsweise 500 EUR. Die Bewerber auf der Jobplattform bezahlen zudem nichts. Die Betreiber leben von einer erfolgsbasierten Provision von den Unternehmen.

6. Geld ist nicht alles - Das Gesamtgefüge muss stimmen

Auf das Thema Signing Bonus angesprochene Unternehmensvertreter führen beispielsweise an, dass  Unternehmen allgemein mehr investieren müssen, um gerade auch die eigenen Talente zu identifizieren, entsprechend zu entwickeln und dann in entscheidende Schlüsselfunktionen zu heben. Mit einer solchen Personalentwicklungspolitik könne ein Unternehmen auf sich aufmerksam machen. Und: Wenn es einem Unternehmen gelinge, für Bewerber attraktiv zu sein, sei keine Zahlung erforderlich. Wieder andere definieren das Gehalt, das ein Unternehmen zahlen muss, um Talente anzulocken, als den notwendigen finanziellen Anreiz. Viele weisen allerdings auch darauf hin, dass das Gehalt allein nicht zählt. Beispielsweise sei eine gute Nachhaltigkeits-Performance wichtig. Würde dieser Faktor nicht stimmen, müssten die Gehälter umso höher sein, um neue Mitarbeiter zum Einstieg zu bewegen. Ähnlich verhält es sich mit dem Betriebsklima.

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