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Wie bewerbe ich mich auf einen Logistik-Job, wenn ich über 50 bin?

Eine Frau mittleren Alters sitzt lächelnd auf dem Sofa und schaut in die Kamera.
Logistik-Job als Best-Ager: es funktioniert mit den richtigen Argumenten! | © fizkes von canva.com

Neuer Logistik-Job mit 50+? Ihre Chancen am Arbeitsmarkt sind nicht so schlecht, wie Sie vielleicht denken. Der Fachkräftemangel wirkt sich sowohl positiv auf die Zahl der freien Stellen aus als auch auf die Anerkennung der Höhe Ihres Gehaltswunsches. Und so viel anders als in jüngeren Jahren ist ein Logistik-Jobwechsel mit 50+ nicht.

Wer älter als 49 ist, hat es bei der Bewerbung um einen neuen Job – egal, ob in der Logistik oder anderswo – nicht leicht. Obwohl der Fachkräftemangel überall zu spüren ist. Doch ob aus einer Kündigung heraus oder aus freien Stücken: Einen neuen Logistik-Job als Best Ager zu suchen, ist in der Regel erfolgreich und lohnend – selbst wenn es vielleicht etwas länger dauert. 

1. Vorurteile

Eine Herausforderung sind Vorurteile des eigenen beruflichen und privaten Umfelds, der Personalverantwortlichen potenzieller künftiger Arbeitgeber – und von Ihnen selbst. Ältere Jobsuchende glauben oft, dass es zu spät für sie ist, etwas Neues anzufangen.

Hören Sie nicht auf Ihren inneren Schweinehund oder Ihr soziales Umfeld. Sie haben noch rund 15 Jahre Arbeitsleben vor sich. Da ist man nicht zu alt, krank, teuer oder unflexibel für einen Wechsel oder überfordert mit neuer Technik. Man hat aufgrund seiner Berufserfahrung in Logistik-Jobs einem neuen Arbeitgeber einiges zu bieten. Die längere Lebenserwartung bedeutet auch, dass weniger Menschen früh erkranken. Und der Fachkräftemangel sorgt dafür, dass insgesamt höhere Gehälter – auch schon an jüngere Mitarbeiter – gezahlt werden. Da sticht Ihr Gehaltswunsch nicht mehr so stark zwischen denen anderer Bewerber um den Logistik-Job heraus.

2. Vorteile

Altersgemischte Teams sind mittlerweile ein viel geäußerter Wunsch aus dem Unternehmensmanagement. So kann jeder vom Know-how des anderen profitieren. Darüber hinaus wird Erfahrung aktuell stärker wertgeschätzt als noch vor einigen Jahren. Zudem haben Sie voraussichtlich zumindest einige der hier aufgelisteten Trümpfe in der Hand:

  • hohe Produktivität durch Routine
  • ausgereifte Menschenkenntnis
  • über die Jahre optimierte Soft Skills
  • weniger Ablenkungen im Privatleben (Geburten, Hauskauf & Co)
  • höhere Stressresistenz bei Problemen oder Zeitdruck
  • größeres Netzwerk, welches dem Arbeitgeber nutzen kann
  • bessere Flexibilität hinsichtlich Urlaubszeiten oder Wohnort (keine kleinen Kinder o.ä.)
  • mehr Gelassenheit durch große Erfahrung mit ungewohnten Situationen
  • bessere emotionale Stabilität
  • Erfahrung im Umgang mit Konflikten
  • genauere Vorstellungen der persönlichen Ziele, Wünsche und Bedürfnisse, aber auch Grenzen
  • ausgeprägteres Verantwortungsbewusstsein
  • geringerer Wankelmut und dadurch höhere Loyalität gegenüber dem Arbeitgeber
  • verinnerlichte traditionelle Werte wie Disziplin, Fleiß und Zuverlässigkeit, die dem Arbeitgeber zugutekommen.

Nun geht es darum, diese Eigenschaften nur noch für sich selbst gewinnbringend zu vermarkten.

3. Erste Schritte

Sie müssen „Bewerben“ neu lernen, angefangen bei der Suche nach einem neuen Job in der Logistik. Der findet sich nur noch selten in Fachmedien oder Zeitungen. Vielmehr müssen Sie in Jobportalen wie BirdieMatch, auf den Internetseiten passender Unternehmen, in Foren und sozialen Netzwerken wie Xing oder LinkedIn suchen beziehungsweise sich finden lassen.

  • Machen Sie sich selbst zu einer Marke. Welcher Oberbegriff charakterisiert Ihre beruflichen Stärken am besten? Wer sind Sie?
  • Sie sind schon lange im Markt, kennen viele Leute und sind selbst bekannt. Aktivieren Sie Ihr eigenes Netzwerk.
  • Wenn Sie bis heute noch kein Profil bei Xing und/oder LinkedIn haben, ist es nun an der Zeit, eines anzulegen. Lassen Sie sich Zeit und denken Sie über jeden Eintrag so nach als wäre er ein Satz in Ihrer Bewerbung. Denken Sie auch an ein attraktives Bild.
  • Überlegen Sie, für welches Unternehmen Ihre Kenntnisse und Erfahrungen besonders wertvoll sein könnten. Prüfen Sie, wo Sie in Ihrer Branche als erfahrener Praktiker, Berater oder Ausbilder gesucht sein könnten. Starten Sie eine Initiativbewerbung, falls dort gerade keine passende Stelle ausgeschrieben ist.
  • Informieren Sie sich im Internet auf Beratungsseiten, welche Form heutzutage Anschreiben haben sollten, wie ein moderner Lebenslauf gestaltet wird und wie Anlagen beizufügen sind.
  • Rechnen Sie damit, dass Sie Ihre Bewerbung nicht per Post schicken können. Nicht einmal mehr die Hälfte aller Arbeitgeber möchte Ihre Bewerbung in Papierform erhalten. Meist ist der Weg über ein Bewerberportal auf der Internetseite des Unternehmens, eine E-Mail oder einen Social-Media-Kanal zu wählen. Welcher, teilt die Internetseite des potenziellen neuen Arbeitgebers mit.

4. Formulierungen für Anschreiben

Was zu einer Bewerbung gehört, hat sich kaum geändert: Anschreiben, Lebenslauf, Bild, Schul-/Hochschulabschlusszeugnis, Ausbildungszeugnis, Zeugnis mindestens des letzten Arbeitgebers, Belege für Qualifikationen, eventuell Kontaktdaten für Referenzen. Diese finden 24 Prozent der Personaler wichtig.

Einige typische Formulierungsfehler für Anschreiben hat Jochen Mai, Gründer von Karrierebibel.de, aufgelistet. Hier ein Auszug aus seinem Beitrag:

  1. Mit meinen 51 Lebensjahren möchte ich…

Ziele zu haben, ist nicht verkehrt. Hier aber wird das Alter sogar noch betont. Dreifach falsch! Erstens, weil so womöglich schlafende Hunde geweckt werden; zweitens, weil das Lebensalter keinerlei Qualitätskriterium darstellt; drittens, weil der neue Arbeitgeber nicht die Wohlfahrt ist. Nicht, wie Sie sich verwirklichen möchten, interessiert, sondern wie das Unternehmen von Ihnen profitiert. Das sollten Sie betonen und gleichzeitig Formulierungen ohne Aussagekraft vermeiden.

  1. Ich kann auf 20 Jahre Berufserfahrung zurückblicken…

Der Blickwinkel ist falsch: Sie blicken zeitlich zurück – in Ihre Vergangenheit. Personaler aber blicken nach vorn. Sie suchen die künftige Idealbesetzung für eine Stelle und damit jemanden, der diese Herausforderung meistern kann. Erfahrung, die Sie allein in Jahreszahlen messen, ist daher ein denkbar schwaches Argument. Viel wichtiger für Anschreiben und Lebenslauf sind bisherige Erfolge. Sie belegen, wo und wie Sie echten Mehrwert geschaffen haben. Betonen und belegen Sie möglichst, dass Sie sämtliche so genannte Muss-Qualifikationen (also alle in der Stellenanzeige verlangten) mitbringen.

  1. In meiner Laufbahn habe ich meine Lernfähigkeit bewiesen…

Hinter dieser Formulierung steckt ein gefährlicher Trugschluss: Immer dann, wenn ältere Bewerber glauben, ihr Wissen sei nicht mehr aktuell oder gar veraltet und ihre Qualifikationen nicht ausreichend, weisen sie auf ihre Lernbereitschaft hin – Motto: Den Job kann ich zwar nicht, aber ich würde es gerne lernen. Doch Offenheit und Lernwille können fehlende Kompetenzen nicht kompensieren. Allenfalls Uniabsolventen wird noch eine gewisse Formbarkeit zugesprochen – und selbst die haben es schwer, wenn Muss-Qualifikationen fehlen. Mit 50+ kann man sich diese Bewerbung sparen.

  1. Jetzt möchte ich noch einmal durchstarten…

Das klingt nach hoch gekrempelten Ärmeln, Top-Motivation, dem Blick nach vorn und zweitem Frühling? Nein. Es drückt zugleich blumig aus, dass Sie mit der bisherigen Entwicklung nicht zufrieden waren, dass Sie vor allem die eigene Karriere im Blick haben – und sich vielleicht bisher nie richtig ins Zeug gelegt haben. Natürlich ist es wichtig, dass Sie im Anschreiben Ihre Motivation herausarbeiten. Aber was hat der Arbeitgeber davon, dass Sie noch mal durchstarten wollen? Begründen Sie lieber, was Sie fachlich an der Position reizt und warum Sie genau die Person sind, die der Arbeitgeber sucht.

5. To Dos

Sie müssen darauf achten, dass 

  • Ihre Unterlagen nicht altbacken wirken (s.o.). Im Zweifel lassen Sie sich hierbei von jüngeren Personen helfen. Schauen Sie im Internet bei den einschlägigen Bewerbungsratgebern nach, welche moderne Form Ihnen zusagt. Die Anforderungen an die Professionalität und das Selbstmarketing eines Jobsuchenden sind auch in der Logistik in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Kommen Sie so jung wie möglich rüber – aber bleiben Sie authentisch.
  • Sie nur Erfahrungen nennen, die zu den Anforderungen der ausgeschriebenen Stelle passen. Was Sie vor 20 oder gar 35 Jahren gemacht haben, interessiert nur dann, wenn Sie aufgrund dieser Erfahrungen der perfekte Problemlöser für die Anforderungen von heute sind. Unternehmen lieben Problemlöser, ganz gleich welchen Alters. Die Konzentration auf das Wesentliche führt darüber hinaus von selbst zu einem gestrafften Lebenslauf. Dies gilt auch für die Anlagen, die Sie beifügen: Belegen Sie Ihre für den neuen Job relevanten Kenntnisse glaubhaft, aber lassen Sie alles Überflüssige weg.
  • Sie weder unsicher auftreten noch Ihr Alter thematisieren oder rechtfertigen oder gar um einen neuen Logistik-Job „betteln“.
  • Sie sich vor allem auf Hard Skills konzentrieren
  • Sie motiviert Ihre Bewerbung schreiben und ins Vorstellungsgespräch gehen – und dies auch ausstrahlen.
  • Sie nicht „alt“ oder krank wirken. Weder durch Formulierungen in Ihren Bewerbungsunterlagen oder im Vorstellungsgespräch noch auf dem Bewerbungsfoto.
  • Sie für jeden Job eine eigene passgenaue Bewerbung schreiben und zusammenstellen.
  • Ihre Gehaltsvorstellungen dem Markt entsprechen. Hier kann der BirdieMatch-Gehaltsreport Anhaltspunkte liefern.
  • Ihr Lebenslauf einen erkennbaren roten Faden hat entsprechend den Anforderungen der Stellenausschreibung (Stichwort: Priorisierung) und nicht zu lang ist (möglichst nur zwei Seiten, eventuell ergänzt durch einen Projekterläuterungsbogen).
  • das Anschreiben nur eine Seite lang ist und sich ebenfalls konkret auf die ausgeschriebene Position bezieht.
  • Sie im Vorstellungsgespräch für Ihren neuen Job in der Logistik selbstbewusst, flexibel, motiviert und jung geblieben erscheinen. Achten Sie in diesem Zusammenhang auch auf Ihre Kleidung. Auch im Gespräch sollten Sie weit zurückliegende Passagen allenfalls kurz erläutern. Haben Sie Ihren Lebenslauf gekürzt, so kann es im Gespräch zu Nachfragen kommen. Seien Sie darauf vorbereitet. Bleiben Sie bei Fragen nach Alter und Gesundheit souverän. Setzen Sie sich bereits im Vorwege eine Untergrenze für die Gehaltsverhandlungen – mit Begründung für sich selbst.

Der Fokus Ihrer Bewerbung liegt auf Fachkraft mit Erfahrung, und zwar passgenau zum ausgeschriebenen Logistik-Job. Im Bereich Erfahrung kann Ihnen auch ein gut ausgebildeter 30-jähriger Akademiker nicht das Wasser reichen.

6. Lücken im Lebenslauf

Sollten Sie zwischenzeitlich arbeitslos gewesen sein, so ist eine kurze Arbeitslosigkeit in der heutigen Zeit keine Besonderheit und damit auch kein Hinderungsgrund mehr für eine Einstellung. Führen Sie den Punkt wahrheitsgemäß im Lebenslauf auf. Im Vorstellungsgespräch werden Sie danach gefragt und erläutern dann, wie es dazu kam. Übrigens immer, ohne den alten Arbeitgeber schlecht zu machen, sondern rein sachlich.

Haben Sie Erziehungszeiten im Lebenslauf oder kommen Sie gerade aus einer solchen, so ist auch dies kein Problem. Voraussetzung: Sie haben sich darum gekümmert, fachlich up to date zu bleiben. Sollte dies nicht der Fall sein und Sie finden nicht gleich einen neuen Job in der Logistik, so sorgen Sie dafür, dass Sie Ihre Lücken durch Fortbildungen und Weiterqualifizierung füllen.

Gelegenheitsjobs im Lebenslauf sind genauso hinderlich oder auch nicht wie Arbeitslosigkeit und Erziehungszeiten. Grundsätzlich gilt: Je länger die Tätigkeit im gelernten Beruf zurückliegt, desto mehr Wissenslücken werden unterstellt. Auch hier können Sie mit Weiterbildungen entgegenwirken.

7. In Zukunft

Damit auch der nächste Jobwechsel klappt, sollten Sie weiterhin:

  • lernbereit bleiben. Lesen Sie alles über Ihre Branche, aber auch über Trends in anderen Markt- und Gesellschaftsbereichen – und über die neuesten Kommunikationswege.
  • durch Fort- und Weiterbildungen das Know-how für Jobs in der Logistik auf dem neuesten Stand halten
  • auf Ihr Netzwerk zurückgreifen
  • Messen, Fachkongresse und Recruiting-Veranstaltungen besuchen
  • Ihe Profile in den sozialen Netzwerken pflegen.

Das Team von BirdieMatch drückt Ihnen die Daumen, dass es mit Ihrem neuen Logistik-Job klappt. Einfacher geht Bewerben übrigens über unser Job-Matching-Portal BirdieMatch: Kein Anschreiben, keine spezielle Form erforderlich sowie punkten mit Qualifikationen und Erfahrungen leicht gemacht – aber ein richtig gutes Foto wollen wir auch!

Weitere Informationen zum Thema Jobwechsel und Bewerbung mit 50+ finden Sie hier:

Dos und Dont's bei der Bewerbung

Lebenslauf 50 Plus

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