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Blockchain – ist das wichtig für Jobs in der Logistik oder kann das weg?

Die Blockchain ist ein dezentral organisiertes aufeinander aufbauendes Netzwerk. (Foto-Quelle: Fotolia)

Auf Job-Matching hat Blockchain noch keine Auswirkungen – obwohl auch dies künftig denkbar wäre. Doch Jobs in der Logistik hängen durchaus davon ab, ob sich Unternehmen diesen dezentralen Netzwerken öffnen oder nicht – und zwar unabhängig davon, ob sie Logistik-Jobs in Hamburg, Augsburg oder Singapur erhalten wollen.

Harald Ehren, Chefredakteur der DVZ – Deutsche Verkehrs-Zeitung, hat Mitte Mai mit den Mitgliedern der Vereinigung Hamburger Verkehrsfachwirte diskutiert, welche Möglichkeiten und Herausforderungen sich aus dem Blockchain-Trend für Spediteure ergeben. Zunächst hat er festgehalten, dass diese Netzwerke bisher nicht von Logistikunternehmen initiiert wurden, sondern von Industrie und Handel. Dies bedeutet einerseits, dass die Investitionskosten (Software, Token) nicht auf Speditionsseite angefallen sind. Andererseits mussten sich Speditionen aber entscheiden, ob sie sich an Blockchain beteiligen wollten. Ohne Beteiligung trotz Aufforderung waren die Aufträge häufig weg. Mit Beteiligung waren Dokumente in das Netzwerk einzustellen und zusammen mit allen Beteiligten äußerst detaillierte Regelwerke für die dort abgebildeten Prozesse zu entwerfen. Viel Arbeit und viel Transparenz.

 

Transparenz: Fluch und Segen

Die Verkehrsfachwirte sahen auf der Veranstaltung gerade in der Transparenz ein Problem. Wer lässt sich schon gern durchleuchten? Harald Ehren stellte dagegen heraus, dass Transparenz auch bedeute, seine Leistungsmerkmale und Leistungsfähigkeit gut darstellen zu können. Ebenfalls Unbehagen erzeugte der Gedanke, dass es keine zentrale Koordination des Netzwerks gebe. Häufig tauchte auch die Frage auf, wer denn für Fehler einstehe. Dies müsse in der Urzelle Blockchain bereits zuvor in den detaillierten Regelwerken festgelegt worden sein, entgegnete Ehren. Dies sei auch der Grund, warum eine zentrale Kontrollstelle oder Leitung des Blockchain nicht erforderlich sei.

Ehren beschrieb zudem einen Trend, der bereits über Blockchain in einer Riesencloud hinausgeht: Plattformen in der Wolke. Große Player – ob aus Industrie, Handel oder nun auch Logistik – seien dabei, eigene Blockchains zu erstellen. Sie hätten genug Marktmacht, um nicht in die große Cloud gehen zu müssen. Und sie könnten dann eben entscheiden, wer ins Netzwerk einbezogen werde. Auch in sozusagen privaten Blockchains sei natürlich die Offenlegung aller Daten, die Transparenz aller Player, Bedingung.

 

Weiterentwicklung: Blockchain-Plattform

Was unterscheidet die Blockchain-Plattform von den bisher von Unternehmen und speziell auch Speditionen angebotenen Plattformen, auf denen Daten etwa aus GPS-Systemen, Telematikeinheiten, Temperatur- und Erschütterungskontrollen etc. zusammenlaufen und an die zuständigen bzw. interessierten Stellen verteilt werden? Die Schnittstellenproblematik entfällt. Die Daten können durch die dezentrale Speicherung nicht gehackt werden – zumindest ist dies bisher nicht passiert – und sind sowohl sicher als auch fälschungssicher. Informationen müssen nicht erst weitergeleitet werden, sondern stehen sofort allen Playern gleichzeitig zur Verfügung. Das Datenvolumen kann durch die Kapazität so vieler Rechner bedeutend größer sein als bisher. Und Fehlerverfolgung wird einfacher. Dies sind nur einige der Vorteile, die solche weiterentwickelten Plattformen auf Basis der weiterentwickelten Blockchain-Idee bieten können.

Eine Plattform, genauer eine Job-Matching-Plattform, bietet auch BirdieMatch, das Job-Matching-Portal für Logistik, Spedition, Transport und KEP.  Auch hier ist natürlich eine Ausweitung zu einer Plattform auf Blockchain-Grundlage möglich – aber derzeit nicht geplant.