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Deutsche Transporteure verlieren im Straßengüterverkehr Marktanteile an ausländische Unternehmen


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Der Anteil der ausländischen LKWs ist weiterhin auf der Überholspur. (Foto-Quelle: Fotolia)

Seit elf Jahren hält der Trend an: Der Anteil deutscher LKW auf deutschen Autobahnen und mautpflichtigen Bundesfernstraßen sinkt gegenüber dem der ausländischen Fahrzeuge. Warum?

Waren im Jahr 2007 noch zu 65,7 Prozent deutsche LKW auf deutschen Autobahnen und mautpflichtigen Bundesfernstraßen unterwegs, so waren es im ersten Halbjahr 2018 nur noch 55,8 Prozent. Das geht aus einer im Oktober veröffentlichten Statistik des Bundesverbands Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) mit Sitz in Frankfurt am Main hervor. LKW aus EU-Staaten konnten ihren Marktanteil im gleichen Zeitraum von 18,4 Prozent auf 35,0 Prozent erhöhen. Allein auf polnische Fahrzeuge entfallen nun 17,1 Prozent. Auf 4,1 Prozent kommen tschechische LKW, rumänische Laster sind mit 3,7 Prozent beteiligt.

Der BGL sieht die Ursachen für diese Entwicklung unter anderem im anhaltenden Lohn- und Sozialkostengefälle zwischen West und Ost. Dieses manifestiere sich etwa in immer mehr deutschen Fuhrparks, die zwar im Ausland zugelassen und mit ausländischen Nummernschildern versehen wären, aber dauerhaft in Deutschland stationiert blieben. Die Fahrer dieser Fuhrparks stammten aus Mittel- und Osteuropa und würden zu dortigen Konditionen bezahlt. Sie sähen die Heimat nur alle paar Wochen oder Monate wieder mit der Folge, dass sie in der Zwischenzeit die gesamten Ruhe- und Freizeiten im LKW zumeist auf Autobahnparkplätzen verbrächten, so der BGL. Der Verband wünscht sich vermehrte Kontrollen, um Verstöße gegen die Kabotage-Regelung und das Arbeitnehmerentsendegesetz aufzudecken.

Gleichzeitig weist der BGL darauf hin, dass durch die Ausweitung der Maut auf weitere 38.000 km Bundesstraßen die nächste Statistik einen Anstieg der Verkehre mit deutschen LKW ausweisen werde. Dies sei aber nur deshalb so, weil ausländische LKW seltener auf diesen Straßen unterwegs seien.

Die Original-Pressemitteilung finden Sie hier: https://www.bgl-ev.de/web/medien/presse/article_archiv.htm&news=3307&year=2018

Geschäftslage der Transporteure hat sich kurzfristig verbessert

Ebenfalls vom BGL wird vierteljährlich eine Konjunkturanalyse durchgeführt. Im zweiten Quartal 2018 wurden 386 Unternehmen zur aktuellen Geschäftslage befragt. Im November hat der Verband dazu veröffentlicht, dass sich die Lage im deutschen Transportgewerbe im zweiten Quartal 2018 verbessert hat. Die positiven Einschätzungen der Unternehmen überwogen. Bei 9 Prozent der befragten Betriebe sank der Umsatz in den Monaten April, Mai und Juni 2018, bei 32 Prozent stiegen sie. Die Fahrzeugauslastung sank bei 5,5 Prozent der Firmen, bei 23,5 Prozent stieg sie an. 73,5 Prozent der Befragten kämpften mit gestiegenen Gesamtkosten.