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Ist digital egal für Führungskräfte in Logistik-Jobs?

Der Mensch darf im Zuge der Digitalisierung nicht vergessen werden. (Foto-Quelle: Fotolia)

Wenn es nach Managementberaterin Barbara Liebermeister geht, ja. Fast. Ihr neues Buch heißt „Digital ist egal“. Im Interview mit Wolfgang Schmitz für die „VDI nachrichten“ und den Blog „Ingenieurkarriere.de“ sagte Barbara Liebermeister im Oktober, dass sie mit dieser These zwar provozieren wolle, aber auch Wahrheit darin stecke. Allerdings bezieht sie sich nicht auf digitale Technologien zur Informationsauswertung, sondern auf unternehmensinterne Entwicklungen. Die lassen sich sicher auch für Logistik-Jobs unterschreiben.

Bei dem ganzen Wirbel um Digital Leadership, Digital Transformation und Digital Devices darf laut Liebermeister der Mensch nicht vergessen werden. Dieser sei weiterhin von persönlichen Beziehungen abhängig. Dazu gehörten auch Lob und konstruktive Kritik, die digital nur schwer zu vermitteln seien. Und ein persönliches Wort – etwa bei einem Treffen oder am Telefon – könne zudem Missverständnissen vorbeugen, etwa durch eine bestimmte Tonalität der Stimme. Für Liebermeister ticken Menschen nicht digital, so dass Digital Devices durchaus zu Fehlinterpretationen führen können.

Gleichzeitig ist auch für die Beraterin klar, dass digitales Grundwissen zwingend vorhanden sein muss bei Führungskräften. Dies gilt nicht nur für solche in Logistik-Jobs. Dafür müsse zwar nicht jeder einen Twitter Account haben, da die wesentlichen Kompetenzen einer Führungskraft auf anderen Gebieten lägen. Wohl aber ein professionelles Xing- oder LinkedIn-Profil, um Fachkenntnisse sowie Social-Media-Affinität nach außen zu transportieren.

Liebermeister zitiert im Interview eine Studie, nach der 85 Prozent der Kompetenzen, die Führungskräfte von morgen erfolgreich machten, aus dem analogen Zeitalter stammten. Das seien solch scheinbar banale Kompetenzen wie Vertrauensbildung, Wertevermittlung und strategisches Denken. Nur 15 Prozent der Kompetenzen seien ausschließlich dem digitalen Zeitalter zuzuordnen.


Das Team von BirdieMatch, dem Job-Matching-Portal für Logistik, Spedition, Transport und KEP, ist sich sicher, dass Führungskräfte in Logistik-Jobs im Rahmen des strategischen Denkens in jedem Fall die Kennzahlen festlegen müssen, für die Daten gesammelt und ausgewertet werden sollen. Hierfür sind sicher keine detaillierten Kenntnisse von Auswertungsalgorithmen erforderlich, doch die Möglichkeiten der Digitalisierung müssen Verantwortliche in Logistik-Jobs nicht nur kennen, sondern auch einschätzen können. Und welche Schlüsse dann aus den ausgewerteten Daten zu ziehen sind, ist ebenfalls Management-Aufgabe – gern zusammen mit denen, die die täglichen Arbeitsabläufe betreuen.