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Do’s and Dont’s bei der Bewerbung

Mit ein paar Grundregeln lassen sich Fehler im Bewerbungsschreiben leicht vermeiden (Foto-Quelle: Fotolia)

Eine Bewerbung schreibt man nicht ‚mal eben‘ zwischendurch – und fast niemand ist dabei routiniert. Deshalb ist es wichtig, konzentriert ans Werk zu gehen, Fehler zu vermeiden und mit den eigenen Stärken zu punkten. Worauf Sie dabei unbedingt achten sollten? Das zeigt Ihnen unser Gastautor Christian Scherer, Online-Marketing-Manager und Bewerbungsexperte bei richtiggutbewerben.de, indem er die wichtigsten Do’s und die fatalsten Dont’s zeigt, damit Sie diese Fehler in der Bewerbung umgehen.

Auf Stärken setzen, positiv überzeugen

Im Wort Bewerbung ist bereits enthalten, worauf es ankommt: Der Jobsuchende macht Werbung – und zwar für sich selbst. Wie ein Unternehmen, das ein Produkt präsentiert und versucht, Kunden von sich zu überzeugen, möchte der Bewerber seine Vorzüge zeigen. Damit Ihnen genau das gelingt, sollten Sie folgende Tipps unbedingt beachten, um zu punkten:

#1: Anschreiben und Lebenslauf auf Stelle zuschneiden

Es ist natürlich wichtig, dass das Bewerbungsschreiben erklärt, warum Sie sich genau auf diese Stelle und genau bei diesem Unternehmen bewerben. Sie können kurz und prägnant einige Informationen, die Sie herausgefunden haben, einbringen, sodass der Leser sieht, dass Sie kein standardisiertes Massenanschreiben benutzen und dass Sie den Job wirklich wollen – schließlich investieren Sie Zeit und Mühe. Genauso wichtig ist es aber auch, den Lebenslauf anzupassen. Das versäumen allerdings die meisten Bewerber, weil sie denken: „Mein Lebenslauf ist doch immer derselbe. Warum soll ich den denn für jede Bewerbung ändern?“ Allerdings können je nach Stelle, auf die Sie sich bewerben, andere Details entscheidend sein. In jeder Ausschreibung werden Qualifikationen genannt, die der Interessierte mitbringen soll. Und auch wenn Sie sich immer auf ähnliche Stellen bewerben, variieren diese Punkte. Sie sollten, wenn Sie diese Kenntnisse mitbringen, auch im Lebenslauf erwähnen, wann und wo Sie diese erworben haben. Doch dazu mehr weiter unten!

#2: Zusätzliche Informationen beschaffen

Zur Recherche gehört nicht nur der Weg zur Unternehmens-Homepage, sondern auch die Suche nach weiteren Details: Dazu kann man Medienberichte checken oder beispielsweise einen persönlichen Ansprechpartner herausfinden. Ein Anruf kann Wunder wirken! Sie bringen sich nicht nur ins Gedächtnis und zeigen Engagement, sondern erfahren vielleicht auch noch Einzelheiten zur Stelle oder den Bewerbungsprozess, die nicht in der Anzeige stehen.

#3: Lebenslauf aussagekräftig gestalten

Sie haben oben bereits gelesen, dass Sie Ihre besonderen Kenntnisse und Qualifikationen im Lebenslauf erwähnen und je nach Bewerbung anpassen sollten, um den Leser von Ihnen zu überzeugen. Dazu gehört, dass Sie nicht nur die Unternehmen, Zeiträume und Stellenbezeichnungen, die Sie schon ausgeübt haben, niederschreiben, sondern auch konkrete Tätigkeiten nennen. Welche Aufgaben haben Sie im Detail übernommen? Welche Techniken haben Sie gelernt und täglich angewendet? Hatten Sie vielleicht Führungsaufgaben inne? Diese Punkte machen den Lebenslauf erst interessant und für den Leser aussagekräftig.

#4: Unterstützung suchen

Vier Augen sehen immer mehr als Zwei.‘ Dieses Sprichwort gilt bei so wichtigen Unterlagen wie der Bewerbung besonders. Deswegen sollten Sie unbedingt einen Freund oder die Familie noch einmal über Ihre Unterlagen schauen lassen, bevor Sie die Bewerbung abschicken. Nur wenn keine Rechtschreib- oder Grammatikfehler enthalten sind, hat die Bewerbung wirklich eine Chance auf Erfolg. Wer schon bei der Erstellung der Unterlagen Probleme hat und Hilfe sucht, kann sich auch an einen professionellen Bewerbungsservice wenden und bei erfahrenen Experten Unterstützung finden.

#5: Dem Personaler die Arbeit erleichtern

Recruiter, Personaler oder Chefs auf Personalsuche haben viel zu tun: Sie koordinieren die Bewerbungsphase, müssen dutzende Unterlagen checken und vor allem viel Papierkram erledigen. Bewerber, die diesen Arbeitsaufwand erhöhen, sind natürlich nicht gerne gesehen. Aus diesem Grund sollten Sie alles tun, um dem Leser direkt die Informationen zu präsentieren, die er haben will: Verschicken Sie die Bewerbung in einer einzigen Datei im PDF-Format, gestalten Sie Ihre Unterlagen übersichtlich und senden Sie keine unnötigen Zeugnisse im Anhang mit. Die letzten 3 Arbeitszeugnisse reichen meist aus, für Ihr Schulzeugnis interessiert sich nach Ausbildung oder Studium und vielen Jahren im Berufsleben niemand mehr.

Sich Zeit nehmen, Fehler vermeiden

Fehler sind der Killer jeder Bewerbung, doch manche Fehler sind nicht so offensichtlich wie Rechtschreib- oder Grammatikmängel – sind aber genauso schwerwiegend. Folgende Fehler, sollten Sie auf jeden Fall vermeiden, um sich nicht selbst ins Abseits zu manövrieren:

#1: Niemals Musterbewerbungen benutzen

Ein Kardinalsfehler, die Sie auf keinen Fall begehen sollten, ist leichtsinnig zu werden, wenn es um die Bewerbung geht. Im Internet gibt es hunderte Vorlagen für Bewerbungsunterlagen, die womöglich perfekt auf Ihren Job und Ihre Branche passen. Aber lassen Sie sich nicht verleiten: Personaler und Recruiter kriegen täglich dutzende Bewerbungen auf den Tisch – und kennen mittlerweile wohl jede Vorlage auswendig. Das kommt natürlich nicht gut an, verzichten Sie also lieber darauf, Musterbewerbungen aus dem Internet herunterzuladen.

#2: Hektik hilft nie

Eine gute Bewerbung braucht Zeit. Wenn jemand angibt, dass er eine Bewerbung in 10 Minuten fertigmacht, können Sie ihm gratulieren, sollten sich aber kein Beispiel daran nehmen. Denn diese Bewerbungsunterlagen können nicht von Erfolg geprägt sein. Wer schnell und hektisch arbeitet, neigt zu Fehlern. Und Fehler sind Erfolgs-Killer!

#3: In der Bewerbung keine schmutzige Wäsche waschen

Wenn Sie begründen wollen, warum Sie einen neuen Job suchen oder den Alten verlassen möchten, sollten Sie auf keinen Fall über den letzten Arbeitgeber herziehen oder für den Wechsel verantwortlich machen – auch wenn dies natürlich der Fall sein kann. Es kommt aber, vor allem weil der Gegenüber meist selbst Chef ist, nie gut an und wirft kein gutes Licht auf Sie. Zu einem Streit gehören doch meistens zwei Seiten.

#4: Lücken im Lebenslauf „beschönigen“

Eine Lücke im Lebenslauf stört. Aus diesem Grund lassen sich Bewerber (und so mancher „Bewerbungstrainer“) kreative Formulierungen einfallen, um diese Lücken zu beschönigen oder einfach zu verschweigen. Doch da sollten Sie unbedingt aufpassen: Wenn Sie Ihre vier Monate, die Sie arbeitslos waren, einfach weglassen, wird dies auf jeden Fall auffallen. Seien Sie lieber positiv und schreiben, dass Sie „Arbeit suchend“ sind. Sie waren nach Ihrem Abschluss sechs Monate in Australien oder sind durch Asien gereist? Dann schreiben Sie ruhig „Work-and-Travel Aufenthalt in XYZ“. Eine „Bildungsreise zur sprachlichen und kulturellen Weiterbildung“ nimmt Ihnen nämlich niemand ab. Personaler und Recruiter wissen genau, wie bestimmte Lücken einzuordnen sind. Legen Sie lieber die Karten offen auf den Tisch und zeigen Sie, dass Sie die Lücken erklären können und nicht nur faul auf der Couch lagen, sondern sich um Arbeit bemüht oder sogar weitergebildet haben.

#5: Verspätung

Wer zum Bewerbungsgespräch ohne (und manchmal sogar mit) Erklärung zu spät kommt, hat verloren – und keine Chance auf den Job. Genauso sieht es aus, wenn die Bewerbung zu spät eintrifft. Frist ist Frist! Vor allem, wenn bereits ausreichend andere gute Bewerbungen eingetroffen sind. Halten Sie sich also unbedingt an die Bewerbungsfrist. Falls eine Stellenanzeige noch Online ist, obwohl die Frist bereits abgelaufen ist, können Sie aber natürlich beim Unternehmen und nach dem Grund fragen. Vielleicht haben Sie auch Glück und der Auswahlprozess hat noch nicht begonnen. Verlassen Sie sich aber nicht darauf.