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Vorstellungsgespräch: Beim Dresscode kommt es auch auf die Schuhe an


DresscodeVorstellungsgespraech
Die Schuhe entscheiden bei M. Gleissner darüber, wem er eine Probefahrt im Rolls-Royce genehmigt. (Foto-Quelle: Fotolia)

Die Frage nach der passenden Kleidung für ein Bewerbungsgespräch ist berechtigt. Schließlich machen Kleider Leute. Daran hat sich bis heute nichts geändert.

Michael Gleissner, laut „Spiegel online“ und „Manager-Magazin.de“ einer der erfolgreichsten Rolls-Royce-Händler Europas, hat diesen Medien verraten, wer bei ihm eine Probefahrt mit einem seiner edlen Gefährte buchen kann und wer nicht: Gleissner achtet auf die Schuhe! Sind diese teuer, ist meist auch eine Probefahrt möglich. Wenn nicht, geht er von Menschen ohne ernsthaftes Kaufinteresse aus, die „einfach nur gratis auf dicke Hose machen“ wollen. (Die ganze Geschichte: http://www.manager-magazin.de/unternehmen/autoindustrie/rolls-royce-a-1142296.html?xing_share=news)

Bei einem Vorstellungsgespräch geht es um mehr als eine Probefahrt. Entsprechend ernst sollten Sie die Kleidungsfrage nehmen. Denn Unternehmen wollen auch an der Kleidung der Kandidaten ablesen können, dass diese die Situation ernst nehmen und die Möglichkeit, sich vorstellen zu können, wertschätzen. Das hat eine Umfrage ergeben, die kürzlich im Karriere-Magazin der DVZ – Deutsche Verkehrs-Zeitung veröffentlicht wurde (https://www.dvz.de/print).

1. Putzen

Zurück zu den Schuhen: Die meisten der befragten Unternehmen haben im Alltag zwar nichts gegen Sneakers, aber ordentlich müssen sie sein. Manchmal sind auch Sandalen erlaubt, Flipflops allerdings nicht. Zum Vorstellungsgespräch sind geputzte Schuhe und Socken Pflicht. Ordentlich bedeutet bei Schuhen auch, dass die Absätze nicht abgelaufen sein dürfen. Je formeller die Oberbekleidung ist, desto formeller haben auch die Schuhe zu sein – bis hin zur Farbe und bis hin zu geschlossenen Pumps für Frauen, deren Absatz mittelhoch (etwa 6 cm) sein sollte, und passenden Feinstrumpfhosen.

2. Waschen, schneiden, bügeln

Sauber muss auch der Mensch sein, der in der Kleidung steckt. Bis zu den Haarspitzen und unter den Fingernägeln. Dies gilt für den Arbeitsalltag wie für das Bewerbungsgespräch. Ob es dann beim ersten persönlichen Auftritt in einem Unternehmen normale Sachen sein dürfen oder tatsächlich ein formelles Business-Outfit inklusive Krawatte oder blickdichter Strumpfhose angebracht ist, hängt vom Job ab, auf den Sie sich bewerben. Die Farbe der Kleidung sollte zum persönlichen Typ passen – und der Gürtel oder die Handtasche zu den Schuhen. Und: Die Socken sind weder weiß noch sind Comicfiguren darauf zu sehen. Diese gehören auch nicht auf die Krawatte…

Apropos Haarspitzen: So angesagt ein Männerdutt sein mag: Personaler sehen bei Männern am liebsten eine klassische Frisur. Wenn lange Haare, dann zusammengebunden. Bei Frauen dagegen ist neben dem Pferdeschwanz auch der Dutt eine gute Wahl, um langes Haar zu bändigen. Frisuren, bei denen das Haar ständig aus dem Gesicht geschüttelt oder gestrichen werden muss, sind irritierend.

Zu „sauber“ gehört auch, weder nach Schweiß noch nach Alkohol, Dope, Zigaretten, Zwiebeln, Knoblauch oder Abgestandenem zu riechen. Daher sollten sowohl ein sauberes Ersatzoberteil als auch Deo-Tücher sowie Pfefferminz (auf gar keinen Fall bei Start des Gesprächs noch im Mund erlaubt!) neben einem Taschentuch für die Schuhe und den Bewerbungsunterlagen in der Aktentasche stecken. Vorbereitung ist also auch auf dieser Seite erforderlich – und beruhigt die Nerven. Übrigens: Um Schweißgeruch zu vermeiden, sollte man auf Oberteile aus Polyester verzichten.

3. Der angestrebten Position angemessen auftreten

Daraus lässt sich sicher bereits schließen: Shorts, Jogginghosen, Strand- und offenherzige Kleidung – auch Spaghettiträger – sowie Caps sind in den meisten Unternehmen tabu – und erst recht im Vorstellungsgespräch. Für junge Bewerber wie angehende Auszubildende oder Studenten gelten in vielen Speditionen saubere Jeans, weißes Hemd oder Bluse und möglicherweise ein Sakko oder ein Blazer als angebracht. Anzüge oder Kostüm sind in dieser Situation laut Umfrage offenbar eher die Ausnahme. Muss betont werden, dass die Jeans nicht nur sauber, sondern heil – weder destroyed noch ripped etc. – sowie dunkel sein sollte?

Andere Gepflogenheiten gelten vor allem bei der Bewerbung um Positionen, in denen Kundenkontakt die Tagesordnung bestimmt, wie etwa im Bereich Sales oder bei Führungskräften, geht aus der Umfrage hervor. Hier verlangen die meisten der befragten Unternehmen angemessene Kleidung im Business-Stil. Dies heißt mindestens Jackett, meist Kostüm oder Anzug. Ob mit oder ohne Krawatte, hängt von der jeweiligen Unternehmenskultur ab. Je höher die Position, desto dunkler der Farbton und desto weniger Muster, ist eine allgemeine Regel.

Stellen Sie sich immer die Frage: Wie möchte ich wahrgenommen werden? Dieses Thema ist besonders für Frauen wichtig, weiß Daniela Dettenrieder, Account Managerin bei BirdieMatch, dem Job-Matching-Portal für die Logistikwelt. „Sexy oder kompetent wirken: Sie haben die Wahl. Das fängt bei den Schuhen an, geht über die Rocklänge, die Zahl der geöffneten Blusenknöpfe, den Spannungsgrad der Bluse über der Brust, bedeckte oder unbedeckte Schultern, Schmuck und Schminke bis hin zu Haarlänge und Frisur. Leider wird ein sehr feminines Äußeres selten mit Kompetenz oder gar Führungsstärke in Verbindung gebracht.“

4. An anderen orientieren

Auch die Größe eines Unternehmens ist ein Anhaltspunkt für die Kleiderwahl. Bernd Vögele, Geschäftsführer der Personalberatung Dunkel, Vögele & Associates und von BirdieMatch: „Je größer ein Unternehmen ist, desto konventioneller ist häufig der Kleidungsstil.“ Dies sei allerdings auch davon abhängig, ob man in der Zentrale oder an einem lokalen kleineren Standort arbeite.

Es ist etwas dran an Sprüchen wie: „Kleider machen Leute“. Oder auch: „Dress for success“. Nicht für den Job anziehen, den Sie haben, sondern für den, den Sie eines Tages haben möchten. Nie sollten Sie sich durch Kleidung herabsetzen. Mit Kleidung kann man sich hervorheben, als kompetent und ordentlich darstellen und somit auch besser verkaufen. Daniela Dettenrieder empfiehlt: „Je länger die Haare, desto klassischer sollte die Kleidung sein.“

5. Vorher informieren

Anhaltspunkte für die jeweils angemessene Kleidung bieten die Kollegen in der neuen Abteilung – oder die bzw. der, die Sie als berufliches Vorbild empfinden. Und wenn man die neuen Kollegen noch nicht kennt? Dann können Sie sich an der Homepage eines Unternehmens orientieren. Sind dort alle Führungskräfte und Mitarbeiter mit Anzug und Krawatte abgelichtet, sollten Sie sich beim Vorstellungsgespräch daran halten. Noch besser: vorher danach fragen. Dies ist nicht peinlich, sondern zeigt Interesse am Unternehmen – und bewahrt vor Fettnäpfchen. Weitere Möglichkeit: Morgens oder abends den Unternehmenseingang beobachten und checken, wie die Mitarbeitenden angezogen sind.

Kaum Probleme im Arbeitsalltag haben meist gewerbliche Mitarbeitende. Für sie ist häufig Arbeits- und Sicherheitskleidung vorgeschrieben. Allerdings sind Poloshirts mit Firmenlogo auch bei vielen kaufmännischen Mitarbeitern durchaus beliebt.

6. Passend gekleidet reicht nicht

Wichtiger als die Kleidung ist vielen Personalern laut Umfrage, dass Bewerber im Vorstellungsgespräch authentisch sind. Verkleiden oder lügen gilt also nicht. Sie müssen Ihren Stil auch künftig durchhalten können, ob Kleidung oder Arbeitsmoral oder Vorlieben. Und: Für viele befragte Personalverantwortliche kommt es neben angemessener Kleidung und guter Gesprächsvorbereitung auch auf die Einhaltung von Benimmregeln an wie ausreden lassen und Blickkontakt halten.

P.S.: Wenn Sie wissen möchten, was unter Begriffen wie „business casual“ oder „business attire“ steckt und wann der Smoking Pflicht ist, finden Sie hier Rat: https://karrierebibel.de/dresscodes/