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Fachkräftemangel für Logistik-Jobs

Ewiges Thema: Der Fachkräftemangel in der Logistik. (Foto-Quelle: Fotolia)

Logistiker suchen in allen Bereichen händeringend nach Arbeitskräften und haben Schwierigkeiten, offene Stellen zu besetzen. Das ging aus der Umfrage der Bundesvereinigung Logistik (BVL) hervor, die der Verein 2017 durchgeführt hat, und hat sich nun bei einer kleinen Umfrage des BVL erneut bestätigt.  Wo liegen die Ursachen und was kann dagegen getan werden?

Die Kurzumfrage ergab, dass der Fachkräftemangel in der Logistik für 90 Prozent der Befragten weiterhin zu spüren ist. Zudem sind 64 Prozent der Ansicht, dass der Hauptgrund dafür die Arbeitsbedingungen sowie die Bezahlung in der Logistik sind. Im Vergleich zur Vorjahresumfrage ist dies eine Steigerung um etwa 22 Prozent. Zu den Ergebnissen: www.bvl.de/fachkraefteumfrage

Gleichzeitig hat die Studie „Best Recruiters“ der österreichischen Kommunikationsagentur GPK ergeben, dass die Logistik- und Transportbranche Ihre Anstrengungen zur Personalgewinnung verstärkt. Sie ist im Ranking der 27 untersuchten Wirtschaftssektoren von Platz 14 auf Platz 10 geklettert. Für die Untersuchung wird pro Jahr bei 400 großen Arbeitgebern in Deutschland, Österreich und der Schweiz die Qualität der Maßnahmen zur Personalgewinnung getestet.

1. Bewerberansprache verbessern

Ob Karriere-Website, Mobile Recruiting, Social Web, Online-Stellenausschreibungen, Bewerbungsresonanz, Nutzerfreundlichkeit der Recruiting-Seiten im Bewerbungsprozess, Initiativen im Talent Relationship Management oder Reaktionen auf die Kontaktaufnahmen von Kandidaten per E-Mail und über soziale Medien: Egal, über welchen Weg Bewerber an ein Unternehmen herantreten, müssen vier Regeln für den Response gelten: einfach, schnell, freundlich und zielgerichtet.

Während deutsche Personaler Kandidaten besonders gut über Karriere-Websites, das Social Web und Mobile Recruiting ansprechen, fehlen ihnen Wertungspunkte im direkten Umgang mit Kandidaten und bei Stellenausschreibungen.

Speziell die Logistiker liegen bei der Beantwortung von E-Mail-Anfragen und der Nutzung von Social-Media-Kanälen vorn. Laut Studie setzen Arbeitgeber in der Logistik soziale Medien im Recruiting generell häufiger ein als andere Branchen. Besonders auf Xing und Facebook seien sie aktiv. Allerdings verschenkten sie Chancen, weil sie nur unregelmäßig auf Massenger-Nachrichten antworteten. Das schrieb Studienleiterin Agnes Koller Ende August in der DVZ Deutsche Verkehrs-Zeitung.

Maßnahmen sind:

-          Führen Sie eine Qualitätssicherung im Response ein. Alle Kanäle, die eine Kontaktaufnahme ermöglichen, müssen regelmäßig kontrolliert und die eingegangenen Anfragen beantwortet werden. Gleichzeitig sind Bewerber über den Eingang ihrer Unterlagen zu informieren mit ungefährem Termin (Woche xy), wann sie eine Antwort erhalten werden.

-          Gestalten Sie die Website und speziell Ihre Karriere-Website nutzerfreundlich. Barrieren führen dazu, dass sich potenzielle Bewerber schnell wieder verabschieden.

-          Nutzen Sie Stellenanzeigen als Personalmarketing-Werkzeug, indem Sie sowohl Anforderungen als auch Anreize nennen.

-          Überladen Sie Anzeigen nicht. Überlegen Sie genau, was der neue Mitarbeiter tatsächlich können muss.

2. Vorteile bekannter machen

Es mag sein, dass die Bezahlung in der Logistikbranche geringer ist als in anderen Bereichen. Doch andererseits kann die Logistik mit Vorteilen punkten, die andere Wirtschaftszweige nicht zu bieten haben. Aber sie tut es zu selten.

Arbeiten sollten Sie an:

-          der Karriere-Website. Sie ist meist der erste Kontakt zwischen Kandidaten und Unternehmen. Daher sollten hier mehr Informationen zu finden sein wie

> Einblicke ins Unternehmen, etwa durch Videos zu bestimmten Tätigkeitsbereichen, Interviews mit Verantwortlichen, Mitarbeitern und Azubis etc.

> die Unternehmensziele und –werte

> Entwicklungsmöglichkeiten für Mitarbeiter

> Zusatzleistungen.

-          der Mehrsprachigkeit der Seite. Dies nutzen bereits viele Logistiker, um auf die Internationalität des Unternehmens hinzuweisen und die Bewerberbasis zu vergrößern.

-          Verweise und Links einbauen. Auf allen genutzten Kanälen sollten Sie auf die ausgefeilte Karriere-Website hinweisen.

3. Direkten Kontakt ermöglichen

Ein Kritikpunkt vieler Kandidaten ist laut Studie, dass auf den verschiedenen Portalen, auf denen um Mitarbeiter geworben wird, kein direkter Ansprechpartner mit Telefonnummer und E-Mail-Adresse angegeben ist. Dies macht nur ein Drittel der Unternehmen, geht aus der Studie hervor. Dabei schafft die Kontaktangabe Vertrauen und Verbindlichkeit und senkt die Hemmschwelle, sich direkt an das Unternehmen mit Fragen zu wenden.

Im Ranking von Best Recruiters im Bereich Verkehr, Transport und Logistik führt Schenker Deutschland und liegt im Gesamtranking auf Platz 22. Dem Unternehmen folgt Lufthansa (gesamt: Platz 53) vor Dachser (gesamt: Platz 78) und Deutsche Post DHL sowie der Deutschen Bahn (gesamt: Platz 179). Als Branche liegt die Logistik knapp über dem Durchschnitt aller deutschen Unternehmen. Sie erreicht 56 von 100 Punkten gegenüber dem Schnitt von 55 Punkten.