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Kernaussagen des BirdieMatch-Gehaltsreports für Logistik-Jobs

Im BirdieMatch Gehaltsreport geht es nicht nur ums Geld… (Foto-Quelle: Fotolia)

50 Seiten sind eine Menge Lesestoff. Die Kernaussagen der Gehaltsstudie von BirdieMatch für Logistik-Jobs haben wir für Sie zusammengefasst.

In der vergangenen Woche ist die erste Gehaltsstudie speziell für Logistiker von BirdieMatch, dem Job-Matching-Portal für Spedition, Transport, Logistik und KEP, erschienen. Der Report ist gleichzeitig die erste Job-Matching-Studie überhaupt. Die Kernaussagen des Gehaltsreports sind:

    • EIN GEFÄLLE DER GEHÄLTER ZWISCHEN ALTEN UND NEUEN BUNDESLÄNDERN IST KLAR ZU ERKENNEN. In Ostdeutschland wird noch immer deutlich weniger bezahlt als in Westdeutschland – egal, ob der Norden, die Mitte oder der Süden zum Vergleich herangezogen werden. Dagegen lässt sich nicht belegen, dass Mitarbeiter im Norden weniger verdienen als im Süden.

    • FRAUEN VERDIENEN IN DER REGEL WENIGER ALS MÄNNER IN DER LOGISTIKBRANCHE. Bemerkenswert ist, dass bereits die Gehaltswünsche der Kandidatinnen für ihren ersten Job nach der Ausbildung oder dem Studium deutlich niedriger liegen als die der männlichen Bewerber. Dies kann sowohl auf falsche Bescheidenheit als auch auf eine realistischere Einschätzung der Möglichkeiten für Berufseinsteiger hinweisen.

    • KÖNNEN DIE BEWERBER WÄHLEN, MÖCHTEN VIELE VON IHNEN GERN FLEXIBLE ARBEITSZEITEN, EINEN FIRMENWAGEN, BETRIEBLICHE ALTERSVORSORGE, MÖGLICHKEITEN ZUM ARBEITEN VON ZUHAUSE AUS UND COACHING-PROGRAMME. Unternehmen bieten zum Teil vor allem andere Benefits wie Parkplätze oder Mitarbeiter-Events als Zugaben zum ausgeschriebenen Job an.

    • EIN STUDIUM ODER EINE FORTBILDUNG HABEN SICH BISHER FÜR LOGISTIKER FINANZIELL NICHT IN ALLEN BERUFSGRUPPEN GELOHNT.

    • BERUFSERFAHRUNG WIRD VOR ALLEM FÜR LEITUNGS- UND FÜHRUNGSPOSITIONEN VORAUSGESETZT.

    • IN WELCHEM GESCHÄFTSFELD MAN AM BESTEN VERDIENT, LÄSST SICH NICHT EINDEUTIG SAGEN. In den meisten Fällen bieten die Bewerber Kenntnisse an, die weit über einen einzelnen Verkehrsträger hinausgehen. Und auch die Stellenausschreibungen beziehen sich nicht überwiegend allein auf einen Verkehrsträger.

    • HÄUFIG LIEGEN DIE ANGABEN DER BEWERBER ZU IHREM AKTUELLEN GEHALT ÜBER DEN GEBOTEN FÜR DIE OFFENEN POSITIONEN.

Interview mit Bernd Vögele

Bernd Vögele, einer der beiden Geschäftsführer von BirdieMatch, kommentiert die Kernaussagen und weitere Resultate der Studie zu Logistik-Jobs wie folgt:

Herr Vögele, welches der Ergebnisse der Studie hat Sie überrascht?

„Das sind zwei: Die mögliche Tiefe der Auswertung ist etwas, das es bisher noch nicht gab. Sobald das Datenvolumen noch größer ist, können wir Kandidaten und Unternehmen noch besser beraten, ob sie mit ihren Ansprüchen und Angeboten bei ihren speziellen Kenntnissen bzw. Anforderungen marktkonform sind. Darüber hinaus ist es ganz wunderbar, dass wir durch die Untersuchung der „Heart Skills“ künftig Unternehmen auch sagen können, mit welchen weiteren Vorteilen neben dem Gehalt sie Bewerber für sich gewinnen können.“

Sind solche Anreize denn notwendig?

„Auf jeden Fall. Für ein ähnliches Gehalt wie bisher wechselt kaum jemand das Unternehmen oder gar noch dazu das Bundesland. Unsere Erfahrung besagt, dass die damit zusammenhängenden Unwägbarkeiten den Kandidaten zu groß sind. Benefits könnten neben größeren finanziellen Anreizen hier Abhilfe schaffen. Hinzu kommt, dass gerade begehrte Logistiker auch mal aus ihrem bisherigen Unternehmen herausgekauft werden müssen – und das nicht nur mit Geld, sondern etwa mit Privilegien, Dienstwagen und ähnlichem. Hier ist es gut zu wissen, welche „Heart Skills“ bei den Kandidaten besonders hoch im Kurs stehen.“

Und welche Ergebnisse des BirdieMatch-Gehaltsreports haben Sie so erwartet?

„Meine langjährige Erfahrung als Personalberater bestätigt viele Resultate der Studie: Die Gehälter unterscheiden sich je nach erforderlicher Qualifikation beziehungsweise je nach Kenntnisstand und Erfahrung der Kandidaten. Ebenso spielt der Arbeitsort eine Rolle. In Regionen mit Vollbeschäftigung oder in größeren Städten wird häufig mehr bezahlt als beispielsweise in ländlichen Bereichen. Das sind einige der Gründe, warum die Gehaltsschere auf dem Stellenmarkt der Logistik so weit auseinander klafft.“

Können Sie aus Ihrer Erfahrung heraus auch etwas zu den Gehaltsunterschieden zwischen Männern und Frauen sagen?

„Nein. Wir betreuen bedauerlicherweise verhältnismäßig wenig Frauen im Rahmen unserer Beratung. Das Ergebnis der Studie verwundert mich trotzdem nicht.“

War Ihnen schon bekannt, dass sich ein Studium für viele Logistik-Jobs bisher nicht gelohnt hat?

„Ja. Aber das ändert sich seit einigen Jahren. Bisher waren Studienabschlüsse nur für weiterführende Positionen, in denen fundierte betriebs- und volkswirtschaftliche Kenntnisse erforderlich sind, interessant. Die Kandidaten mit „Management-Genen“ kommen auch heute noch zumindest monetär oft ähnlich weit. Aber der „akademische Vorsprung“ wird immer wichtiger. Ein akademischer Grad schmückt einerseits die Geschäftsführung und ist andererseits gewünscht, um mit dem Gegenüber bei den Auftraggebern auf Augenhöhe sprechen zu können. Hier gehe ich davon aus, dass die Ergebnisse des BirdieMatch-Gehaltsreports in den nächsten Jahren dieser Entwicklung Rechnung tragen werden.“

Was sagen Sie dazu, dass die von den Kandidaten angegebenen Gehälter oft über denen liegen, die von den Unternehmen für die offenen Positionen genannt werden?

„Diese Information kann auch darauf hinweisen, dass Bewerber immer gern etwas höhere Gehälter angeben als sie letztendlich tatsächlich verdienen. Dies passiert in der Personalberatung auch. Kandidaten hoffen, sich so ein Polster für die konkreten Verhandlungen zu schaffen.“

Hier erfahren Sie mehr

Die gesamte Studie steht Ihnen zum Download kostenlos zur Verfügung unter: www.birdiematch.de/logistik-jobs-gehaltsvergleich