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„Ich bin ein Konzernmensch!“ So finden Sie den Logistik-Job, der zu Ihnen passt

Hoch hinaus im Konzern – oder lieber mittelständisches Speditionsunternehmen?

Weltkonzern oder Hidden Champion? Metropolregion oder Pampa? Kantine oder Kaffeeküche? Matrixorganisation oder patriarchalische Struktur? Oder vielleicht doch der Inkubator eines Startups? Wer sich fragt, in welche Richtung der Berufsweg als Logistiker führen soll, steht nicht nur vor einer schier unüberschaubaren Zahl von Einstiegs- und Aufstiegsmöglichkeiten. Damit verbunden ist auch die Frage nach der Unternehmensform, die in den häufigsten Fällen zugleich eine Frage der Unternehmensgröße sein wird.

Im Hinblick auf die Unternehmenskultur kann außerdem die Frage nach der Branche wichtig sein: Als Logistiker eines internationalen Chemiekonzerns oder in der Logistikbranche selbst findet man in der Regel eine konservativ geprägte Arbeitswelt vor. Beim Betreiber einer Frachtenbörse wird man sich eher in der krawattenfreien Zone befinden, obwohl das Fehlen des Kulturstricks mittlerweile auch in Dax-Konzernen zur neuen Vorstands-Attitüde gehört. Nichts desto trotz wird es schwieriger sein, sich mit Daimler-Chef Dieter Zetsche in der Kaffeeküche über den bevorstehenden Sommerurlaub zu unterhalten oder über den Fortschritt des aktuellen Projekts E-Mobilität.

Die Frage ist: Wie definiere ich meinen persönlichen Wohlfühlfaktor?

Es ist also eine Frage der eigenen Mentalität und Fähigkeiten, aber auch der Wünsche und Ziele, die man mit seinem Berufsweg als Logistiker verbindet. Und auch die Rahmenbedingungen für den persönlichen „Wohlfühlfaktor“ zählen. Während sich der introvertierte Fachspezialist eher in einem Konzern zuhause fühlt, der seine Mitarbeiter durch eine strukturierte Personalentwicklung fördert, ist dem kommunikationsstarken Kandidaten unter Umständen die Gestaltungsfreiheit in einem hierarchiefreien Raum lieber. Wichtig ist, sich zu fragen: Passt das? Passt das Jobangebot tatsächlich zu meiner Persönlichkeit, zu meinen Vorstellungen von einem spannenden Berufsleben und inspirierenden Arbeitsumfeld?

Übliche Stellenanzeigen werden darauf keine Antwort geben. Und auch auf der Website eines Unternehmens wird man zu vielen Themenbereichen nur Allgemeinplätze finden, die wenig darüber aussagen, ob die Welt, die das Unternehmen beschreibt, tatsächlich den Raum zur Entfaltung der persönlichen Talente bietet.

Einen anderen Weg beschreitet das Job-Matching-Portal BirdieMatch. Das Online-Portal zeichnet allein über die Definition von 500 Job-Kriterien, die mit dem Arbeitgeberprofil gematcht werden, ein genaues Bild des Arbeitgebers, der über das Portal passende Kandidaten für seine Vakanzen sucht. So lässt sich bereits in der Frühphase der Neu- oder Umorientierung herausfinden, ob ein Unternehmen tatsächlich das verspricht, was man von seiner beruflichen Zukunft erwartet.

Unternehmenskultur bestimmt, wie Mitarbeiter denken, handeln und wie innovativ sie sind

Allein schon der Aspekt Unternehmenskultur kann entscheidenden Einfluss auf die persönliche Weiterentwicklung haben. „Unternehmenskultur bestimmt, wie Mitarbeiter im Unternehmen denken, handeln, wie innovativ sie sind. Unternehmenskultur beeinflusst wie Entscheidungen getroffen werden, wie Konflikte ausgetragen werden, und ob Veränderungen umgesetzt werden“, sagt die Karlsfelder Unternehmensethnologin Dr. Katrin Roppel. „Es geht vor allem um grundsätzliche Fragen des täglichen Miteinanders. Unter Unternehmenskultur versteht man die geteilten Annahmen, Werte und Einstellungen der Mitarbeiter, als auch wichtige Aspekte der Arbeitsumgebung, die diese Einstellungen beeinflussen und reflektieren“, so Roppel.

Es gibt so viele unterschiedliche Unternehmenskulturen wie es Unternehmen gibt. Wie effektiv eine Kultur ist, hängt vom Markt, von den Strategien und der Belegschaft ab, sagt Roppel. So kann die erfolgreiche Kultur eines Unternehmens katastrophal für ein anderes sein. Es gibt nicht die optimale Kultur und daher auch keinPatentrezept. Genauso wenig lässt sich pauschal sagen, die Kultur in kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) sei grundsätzlich besser als in Konzernen. Jedoch:_Einer Studie des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales zufolge wird die Kultur in kleinen und mittleren Unternehmen von Mitarbeitern besser erlebt als in großen Firmen.

Bei inhaber- oder familiengeführten kleinen und mittelständischen Unternehmen existieren meist persönliche Beziehungen zwischen Belegschaft und Management und die Kultur ist durch den Inhaber oder die Unternehmerfamilie geprägt, die ihre eigenen Werte gegenüber ihren Mitarbeitern pflegen. Ein Wertesystem wirkt handlungsleitend für die Mitarbeiter und erleichtert die Identifikation mit dem Arbeitgeber.

Mit zunehmender Unternehmensgröße schwindet die Vertrautheit

In KMU besteht enger Kontakt zu Kunden, Vorstand und Eigentümern. Entscheidungen müssen und können dort schneller getroffen werden, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Anders in Konzernen, wo es aufgrund unterschiedlicher Entscheidungsträger oft zu längeren Abstimmungsprozessen kommt. Auch in puncto Veränderungs- und Reaktionsfähigkeit haben kleinere Unternehmen die Nase vorn. Informationen werden aufgrund belastbarer persönlicher Beziehungen und persönlicher Kommunikation über Hierarchieebenen und Bereichsgrenzen hinweg schneller weitergegeben.

Mit zunehmender Größe, Komplexität und Arbeitsteilung eines Unternehmens schwindet die funktionale Vertrautheit und es treten formellere Abläufe wie Verträge und wechselseitige Überwachung an deren Stelle. Bilden sich Subkulturen in kleinen oder mittleren Unternehmen, lassen sich Kommunikationsprobleme oder Konflikte leichter informell lösen. In größeren Unternehmen, wo sich Mitarbeiter über Abteilungsgrenzen hinweg nicht mehr kennen, führt der Verlust funktionaler Vertrautheit oft zu Missverständnissen und bürokratischen Prozessen, was die Zusammenarbeit erschwert und nicht selten zu Abteilungskonflikten führt.

Eine klare Empfehlung für oder gegen einen Konzern oder eine kleines, mittelständisches Unternehmen kann es nicht geben. Daher ist es umso wichtiger, im Vorfeld herauszufinden, ob der zukünftige Arbeitgeber zu den Fähigkeiten und der Persönlichkeit des Kandidaten passt.