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Welcher Logistik-Job macht krank?

Im Schnitt war ein krank Gemeldeter in 2017 ganz 30 Tage lang nicht arbeitsfähig. (Foto-Quelle: Fotolia)

Zwischen den Berufsgruppen gibt es große Unterschiede bei der Zahl und Dauer der Krankschreibungen. Wie sieht es in Logistik-Jobs aus?

Mehr als die Hälfte der bei der Techniker Krankenkasse Versicherten Arbeitnehmer war 2017 nicht krank beziehungsweise hat keine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung eingereicht. Auf alle Versicherten bezogen lag der Jahresschnitt bei 15 Krankheitstagen. Also fielen als krank Gemeldete im vergangenen Jahr im Schnitt mehr als 30 Tage lang aus – das sind mehr als sechs Arbeitswochen.

Hauptursachen für Krankschreibungen waren Depressionen, Atemwegsinfektionen und Rückenschmerzen. Das berichtete Antonia Schäfer kürzlich auf Focus-Online unter https://www.focus.de/finanzen/karriere/auswertung-der-krankenkassen-ist-ihrer-dabei-welche-berufe-die-deutschen-krankmachen_id_8398981.html Sie bezieht auch eine Analyse des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IWD) im Auftrag des Dachverbands der Betriebskrankenkassen (BKK) von 2017 in ihren Bericht mit ein, die nach Berufsgruppen einteilt und sich auf 2015 bezieht. Damals lag die Zahl der Krankheitstage bezogen auf alle Versicherte bei durchschnittlich 17,3 pro Jahr (https://www.iwd.de/artikel/krankheit-kostet-milliarden-324633/).

Am häufigsten fehlten wegen Krankheit:

  • Post- und Paketzusteller: im Schnitt 22,8 Tage pro Jahr
  • Angestellte von Zeitarbeitsfirmen: 20,3 Tage pro Jahr
  • Angestellte der Müllabfuhren, Stadtreinigung und Recyclingbetriebe: im Schnitt 19,4 Tage pro Jahr
  • Angestellte im Bereich Verkehr, etwa LKW-Fahrer, Lokführer, Straßenbauarbeiter: 19,3 Tage pro Jahr.

 

Arbeitsbedingungen in einigen Logistik-Jobs suboptimal

Das deutet darauf hin, dass die gesundheitliche Belastung in einigen Logistik-Jobs besonders groß ist. Leider sind derzeit keine aktuelleren Zahlen zu finden. Weiteren Aufschluss bietet aber die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA). Nach ihrer Einschätzung kennzeichnen hohe körperliche Anforderungen, hohe Arbeitsintensität und lange Arbeitszeiten bei geringem Handlungsspielraum die Arbeitsbedingungen in Verkehrs- und Logistikberufen. Zudem litten die Beschäftigten häufiger an Muskel-Skelett-Erkrankungen sowie körperlicher Erschöpfung und schätzten ihren allgemeinen Gesundheitszustand schlechter ein. Zu diesen und weiteren Ergebnissen kommt das Faktenblatt "Liefern, lagern und befördern", das die BAuA jetzt veröffentlicht hat: https://www.baua.de/DE/Angebote/Publikationen/Fakten/BIBB-BAuA-23.html

 

Nur wenige Fehlzeiten

Am seltensten fehlten 2015 Geschäftsführer, Vorstände und Professoren mit: im Schnitt 5 Tagen pro Jahr, gefolgt von Ärzten und Zahnärzten mit 8 Tagen pro Jahr. Die Branche mit den wenigsten Fehltagen waren Verlage und Medien (9,7), gefolgt vom Kredit- und Versicherungsgewerbe (12,3).

Auch nach Regionen zeigten sich deutliche Unterschiede. Der IW-Auswertung zufolge waren die Versicherten pro Fall in Brandenburg mit 14,3 Fehltagen pro Jahr am häufigsten krank. Am kürzesten krankschreiben ließen sich Versicherte in Baden-Württemberg mit 10,9 Tagen.