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Logistik-Jobs: Augsburg erforscht Arbeit nach Bildern

In der Logistik wird bereits viel mit Bildern gearbeitet, aber es geht noch mehr. (Foto-Quelle: Fotolia)

Ein Team der Hochschule Augsburg entwickelt für Jobs in der Logistik Piktogramme. Sie sollen einfache Arbeiten in Bildern erklären.

In Schwaben boomt die Wirtschaft und damit auch die Logistikbranche. Entsprechend viele offene Logistik-Jobs gibt es etwa rund um Augsburg speziell im Lagerbereich. Abhilfe könnten Migranten oder gering qualifizierte Arbeiter schaffen. Ein Problem ist aber, dass viele von ihnen sprachliche oder schulische Defizite haben. Eine zeitlich und finanziell aufwändige Einarbeitung sei für Logistikunternehmen jedoch oft nicht machbar, meint der Augsburger Wirtschaftswissenschaftler Prof. Michael Krupp.

 

Logipics für Logistik-Jobs

Forscher der Hochschule Augsburg arbeiten seit mehr als einem Jahr daran, das Problem mit einer neuen universellen Bildsprache lösen: Jeder Arbeiter soll sie sofort verstehen und mit Hilfe der Bilderanleitungen schnell am Arbeitsplatz eingesetzt werden können. Darüber hat Eva Maria Knab in der „Augsburger Allgemeine“ bereits im März 2017 berichtet und die Vorgehensweise vorgestellt.

 

Bilder gegen Arbeitskräftemangel

Krupp spricht von einer Forschungslücke. Bislang gebe es in der Logistikbranche nur Symbolbilder für bestimmte Zwecke. Sie kennzeichneten beispielsweise Gefahrguttransporte oder den Umgang mit speziellen Maschinen. Diesen Herausforderungen begegnet das Forschungsprojekt „LogiPICs“. Gemeinsam mit Prof. Michael Stoll – Experte für Informationsdesign der Fakultät Gestaltung an der Hochschule Augsburg – wollen die Wissenschaftler in enger Kooperation mit Logistikunternehmen eine universelle Bildsprache entwickeln, die die Arbeitsschritte durch Piktogramme vermittelt. Dazu identifizieren die Wissenschaftler zunächst die wesentlichen Arbeitsprozesse in der Lagerarbeit. Diese setzen sie dann in Bilder um, die eindeutig und interkulturell verständlich sind. So wollen sie eine modular kombinierbare Visualisierung der logistischen Abläufe erstellen, die sich in weiten Teilen der Branche nutzen lässt. Indem die Bildsprache dazu beiträgt, neue Mitarbeiter in kürzester Zeit fehlerfrei und präzise anzulernen, sorgt sie nicht nur für eine bessere Qualität und Effizienz der betrieblichen Abläufe, sondern hilft auch schwer vermittelbaren Arbeitssuchenden und trägt zur Integration von Flüchtlingen und Migranten bei, hoffen Krupp und Stoll mit ihrem Team.

Präsentation im Herbst in Augsburg

Aktuell sind die Forscher noch dabei,  die Bildsprache auszuarbeiten und die Funktionalität an unterschiedlichen Zielgruppen zu testen. Das Interesse der Unternehmen sei sehr groß, sagte Krupp gegenüber BirdieMatch, der Job-Matching-Plattform für Spedition, Logistik, Transport und KEP: „Wir haben bereits einige Anfragen nach der fertigen Bildsprache und verweisen immer auf unsere Abschlussveranstaltung, die wir uns für den Herbst 2018 vorgenommen haben.“ Voraussichtlich im Oktober möchten die Wissenschaftler die Bildsprache für  Logistik-Jobs in Augsburg einem breiteren Publikum vorstellen. Mehr Informationen: https://www.hs-augsburg.de/Wirtschaft/LogiPICs-Bildsprache-gegen-Arbeitskraeftemangel.html