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Logistik-Job bei Amazon: Ohne Krankheit mehr Geld

Das Anwesenheitsprämien-Modell von Amazon erntet viel Kritik (Foto-Quelle: Fotolia)

Um den Krankenstand in seinen Logistikzentren zu senken, bezahlt Amazon Anwesenheitsprämien für Mitarbeiter. Die Höhe der Prämie – maximal zehn Prozent des monatlichen Bruttogehalts – ist nach Krankheitstagen gestaffelt und gleichzeitig auch an die Krankheitstage von Kollegen in einer festgelegten Gruppe gebunden.

Die Süddeutsche Zeitung (SZ) schrieb dazu Anfang April auf ihrer Online-Plattform, dass mit dieser Methode jeder Mitarbeiter gleichzeitig auch für die Prämie seines Kollegen verantwortlich sei. Damit werde doppelter Druck aufgebaut: Jeder, der sich krank melde, gefährde nicht nur seinen eigenen Bonus, sondern schwäche auch den Wert, den seine Kollegen erreichen könnten.

Entsprechend deutlich ist die Kritik an dem Konzept, welche die Süddeutsche zusammengetragen hat: „Wir lehnen jede Form einer Gesundheitsprämie ab“, sagt Thomas Voss, der bei der Gewerkschaft Verdi für Amazon zuständig ist. Durch einen Gruppenbonus würden die Mitarbeiter gegeneinander ausgespielt. Als „komplett ungerecht“ bezeichnete Anette Wahl-Wachendorf vom Verband Deutscher Betriebs- und Werksärzte (VDBW) das Prämiensystem gegenüber der SZ-Redaktion. Ältere Mitarbeiter oder chronisch Kranke würden darin nicht berücksichtigt. Auch von der Techniker Krankenkasse kam Kritik.

Die Leiterin des Gesundheitsmanagements, Sabine Voermans, sagte, mit einer Prämie werde gefördert, dass Menschen krank zur Arbeit gingen und Krankheiten nicht richtig ausgeheilt würden. Unsere Quelle: http://www.sueddeutsche.de/karriere/job-wer-sich-nicht-krank-meldet-bekommt-mehr-geld-1.3445943