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Logistikweltmeister 2018 ist Deutschland – trotz unbesetzter Logistik-Jobs

Deutschland ist Logistikweltmeister 2018 (Foto-Quelle: Fotolia)

Wie schon 2014 und 2016 ist Deutschland auch in diesem Jahr Logistikweltmeister. Das geht aus dem Ende Juli vorgelegten Logistics Performance Index (LPI) der Weltbank hervor. Gleichzeitig weist die Untersuchung aber auch auf den weltweiten Arbeitskräftemangel in der Logistik hin: Während in Entwicklungsländern eher Logistik-Jobs für Führungskräfte unbesetzt blieben, seien es in Industrieländern Logistik-Jobs für Fachkräfte wie LKW-Fahrer.

 

Deutschland auf Platz 1 des LPI – und dahinter drei weitere europäische Länder: Schweden, Belgien und Österreich. Aufgestiegen in die Top Ten sind Japan, Dänemark und Finnland. Nicht mehr zur Spitzengruppe gehören Hongkong (jetzt Platz 12), die USA (14) sowie Luxemburg (24). Am Ende des Rankings steht Afghanistan auf Platz 160.

Der LPI besteht aus dem gewichteten Durchschnitt von Werten zu sechs Kriterien. Für die sechste Ausgabe mit dem Titel „Connecting to Compete: Trade Logistics in the Global Economy“ wurden 869 Logistikexperten von Spediteuren und Expressdienstleistern in 108 Ländern befragt, wie sie andere Staaten einschätzen.

Die sechs Schlüsselfaktoren sind Zollabfertigung, Infrastruktur, Dienstleistungsqualität, der Preis internationaler Sendungen, die Möglichkeiten zur Sendungsverfolgung sowie die Häufigkeit, mit der Waren pünktlich ihr Ziel erreichen. In den Index fließen Bewertungen auf einer Skala von 1 bis 5 ein. Deutschland erreicht einen Indexwert von 4,20 nach 4,23 im Jahr 2016. Trotz des Rückgangs ist der Abstand zu den Verfolgern, die sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen liefern, nun aber wesentlich größer, hat Claudius Semmann für die Deutsche Verkehrs-Zeitung DVZ analysiert. Vor zwei Jahren wäre Deutschland mit der gleichen Punktzahl nur Dritter geworden. Die Bundesrepublik ist auch erneut Spitzenreiter beim Faktor Infrastruktur. Das mag daran liegen, dass die Bewertung auf dem Urteil der jeweils wichtigsten Handelspartner basiert, führt Semmann an.

 

Weiterhin Lücke zwischen Industrie- und Entwicklungsländern

Der Weltbank geht es vor allem darum, Lücken zwischen sehr guter, mittlerer und schwacher Leistungsfähigkeit aufzuzeigen. „Der Bericht und der LPI sollen Regierungen helfen, den Zusammenhang zwischen Logistik, Handel und Wachstum zu verstehen, und ihnen aufzeigen, welche Maßnahmen für den Erfolg notwendig sind“, betont daher Co-Autorin Christina Wiederer. Die Lücke zwischen Industrie- und Entwicklungsländern bleibt markant, obwohl die Weltbank zwischen 2007 und 2014 eine zumindest langsame Annäherung verzeichnete aufgrund sich kontinuierlich verbessernder Infrastruktur in den Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen (Bruttoinlandsprodukt/Kopf). Hinzu kamen eine höhere Servicequalität und effizientere Zoll- und Grenzkontrollen. Doch für 2018 schneiden laut Semmann die fortgeschrittenen Volkswirtschaften im Durchschnitt um 48 Prozent besser ab als Länder mit niedrigem Einkommen, häufig noch isoliert, instabil oder regelmäßig von Naturkatastrophen betroffen.

 

Weltweit freie Logistik-Jobs

Der Arbeitskräftemangel in der Logistik stellt der Umfrage zufolge sowohl für Industrie- als auch für Entwicklungsländer eine Herausforderung dar. Dabei suchen die Unternehmen in den schlechter entwickelten Ländern vor allem händeringend nach Führungskräften, während die Industrieländer eher mit einem knappen Angebot von Personal wie LKW-Fahrern zu kämpfen haben.

Den LPI finden Sie unter: https://lpi.worldbank.org/international/global