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Der Bewerbungsprozess von A-Z

Von der Stellensuche bis zum Vorstellungsgespräch - Der Bewerbungsprozess. (Foto-Quelle: Die Bewerbungsschreiber)

Stellensuche und Unternehmensrecherche

Die erste Voraussetzung für eine erfolgreiche Bewerbung ist zunächst einmal eine passende vakante Stelle. Ist diese gefunden, geht es an die Unternehmensrecherche. Auf der einen Seite sollten Bewerber sich im Vorfeld darüber klar werden, ob sie überhaupt ins Unternehmen passen und sich mit dessen Strukturen und Werten identifizieren können. Zusätzlich gilt es, auf der anderen Seite Informationen zu sammeln, die im Bewerbungsschreiben gezielt angesprochen werden können.

Die meisten Firmenwebsites beinhalten einen Blog oder eine Rubrik für aktuelle Meldungen. Hier gefundene Infos eignen sich besonders, um sich von anderen Bewerbern abzuheben und nicht im Einheitsbrei unterzugehen. Personalentscheider erkennen in der Regel sehr schnell, ob ein Bewerbungsschreiben individuell auf ein Unternehmen zugeschnitten wurde, oder ob es sich um ein Standardschreiben handelt, bei dem nur die Adresse und der Ansprechpartner getauscht wurden.

Die Erstellung der Bewerbungsunterlagen

„Wir freuen uns auf Ihre aussagekräftigen Bewerbungsunterlagen“ – Dieser Satz lässt sich in nahezu jeder Stellenausschreibung finden. Doch was genau ist eine aussagekräftige Bewerbung?

Das Bewerbungsschreiben sollte, wie oben bereits erwähnt, stets individuell verfasst werden. Da sich die meisten Bewerber allerdings fachlich gesehen immer mehr oder weniger im gleichen Bereich bewerben, muss nicht für jede Bewerbung das Rad neu erfunden werden. Bewirbt sich beispielsweise ein Fuhrparkmanager in drei verschiedenen Unternehmen auf eine entsprechende Position, werden die fachlichen Anforderungen in den verschiedenen Stellenausschreibungen ziemlich ähnlich sein. Hier genügt es, wenn die drei Unternehmen anhand ihrer Alleinstellungsmerkmale individuell angesprochen werden. Die Website bewerbung-muster.eu bietet zahlreiche Musteranschreiben für die unterschiedlichsten Berufe, welche eine sehr gute Inspirationsquelle darstellen.

An der Frage, ob der Lebenslauf ebenfalls für jede Bewerbung individuell angepasst werden sollte, scheiden sich die Geister. Die einen behaupten, dass der bisherige berufliche Werdegang ja unverändert bleibt und der Lebenslauf daher bei jeder Bewerbung eins-zu-eins übernommen werden kann. Andere sind der Meinung, dass die Tätigkeitsbeschreibungen im Lebenslauf hinsichtlich der Aufgaben in der Stellenausschreibung bei jeder einzelnen Bewerbung modifiziert werden müssen, um die besten Chancen zu haben. Die Wahrheit liegt, wie so oft im Leben, irgendwo in der Mitte.

Entscheidend ist, dass alle relevanten Informationen – also in erster Linie die Fertigkeiten und bisherigen Erfahrungen des Bewerbers im Aufgabenbereich der anvisierten Stelle – klar ersichtlich sind und der Empfänger nicht lange danach suchen muss. Das bedeutet aber im Umkehrschluss nicht, dass alle anderen Informationen der Übersichtlichkeit halber gestrichen werden sollten. Im Idealfall werden die relevanten Aufgaben bei den Tätigkeitsbeschreibungen ganz nach oben gesetzt und die weniger wichtigen Aufgaben wandern in der Auflistung etwas weiter nach unten.

Einstellungstest und Vorstellungsgespräch

Hat die Bewerbung das Interesse eines Unternehmens geweckt, folgt in der Regel die Einladung zu einem persönlichen Vorstellungsgespräch. Manche Firmen bitten ihre Bewerber aber zunächst einmal zum Einstellungstest. In beiden Fällen ist eine gute Vorbereitung der Schlüssel zum Erfolg.

Einstellungstests variieren je nach Unternehmen und Branche. Teilweise werden auch vorab Arbeitsproben von den Bewerbern verlangt. Die meisten Unternehmen nennen Einstellungstests Assessment Center (von engl. to assess = beurteilen). Dabei werden nicht nur die fachlichen Qualifikationen der Bewerber auf die Probe gestellt, sondern es findet oft auch eine Beurteilung der Persönlichkeit sowie der Soft Skills (z.B. Teamfähigkeit, analytisches Denken) statt. Diese Einstellungstests können einzeln oder in Gruppen stattfinden. Immer häufiger trifft man auch auf Online Assessment Center.

Genau wie im Einstellungstest gilt es im Vorstellungsgespräch, die in der Bewerbung aufgestellten Behauptungen unter Beweis zu stellen. Vor allem aber muss ein Bewerber hier von seiner Person überzeugen. Analog zu Rechtschreibfehlern in der Bewerbung gibt es auch hier No-Gos, die unbedingt vermieden werden sollten. Unpünktlichkeit, Kaugummi im Mund oder ein ungepflegtes Auftreten sind nur drei Fehler, die jeden noch so guten Bewerber direkt ins Aus befördern.

Für das Gespräch selbst empfiehlt es sich, im Vorfeld mit einem Freund oder einem Familienmitglied zu üben. Für typische Fragen im Vorstellungsgespräch wie „Warum sollten wir ausgerechnet Sie einstellen?“ kann man sich so schon einmal passende Antworten parat legen. Das Bewerbungsgespräch ist allerdings kein Verhör, sondern gibt Bewerbern die Möglichkeit, ihrerseits ebenfalls Fragen zu stellen. Es ist daher hilfreich, sich vor dem Gespräch Gedanken zu machen, welche offenen Fragen man selbst noch hat und sich diese zu notieren. Auf diese Weise signalisiert man dem Personaler gesteigertes Interesse, was schlussendlich der entscheidende Faktor bei der Auswahl eines Kandidaten sein kann.

Aus Fehlern lernen

Wenn es mit dem Traumjob nicht gleich beim ersten Mal klappt, ist das noch lange kein Grund, zu verzweifeln. Vielmehr sollten Bewerber ihre vergangenen Bewerbungsphasen analysieren und versuchen herauszufinden, woran es gelegen hat.

Bei mehreren Einladungen zum Vorstellungsgespräch kann die Bewerbung schon einmal nicht so schlecht gewesen sein, aber es hapert vielleicht ein wenig an der Selbstpräsentation. Sind die Einladungen ausgeblieben, können vielleicht die Bewerbungsunterlagen noch erheblich optimiert werden. Vielleicht aber erfüllen auch die grundsätzlichen Qualifikationen des Bewerbers einfach nicht die Anforderungen. Hier sollte die Stellensuche noch einmal neu überdacht oder eine Weiterbildung in Erwägung gezogen werden.