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Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit in Ihrem Logistik-Unternehmen?

Transparenz in der Supply Chain ist den Kunden wichtig und führt zu mehr Nachhaltigkeit. (Foto-Quelle: Fotolia)

Immer häufiger achten Kunden darauf, dass ihre Lieferanten – und damit auch die Logistik-Dienstleister – ihre Leistungen nachhaltig erbringen. Nach einer Studie von DNV GL gibt es allerdings noch viel zu tun.


Lieferketten sollen nachhaltig sein. Daran arbeiten Industrie und Handel – und binden damit die gesamte Logistik in ihre Bestrebungen ein. Eine neue internationale Studie der Klassifikations- und Beratungsgesellschaft DNV GL hat untersucht, wie Unternehmen das Thema Nachhaltigkeit in der Lieferkette angehen und wie ausgereift ihre Ansätze sind. Mehr als 1400 Experten aus Europa, Asien und Amerika haben teilgenommen. https://www.dnvgl.de/news/studie-zu-nachhaltigkeit-in-lieferketten-zeigt-grosseren-druck-auf-unternehmen-112807 
Laut Luca Crisciotti, CEO des Geschäftsbereichs Business Assurance bei DNV GL, ist der Aufbau nachhaltiger Lieferketten keine freiwillige Initiative mehr, die auf unstrukturierten Versuchen basiert. Strategisches und ganzheitliches Vorgehen rücke in den Vordergrund. So könnten Unternehmen „ihre Risiken besser steuern und ihren Nutzen daraus ziehen, während sie gesetzliche Anforderungen und Erwartungen von Stakeholdern erfüllen."

Druck kommt von außen
76 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, dass ihre Kunden die größten Treiber für nachhaltiges Lieferkettenmanagement sind. Laut Studie wird von Unternehmen heute erwartet, dass sie alle Stufen ihrer Lieferkette proaktiv steuern. Und zwar so, dass sie zu weltweiten Nachhaltigkeitszielen wie zum Beispiel den Sustainable Development Goals (SDG) der United Nations, ihren Anteil beitragen.
81 Prozent der Befragten haben mindestens eine Maßnahme ergriffen, um die Nachhaltigkeit ihrer Lieferketten zu verbessern. Allerdings werden die Maßnahmen hauptsächlich in Eigenregie durchgeführt. Eine direkte Auditierung einiger Lieferanten haben 39 Prozent der Teilnehmer angegeben, 36 Prozent verlangten von den Lieferanten Informationen und jeweils 32 Prozent führten mit ihnen Gespräche, um die Herausforderungen anzugehen, oder setzten mit ihnen eine Richtlinie zur Nachhaltigkeit um. Nur 7 Prozent der Befragten gaben an, alle Stufen ihrer Lieferkette erreicht zu haben.

Transparenz ist wichtig
„Das Management von Risiken über die gesamte Lieferkette hinweg ist eine Herausforderung und erfordert die Erfassung von Leistungsdaten der Lieferanten, um effizient Transparenz entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu schaffen. Unternehmen können mit Hilfe von Big-Data-Analytics, Data Sharing-Plattformen und Blockchain-Technologie, die Performance ihrer Lieferanten strukturiert und zuverlässig erfassen und messen", so Crisciotti.
Und wozu das Ganze? Unternehmen, die bereits relativ weit ihre Lieferketten auf Nachhaltigkeit getrimmt haben, gaben an, dass sie durch die Implementierung von Nachhaltigkeit ihre Reputation am Markt verbessert haben (65 Prozent), Kundenbedürfnisse besser erfüllen (58 Prozent) und ihre Marktanteile erhöht haben (32 Prozent).
Die Studie wurde gemeinsam mit dem Marktforschungsunternehmen GFK Eurisko und Supplier Ethical Data Exchange (Sedex) durchgeführt. Sedex ist eine gemeinnützige Mitgliedsorganisation, die die weltweit größte kollaborative Plattform für den Austausch von Daten zur verantwortungsvollen Beschaffung in Lieferketten betreibt. Ein Download der Studie ist hier möglich: https://www.dnvgl.de/news/studie-zu-nachhaltigkeit-in-lieferketten-zeigt-grosseren-druck-auf-unternehmen-112807