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Neustart mit Struktur: Umschulung zum Disponenten

Der Mut von Quereinsteigern wird oft belohnt: Umschulung zum Disponenten (Foto-Quelle: Fotolia)

Vom Bürokaufmann zum Disponenten? Neu denken, quer einsteigen – Sprünge nach links und rechts im Werdegang sind kein Karrierehindernis. Im Gegenteil, Unternehmen schätzen heute Quereinsteiger, weil sie anders an Aufgaben herangehen. Der Fachkräftemangel schleicht sich durch sämtliche Segmente und öffnet Extra-Türen für Karriereschwünge in neue Gefilde. Wer sich zum Disponenten umschulen möchte, hat gute Chancen, seinen Weg zu machen.

 

 

1) Mut zum Quereinstieg

Der Gedanke an einen Quereinstieg ist für viele mit Unsicherheit und Angst verbunden. Aber warum sollten Quereinsteiger nicht die nötige Kompetenz mitbringen? Längst veraltet ist die Auffassung, es fehle ihnen generell an Erfahrung und Unternehmen sollten sich lieber auf andere Bewerber konzentrieren, die den Beruf von der Pike auf gelernt haben. Die heutige Arbeitswelt funktioniert anders! Der Lebenslauf, der von Ausbildung bis zur Rente bei einem Arbeitgeber verläuft, ist nahezu ausgestorben. Weder Branchen- noch Berufstreue sind Bedingungen für Erfolg im Job. Letztendlich sind es die nicht-fachgebundenen Eigenschaften, welche die Qualität des Personals ausmachen. Kreativität oder analytisches Denken sind selten an Branchen gebunden und lassen sich nicht durch bestimmte Studien- oder Berufsabschlüsse erwerben. Wenn Erwerbstätige ihren Talenten folgen, macht es sie zufriedener, motivierter und produktiver. Dennoch sollten Sie die Entscheidung für einen Neuanfang nicht spontan treffen und unterschiedliche Aspekte abklopfen. Und seien Sie sicher, das was Sie bereits gelernt haben, wird Ihnen auch bei der neuen Aufgabe helfen. Ja, es ist ein Neustart, aber einer mit viel Treibstoff aus dem alten Job.

 

 

2) Warum Unternehmen Quereinsteiger schätzen

Viele Firmen wollen ihren Horizont erweitern und stellen Quereinsteiger ganz bewusst ein. Oft tragen die Seitenwechsler einen Mehrwert in Form von spannenden Sicht- und Herangehensweisen sowie Erfahrungen in das Unternehmen hinein. Die Karrieren von Quereinsteigern sind nicht vorhersehbar, ihre Lebensläufe bunter und ihre besonderen Persönlichkeiten häufig entscheidender als ihre Kompetenzen.

 

 

3) Was macht der Disponent eigentlich?  

Die meisten Disponenten sind im logistischen Bereich tätig. Sie planen die Verteilung der Güter und die optimale Fahrzeugauslastung, die Routen, den Einsatz von Personal und anderen Ressourcen. Als Mitarbeiter im Nah- und Fernverkehr, bei Logistikunternehmen sowie bei privaten und öffentlichen Zustellern können Disponenten ihr Koordinationsgeschick bestmöglich einsetzen. Ohne Disponenten stünde der Transport-Verkehr still. Die ausgebildeten Experten sorgen dafür, dass auf Deutschlands Straßen und Schienen alles rund läuft. Ihr Hauptaugenmerk ist darauf gerichtet, dass der Frachtraum von Transportmitteln maximal effizient und wirtschaftlich genutzt wird. Das erreichen sie, indem sie Ladungen so zusammenstellen, dass sie auf kürzestem und schnellstem Weg zum Empfänger transportiert werden. 

 

Zu den Aufgaben von Disponenten zählen außerdem folgende Punkte:

  • Erstellung von Dienstplänen
  • Einsatzplanung der Fahrzeuge
  • Planung anstehender Wartungsarbeiten der Fahrzeuge
  • Kontrolle von Lieferterminen
  • Kontrolle von Lieferpapieren
  • Abstimmung von Terminen mit Kunden und Lieferanten
  • Annahme von Transportaufträgen
  • Erstellung von Angeboten für den Transport von Gütern
  • Bearbeitung von Reklamationen
  • Kontrolle von Fahrtenschreibern oder -büchern
  • Kontrolle von Bordcomputern

 

Disponenten sind neben dem Güterverkehr auch in der allgemeinen Logistik, Warenwirtschaft und im Personalwesen tätig. Auch hier übernehmen sie die Koordination und Organisation spezifischer Geschäftsabläufe.

 

 

4) Zukunftsaussichten für Disponenten

Der Bedarf an Disponenten ist in allen Wirtschaftsbereichen sehr groß. In Zeiten der Globalisierung braucht man mehr denn je Experten, die wissen, wie man Waren professionell von A nach B befördert. Viele kleine Speditionen haben sich in den vergangenen Jahren in Deutschland und auch weltweit zu eigenständigen Logistik-Unternehmen entwickelt, in denen Disponenten zum Einsatz kommen.

 

5) Voraussetzungen: Was sollte ein angehender Disponent mitbringen?

Grundsätzlich bietet sich die Disponenten-Umschulung für alle an, die einen beruflichen Neustart anstreben und dabei eine Karriere in der Disposition ins Auge fassen. Wichtig: Nur wer über eine abgeschlossene Ausbildung in einem der folgenden Bereiche verfügt, erfüllt die Voraussetzungen für die Weiterbildung als Disponent:

 

  • Fachkraft für Lagerlogistik
  • Industriekaufmann
  • Kaufmann für Büromanagement
  • Kaufmann für Tourismus und Freizeit
  • Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistung
  • Transportlogistiker
  • Fachberater für Vertrieb
  • Fachwirt
  • Betriebswirt

 

Für Personen ohne ersten Berufsabschluss eignet sich die Weiterbildung nicht.

 

Abgesehen von den formalen Voraussetzungen ist die persönliche Eignung wichtig. Als Disponent trägt man viel Verantwortung und muss dieser auch gewachsen sein. Eine selbständige Arbeitsweise sowie Organisationsgeschick sollten vorhanden sein. Folgende zusätzliche Soft Skills sind ebenfalls gute Voraussetzungen bei einem gelungenen Quereinstieg:

 

  • Kommunikationsstärke
  • Controlling- und Kalkulationsstärken
  • Analytische Fähigkeiten
  • Praktische Erfahrungen

 

 

6) Wie funktioniert eine Umschulung zum Disponenten?

Die Tatsache, dass es keine klassische Berufsausbildung zum Disponenten gibt, hat Einfluss auf den Ablauf einer entsprechenden Umschulung. Wer als Disponent/in quer einsteigen möchte, muss wissen, dass die betreffende Umschulung wie eine Weiterbildung funktioniert. Je nach Lehrgang kann die Qualifizierung in Voll- oder Teilzeit stattfinden, nur ein paar Tage dauern oder ein paar Monate bzw. Jahre. Als Anbieter kommen unterschiedlichste Organisationen in Betracht. Gemeinnützige Institutionen sind hier ebenso wie private Schulen und sogar Fernkurs-Anbieter zu finden. Einen allgemein anerkannten Abschluss als Disponent/in kann man allerdings nicht erlangen. Umso wichtiger ist es daher, bei der Auswahl der Umschulung auf einen renommierten Anbieter mit hohem Bekanntheitsgrad und die richtigen inhaltlichen Schwerpunkte zu setzen

 

 

7) Weiterbildung nach abgeschlossener kaufmännischer Ausbildung

Für Quereinsteiger mit abgeschlossener kaufmännischer Ausbildung dauert die Weiterbildung zum Disponenten meist nur ein paar Tage. Die Weiterbildung findet in dem Bereich statt, auf den man sich als Disponent spezialisieren möchte. Je nach Arbeitsumfeld und angestrebtem Arbeitsgebiet gibt es unterschiedliche Ausbildungsangebote in folgenden Bereichen:

  • Gefahrengut
  • Sozialrecht
  • Fuhrparkmanagement
  • Schwerlastverkehr
  • Lagermanagement

 

Die inhaltliche Ausgestaltung der Angebote variiert nach Schwerpunkt:

  • Softwareanwendungen für Planung und Dokumentation im Transportwesen
  • Allgemeine Grundlagen der Logistik
  • Rechtliche Grundlagen für das Transportgewerbe
  • Straßenverkehrsordnung
  • EU-Recht
  • Verantwortlichkeiten und Mithaftung
  • Sozialvorschriften
  • Digitale Kontrollgeräte
  • Verantwortlichkeiten der Verkehrsunternehmen
  • Haftung von Verkehrsunternehmen
  • Auswertung und Archivierung
  • Berufskraftfahrerqualifikationsrecht
  • Disposition von Ressourcen
  • Buß- und Verwarngeldkataloge
  • Kundenreklamationen
  • Umgang mit Stress
  • Kosten und kaufmännische Grundlagen
  • Schadensmanagement
  • Routen- und Tourenplanung (Telematik)
  • Fachbezogenes Englisch

 

Weiterbildungen dieser Art werden beispielsweise angeboten von:

 

 

8) Weiterbildung an Universitäten und Fachhochschulen

Eine zeitintensivere Variante bieten die verschiedenen Studiengänge, die man an privaten und staatlichen Universitäten im Präsenz- oder im Fernstudium absolviert. Sie richten sich an Personen mit oder ohne berufliche Vorkenntnisse, die sich ein umfassendes Wissen aneignen und in vielen Berufsfeldern professionell als Disponenten tätig werden möchten.

 

Universitäten und Fachhochschulen bieten seit einigen Jahren verstärkt Bachelor- und Master-Studiengänge in den Bereichen Logistik, Logistikmanagement und Supply Chain Management an, die auch in den Beruf des Disponenten führen. Diese dauern sehr viel länger, können dafür aber meist im berufsbegleitenden Teilzeitstudium absolviert werden. Ein Bachelor-Studium in Vollzeit umfasst 6-8 Semester Regelstudienzeit – in Teilzeit entsprechend länger -, ein Master-Studium 2 bis 4 Semester.

 

Das Fernstudium wird u.a. angeboten von:

 

9) Förderung durch Jobcenter und Bundesministerium

Je nach gewünschter Umschulung beziehungsweise Weiterbildung kann eine Förderung durch die Agentur für Arbeit erfolgen, beispielsweise durch den Bildungsgutschein. Dieser wird allerdings nur vergeben, wenn Interessenten nach einer Phase der Arbeitslosigkeit wieder in den Arbeitsmarkt integriert werden sollen oder im Beruf stehen, aber aufgrund mangelnder Fachkenntnisse von Arbeitslosigkeit bedroht sind. Ein weiteres Angebot im kleineren Maßstab ist die sogenannte Bildungsprämie, von der Personen profitieren können, die das 25. Lebensjahr vollendet haben, mindestens 15 Stunden in der Woche berufstätig sind und maximal 20.000 Euro im Jahr verdienen. Personen, die diese Bedingungen erfüllen, können sich eine Weiterbildungsmaßnahme, die maximal 1000 Euro kosten darf, mit bis zu 50 % bezuschussen lassen.

 

Mehr Informationen:

 

 

 

10) Weiterbildungsmöglichkeiten für Disponenten

Nach der Weiterbildung zur Disponentin können sich facettenreiche Optionen zur beruflichen Weiterentwicklung ergeben. Insbesondere wenn es darum geht, auf der Karriereleiter aufzusteigen, kann eine Weiterbildung zum Betriebswirt für Verkehr oder zum Betriebswirt für Logistik sinnvoll sein. Zusätzlich ist für manchen ein berufsbegleitendes Studium / Fernstudium im Bereich Logistik,

Verkehrsbetriebswirtschaft oder Supply Chain Management sinnvoll.

 

11) Karriereplan für Disponenten  

Die Aufstiegsmöglichkeiten von Disponenten, ob Quereinsteiger oder nicht, orientieren sich an der beruflichen Ausgangssituation. So kann ein Lagerlogistiker einen Kurs zum geprüften Logistikmeister absolvieren oder an einer Fachschule den Abschluss eines Betriebswirts für Logistik erwerben. Sofern ein Lagerlogistiker Zugang zu einer Hochschule bekommt, kann er ein grundständiges Studium in den Fächern Supply-Chain-Management, Logistik, Business Administration oder Betriebswirtschaftslehre anstreben. Ein Disponent Güterverkehr erhält an einer Fachschule die Möglichkeit einer Fortbildung zum Betriebswirt für Logistik oder für Verkehr. Weitere Studienfächer sind neben Logistik und Supply-Chain-Management auch die Verkehrsbetriebswirtschaft.

 

12) Top Chancen für Quereinsteiger

Die Zeit war noch nie so perfekt. Die Anzahl der unbesetzten Stellen in der Logistik steigt ins Unermessliche. Sie wollen etwas in Ihrem Berufsleben ändern? Dann biegen Sie selbstbewusst in eine neue Straße ein. Wer einen kaufmännischen Abschluss hat, braucht lediglich den schnellen Disponenten-Schliff. Eine Umschulung, die bestenfalls nur ein paar Tage dauert, und doch so viele Türen öffnet! Die Deluxe-Variante wäre natürlich, wenn ein Unternehmen einen neuen Disponenten sucht, gern auch Quereinsteiger nimmt und ihm gleichzeitig die Umschulung bezahlt. Utopisch? Bestimmt nicht. Heute brauchen die Unternehmen dringend kompetente Fachkräfte und setzen dabei mehr und mehr auf nicht-fachgebundene Kompetenzen. Wenn Sie oben beschriebene Voraussetzungen mitbringen, lernen Sie schnell, als Disponent einen guten Job zu machen. Jetzt liegt es an Ihnen, den Quereinstiegs-Job zu finden, der zu ihnen passt. BirdieMatch hat mit seinem Online Job-Matching für die Logistikbranche schon so manchen Quereinsteiger erfolgreich vermittelt.