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Unternehmensgröße sollte bei Jobwahl nicht entscheiden

Interessante Neuigkeiten zur Unternehmensgröße (Quelle: Fotolia)

Birdiematch bietet KMU Möglichkeiten, mit ihren Vorteilen bei Bewerbern zu punkten.

Es ist lange bekannt: Die Transport- und Logistikbranche ist nicht die erste Wahl bei Studierenden, wenn es um ihre Karriere nach dem Bachelor oder Master geht. Hinzu kommt, dass kleine und mittelständische Unternehmen es schwer haben, von Bewerbern überhaupt wahrgenommen zu werden. Darauf wies Tim Meyer, Account Manager bei Panalpina in Hamburg, auf einer Veranstaltung der Regionalgruppe Hamburg der Bundesvereinigung Logistik (BVL) Mitte Mai hin. Seiner Meinung nach müssen KMU im Vergleich zu etablierten Konzernen viel mehr leisten, um adäquate Mitarbeiter zu bekommen. Dies betreffe einerseits finanzielle Aspekte, andererseits aber auch das Employer Branding. Andere Teilnehmer des Treffens zum Thema „Recruiting 2.0“ stimmten ihm zu und fragten: Wie können kleine Unternehmen und Mittelständler ihre Vorzüge wie etwa flache Hierarchien, Teilzeitmodelle und ähnliches bekannt machen und zudem nicht gleich aufgrund ihrer Größe oder geringeren Bekanntheit im Markt von den Bewerbern aussortiert werden?

Bernd Vögele und Josef Schindler, beide Geschäftsführer des Job-Matching-Portals für die Transport- und Logistikbranche namens BirdieMatch, stellten dem Publikum eine Lösung vor: Auf ihrem Portal geht es nicht vorrangig um Unternehmensnamen. Jeder Mandant kann seine Jobangebote anonym einstellen. Es geht vielmehr um attraktive Angebote, die zu den Fähigkeiten, Erfahrungen und Wünschen passen und in denen auch auf besondere Vorteile wie flexible Arbeitszeiten, die Möglichkeit von Sabbaticals, den Kindergarten um die Ecke und ähnliches hingewiesen werden kann. Passgenauigkeit ist gefragt. Wer als Kandidat angibt, was ihm wichtig ist, erhält Angebote, die diese Aspekte berücksichtigen. Auch wenn nur wenige Bewerber bisher von selbst die Internetseiten kleinerer Unternehmen nach interessanten Jobs durchsucht haben: BirdieMatch bietet die Möglichkeit, passende Kandidaten zu finden, die genau mit der ausgeschriebenen Stelle matchen und das jeweilige zusätzliche Angebot zu schätzen wissen. Und zwar für alle Arten von Unternehmen, da Name und Größe nicht im Vordergrund stehen. So können Mandanten den Vorurteilen der Bewerber bezüglich Größe, Bekanntheit und Lage mit attraktiven Angeboten entgegentreten.

Die Idee, Kandidaten und Unternehmen nur jeweils einige, dafür aber passgenaue Angebote zu machen, unterstreicht laut Vögele die hohe Qualität des BirdieMatching-Prinzips. So können Traumkandidat und Traumjob zueinander finden – noch dazu direkt, mit wenig Zeitaufwand und kostengünstig. Niemandem nutzen lange Job- oder Kandidatenlisten, deren Angebote einzeln angeklickt und durchgesehen werden müssen, nur um festzustellen, dass wichtige Kriterien eben doch nicht erfüllt werden, ist Schindler überzeugt.

Kleinere Firmen sind laut Vögele gegenüber größeren bei der Personalsuche nicht benachteiligt, sobald sie wahrgenommen werden: Einerseits gehe es dort häufig noch persönlicher zu. Andererseits gebe es dort oft flachere Hierarchien, die interessante Aufgaben möglich machen. Und vor allem sei entscheidend, dass der Bewerber von seiner Persönlichkeit her zum Unternehmen passt – dies könne bei großen ebenso gut möglich sein wie bei kleineren Firmen.

Übrigens sind auch die Branchenriesen wie Deutsche Bahn und Deutsche Post nicht unbedingt beliebt als Arbeitgeber bei Studierenden für den weiteren Karriereweg. Nur 29 bzw. 30 Prozent aller Studenten können sich vorstellen, künftig dort zu arbeiten. Das geht aus einer Befragung zur Studienreihe „Fachkraft 2020“ hervor, die seit September 2012 zwei Mal pro Jahr in wissenschaftlicher Kooperation von Studitemps und dem Department of Labour Economics der Maastricht University durchgeführt wird. Dabei werden jeweils mehr als 20 000 Studierende diverser Fachrichtungen befragt. Über deutlich mehr Zustimmung können sich LH Cargo, DB Cargo und Kühne & Nagel, die jeweils über 40 % erreichen, freuen.

34 Prozent der Studenten bemängeln bei den Logistikern im Branchenvergleich Organisation und Führungsstil, das sind mehr als bei anderen Branchen. Als schlecht wird von 47 Prozent die Präsenz in den sozialen Medien wahrgenommen. 39 Prozent sind überzeugt, dass in Transport- und Logistikunternehmen Work-Life-Modelle fehlen. Mit den Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten, dem internationalen Profil und der Familienfreundlichkeit sind zwar auch nicht alle Befragten einverstanden, doch hier liegt die Branche ebenso wie bei Aufstiegsmöglichkeiten und Chancengleichheit gleichauf mit anderen Bereichen. Lediglich die Nachhaltigkeit der Transport- und Logistikunternehmen wird mit 66 Prozent Zustimmung höher bewertet als in anderen Branchen. Nachhaltigkeit: Sicher ein Thema, mit dem man auch bei branchenfremden, aber hoch qualifizierten Studenten punkten kann. Warum also nicht auch mit Nachhaltigkeitsaspekten in den Stellenausschreibungen auf BirdieMatch für sich werben?