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Kalt und nass? Winter-Tipps für die Straße

Besonders wichtig für Ihre Sicherheit: Die richtigen Reifen. | © cascoly von canva.com

Pannendienste haben in der kalten Jahreszeit Hochkonjunktur. Im Winter steigen für LKW-Fahrer sowohl die Unfallgefahr durch widrige Straßenverhältnisse als auch das Pannenrisiko. Der ADAC Truckservice sagt, wie sich viele Winterpannen vermeiden lassen.

Die Temperaturen fallen. Besonders in höher liegenden Regionen ist bereits mit Schnee und Straßenglätte zu rechnen. „Wer jetzt vorbeugt, ist nicht nur sicherer unterwegs, sondern vermeidet auch teure Überraschungen“, rät Werner Renz, Geschäftsführer der ADAC Truckservice GmbH & Co. KG in Laichingen.

1. Batterie, Licht, Bremse

Zur Wintervorbereitung zählen nicht nur das obligatorische Frostschutzmittel oder der Wechsel auf Winterreifen. Zu den häufigsten Panneneinsätzen in der kalten Jahreszeit gehören schwache Batterien, Defekte an der Beleuchtung und eingefrorene Bremsventile. Kälte, viele elektrische Verbraucher und die höhere Belastung beim Anlassen eines kalten Dieselmotors fordern die Batterie im Winter deutlich stärker. „In den ersten Frostnächten machen deshalb in Nutzfahrzeugen reihenweise die Batterien schlapp“, weiß Renz und rät bei geplanten Werkstattaufenthalten, die Batterie überprüfen zu lassen. Im Übrigen sollten auch Wasserkocher, Kaffeemaschinen und Standheizungen im LKW immer in Fachwerkstätten eingebaut werden, um Kurzschlüsse und Brände durch schlampige Montage oder eine Überlastung des Kabelbaums zu verhindern.

Zum Wintercheck gehört auch, den Frostschutz im Bremssystem und die Entwässerungsventile an Druckluftkesseln zu prüfen. Ist eine Bremsanlage erst einmal eingefroren, ist der Pannendienst gefragt. Die Profis arbeiten mit speziellen Schlauchadaptern, über die heiße Auspuffgase auf die eingefrorene Stelle geleitet werden und das Fahrzeug schnell wieder flott ist.

2. Sicherheitsmaßnahme Nummer 1: Reifen

Die an die Jahreszeit angepasste Bereifung ist lebenswichtig. Bei Glätte, Schnee oder Matsch sind Winterreifen an allen permanent angetriebenen Antriebsachsen von Fahrzeugen über 3,5 t zulässigem Gesamtgewicht Pflicht. Die gesetzlich vorgeschriebene Profiltiefe liegt bei 1,6 mm. Besser sind 4 mm Restprofil und mindestens eine Antriebsachse mit 6 mm Restprofil auszustatten. Nicht vergessen: Beim Radwechsel sollten nach 50 bis 100 km die Radmuttern nachgezogen werden.

Für guten Grip ist laut ADAC der richtige Luftdruck entscheidend. Bei zu hohem oder zu geringem Luftdruck setze sich das Profil schneller zu, der Bremsweg verlängert sich, der Verbrauch steigt, die Reifen verschleißen schneller. Auch Schneeketten müssen vor Einbruch des Winters auf Verschleiß kontrolliert werden. Außerdem ist es ratsam, das Anlegen der Ketten vor dem Wintereinbruch zu trainieren. Das spart im Fall der Fälle Zeit und erhöht die Sicherheit.

Wer im Ausland unterwegs ist, sollte sich über die Rechtsvorschriften bezüglich Winterreifen und Schneeketten auf der Route schlau machen. Innerhalb Europas gibt es erhebliche Unterschiede. Eine Nichtbeachtung kann teuer werden.

3. Wer rastet, der rostet

Durch Nässe und Salz entsteht an allen Verbindungsteilen aus Metall Korrosion, die zu Übergangswiderständen führt. Plötzlich fließt kein Strom mehr. Anfällig für Korrosion sind beispielsweise Kabel mit Scheuerstellen, Batterie-Übergabepunkte oder Anhängersteckdosen, die beim Koppeln der ziehenden Einheit mit dem Anhänger oder Auflieger beansprucht und nicht selten beschädigt werden. Gerade in den Wintermonaten raten die Experten des ADAC Truckservices deshalb, das Fahrzeug zur Vorbeugung regelmäßig und gründlich zu reinigen. Für LKW, die im harten Wintereinsatz sind – wie etwa Baustellen- oder Winterdienstfahrzeuge – ist eine Unterbodenkonservierung ratsam, die rechtzeitig vor dem Winter auf Schäden geprüft und gegebenenfalls erneuert werden sollte.

4. Abfahrtskontrolle nicht vergessen

Der sorgfältigen Abfahrtskontrolle kommt in der kalten Jahreszeit laut ADAC eine besondere Bedeutung zu. Vor allem sei die Kontrolle der Fahrzeugdächer Pflicht. Herabfallende Schnee- und Eisplatten gefährdeten die anderen Verkehrsteilnehmer und müssten vor Fahrtantritt unbedingt beseitigt werden. Ein wachsames Auge sollte der Fahrer zudem auf gesplittertes Plastik oder poröse Dichtungen haben, durch die Feuchtigkeit in die Lampen eindringen und einen Kurzschluss verursachen kann.

Die Fahrweise den Witterungsverhältnissen anzupassen, ist bei Eis und Schnee selbstverständlich. Bei schlechter Sicht durch Nebel, Schnee oder Regen (weniger als 50 m) gilt für Fahrzeuge mit mehr als 7,5 t zulässigem Gesamtgewicht zudem ein Überholverbot. Die Missachtung führt zu einem Bußgeld von 120 EUR und einem Punkt in Flensburg.

5. Winter-Checkliste des ADAC Truckservice

Der Pannendienst hat die wichtigsten Punkte noch einmal als Checkliste zusammengefasst:

  1. Auf Winterreifen wechseln: knapp 2 mm Profiltiefe sind gesetzlich vorgeschrieben, besser sind mindestens 4 bis 6 mm. Nachziehen der Radmuttern nach 50 bis 100 km nicht vergessen. Vorschriften im Ausland kennen.
  2. Luftdruck checken: Der richtige Reifendruck sorgt für Grip und verhindert, dass sich das Profil zusetzt.
  3. Schneeketten prüfen: Bei Bedarf mit Rostlöser oder Diesel behandeln und zur Übung probehalber anlegen. Vorschriften im Ausland kennen.
  4. Batterieleistung und Batterieübergabepunkte testen.
  5. Für Kühler-Frostschutz bis minus 30 Grad sorgen.
  6. Frostschutz im Bremssystem prüfen und Entwässerungsventile an Druckluftkesseln proaktiv betätigen.
  7. Wischwasser mit Scheibenklar befüllen undNachfüllpack mitführen.
  8. Gehäuse, Dichtungen und Leuchtmittel von Scheinwerfern und Positionslichtern prüfen.
  9. Anhängersteckdosen auf Beschädigungen prüfen.
  10. LKW-Unterbodenkonservierung prüfen.
  11. Türgummi mit Hirschtalg behandeln, um ein Zufrieren und Schäden zu verhindern.
  12. Türschlossenteiser ins Handgepäck legen (nicht ins Fahrzeug!).
  13. Lappen griffbereit halten, um Lampen, Spiegel und Scheiben zu säubern.
  14. Warme Kleidung und Decke mitführen.
  15. Klimaanlage auch im Winter gelegentlich einschalten, damit Dichtungen nicht austrocknen.

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