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Fachkräftemangel behindert Wirtschaftswachstum – kann das Fachkräfte-Einwanderungsgesetz abhelfen?

Ein Fachkräfte-Einwanderungsgesetz könnte das Problem lösen und neue schaffen.

Die Ökonomen des Ifo-Instituts - Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München e.V. – sind überzeugt, dass das jährliche Wachstum der Wirtschaft in Deutschland im Jahr 2035 nur noch 0,6 Prozent beträgt. Als Grund wird der Fachkräftemangel angegeben.

Das Wachstum der Wirtschaft wird spätestens ab 2025 deutlich sinken und bis 2035 nur noch 0,6 Prozent erreichen. Das geht aus der neuesten im Juni 2019 veröffentlichten Ifo-Studie hervor. Auch Lebensstandard und Arbeitsproduktivität sollen langsamer wachsen als bisher. Unterschiede gibt es zwischen den Bundesländern: Strukturschwache Bundesländer wie Saarland, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern seien stärker betroffen und müssten eventuell sogar mit einem Schrumpfen der Wirtschaftsleistung rechnen. In Hamburg, Bayern, Berlin und Baden-Württemberg sei eher von besseren Zahlen als dem Schnitt auszugehen.

Studiendirektor Robert Lehmann führt Maßnahmen an, die einem Rückgang der Wirtschaftskraft vorbeugen könnten: „Erforderlich wäre auch langfristig eine deutlich stärkere Ausrichtung der Politik auf die Stärkung des Wachstums, insbesondere durch vermehrte Innovationen. Ob die Politik hierfür die Kraft aufbringen kann, ist allerdings fraglich.“ Helfen können laut Lehmann auch höhere Erwerbsquoten, mehr Weiterbildung und eine gezielte Zuwanderung von Fachkräften.

Entspannung durch Einwanderungsgesetz?

Eine Zuwanderung von Fachkräften könnte das neue Fachkräfte-Einwanderungsgesetz aus Staaten außerhalb der EU begünstigen. Es soll qualifizierten Fachkräften den Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt erleichtern und könnte so auch den Fachkräftemangel in der Logistik lindern. Das Anfang Juni 2019 beschlossene Gesetz sieht vor, dass künftig alle Fachkräfte, die über einen Arbeitsvertrag und eine anerkannte Qualifikation verfügen, in den jeweiligen Berufen in Deutschland arbeiten dürfen. Die bislang geltende Vorrangprüfung sowie die Beschränkung auf sogenannte Engpassberufe sollen entfallen.

Zudem wird so nicht nur für Hochschulabsolventen sondern auch für Fachkräfte mit qualifizierter Berufsausbildung aus Nicht-EU-Staaten die Möglichkeit geschaffen, für bis zu sechs Monate befristet in Deutschland einen Job zu suchen. Voraussetzungen: Deutschkenntnisse und gesicherter Lebensunterhalt während der Arbeitsplatzsuche.

Andererseits ist Deutschland für ausländische Fachkräfte, die mindestens einen Master-Abschluss haben, nur mäßig attraktiv, hat eine im Mai veröffentlichte OECD-Studie ergeben, die mit Hilfe der Bertelsmann-Stiftung aufgesetzt wurde. Deutschland erreicht nur Rang 12. Eine der Ursachen: Bildungsabschlüsse würden zu selten anerkannt.

Berufskraftfahrermarkt könnte profitieren

Für ausländische LKW-Fahrer, die in Deutschland arbeiten, könnte das gleichzeitig beschlossene Beschäftigungs-Duldungsgesetz interessant sein: Gut integrierte Geduldete, die ihren Lebensunterhalt durch eine Erwerbstätigkeit selbst sichern, können nun einen verlässlichen Status erhalten. Die Beschäftigungs-Duldung kann nach 30 Monaten in eine Aufenthaltserlaubnis führen. Zudem plant das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS), die Beschäftigungsverordnung (BeschV) dahingehend zu ändern, dass der Zugang für Berufskraftfahrer aus Drittstaaten zum deutschen Arbeitsmarkt erleichtert wird.

Der Bundesverband Spedition und Logistik DSLV mahnt an, dass Verwaltungsverfahren im Zusammenhang mit der Zulassung bzw. Anerkennung ausländischer LKW-Fahrer beschleunigt werden müssten. Der Mangel an qualifizierten LKW-Fahrern spitze sich weiterhin zu, so der DSLV in einer Mitteilung. Dadurch drohten schwerwiegende Auswirkungen auf die Volkswirtschaften Europas.

Inzwischen fehlen der Logistikbranche nach Verbandsangaben allein in Deutschland mehr als 45.000 Fahrzeugführer, mit weiter steigender Tendenz. Die Situation verschärfe sich nicht nur auf dem europäischen Landverkehrsmarkt. Auch verkehrsträgerübergreifende Lieferketten und die internationalen Wertschöpfungsketten von Industrie und Handel seiend bereits von diesem Negativtrend betroffen.

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