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Zweites Vorstellungsgespräch ist kein Selbstgänger

Eine gute Vorbereitung auf das zweite Vorstellungsgespräch kann Türen öffnen. (Foto-Quelle: Fotolia)

Es geht weiter: Nach dem ersten Bewerbungsgespräch erhalten Sie eine zweite Einladung. Also alles richtig gemacht! Aber Sie sollten sich nicht zu sicher sein, den angestrebten Logistik-Job nun auch tatsächlich zu bekommen. Was zu beachten ist.

Fast jeder Logistiker kennt das: Nach dem ersten Vorstellungsgespräch folgt meist ein weiteres, manchmal sogar noch mehrere. Hin und wieder nur, um den Vertrag zu unterschreiben. Oft jedoch, um dem Bewerber noch einmal auf den Zahn zu fühlen oder ihn den Fachverantwortlichen oder der künftigen Abteilung zu präsentieren. Das ist nicht ohne Tücken und keineswegs ein Selbstläufer. Schließlich kann ein zweiter Termin neben Interesse auch Unsicherheit bedeuten, ob man denn wirklich den richtigen Kandidaten für die Position und die künftige Abteilung ausgewählt hat. Und: Eine Personalentscheidung hängt oft von mehreren Entscheidern ab.

Personaler bewerten die Chance, ob ein Bewerber nach dem zweiten Vorstellungsgespräch die vakante Stelle bekommt, mit 50 zu 50. Daher gilt es für die Kandidaten, das erste Gespräch genau zu analysieren und sich intensiv auf den zweiten Termin vorzubereiten. Meist geht es darin nicht um das, was bereits in der Bewerbung oder im Lebenslauf stand. Erforderliche Kenntnisse werden häufig tiefergehend abgeklopft, oft spielen auch vertragliche Details bereits eine Rolle.

Wichtig: Sie müssen Ihre Gesprächspartner überzeugen, der oder die Richtige für die ausgeschriebene Position zu sein. Der gute Eindruck aus dem ersten Gespräch hilft Ihnen nicht weiter, Sie müssen nachlegen. Motivation, Rhetorik, Stärken auf den Punkt: Darauf kommt es an.

1. Vorbereitung und möglicher Ablauf

Der zweite Termin beginnt mit der Nachbereitung des ersten Gesprächs:

-          Worum ging es?

-          Welche offizielle und inoffizielle Position hat jeder Ihrer Gesprächspartner besetzt?

-          Welche Motivationen konnten Sie erkennen?

-          Welche Lieblingsthemen hatten die Personen jeweils?

-          Welche fachlichen Themen wurden angerissen? Welche bezogen sich auf die Stellenausschreibung? Welche Punkte sind noch nicht zur Sprache gekommen?

-          Welche Punkte aus Ihrem Lebenslauf waren von Interesse?

Denken Sie jeden dieser Punkte weiter. Worum könnte es im zweiten Gespräch gehen und wie können Sie sich am besten darstellen? Am besten ist immer das, was das Unternehmen bzw. Ihre Gesprächspartner weiter bringt.

Grundsätzlich sind die Möglichkeiten für den Ablauf des zweiten Bewerbungsgesprächs vielfältiger als für den ersten Termin, der meist in einem Besprechungsraum stattfindet. Ob Essen, Betriebsbesichtigung, mehr und unvorhersehbare Gesprächspartner: Stellen Sie sich schnell auf die vielleicht ungewohnte Situation ein und achten Sie auf Ihre Selbstpräsentation, die erstens tiefe und weitreichende fachliche Kompetenz und zweitens tadellose gesellschaftliche Umgangsformen ausstrahlen sollte.

Der Ablauf selbst ist allerdings ähnlich:

-          Vorstellungsrunde

-          Fragen der Unternehmensvertreter

-          Ihre Antworten

-          Nachfragen der Unternehmensvertreter

-          Ihre Antworten

-          Ihre Fragen.

Dies kann durchaus in Form einer Diskussion sein. Allerdings können Sie aktiver das Gespräch führen und Anknüpfungspunkte an das erste Gespräch herausstellen. Hinzu kommen vertragliche Details, die geklärt werden.

2. Entscheider? Andere Gesprächspartner und neue Kollegen

Wie schon erwähnt, sollten Sie davon ausgehen, dass zusätzlich zum oder statt dem Personalverantwortlichen Fachverantwortliche wie etwa der direkte künftige Vorgesetzte am Gespräch als Entscheider teilnehmen. Hier gilt es, erneut fachlich und persönlich zu überzeugen. Fragen Sie bei der Terminbestätigung nach, wer beim Gespräch dabei sein wird, um sich auf diese Personen und ihre möglichen Fragen vorbereiten zu können. Wieder zählen – neben dem, was Sie sagen – der erste Eindruck und auch Ihre Körpersprache. Denken Sie daran, sich den neuen Personen kurz, aber mit Bezug auf Ihre persönliche Eignung für die ausgeschriebene Position vorzustellen (Stärken, Erfahrungen…).

Treffen Sie auf Ihre potenziellen neuen Kollegen, seien Sie wachsam und achten Sie auf Ihre Selbstpräsentation. Welche Hierarchien sind zu erkennen? Wer besetzt welche Position in der Gruppe? Welche Typen begegnen Ihnen? Wie ist der Kleidungsstil? Überlegen Sie nach der Begegnung, wie Sie sich künftig selbst präsentieren wollen: anpassen oder sich abheben? Abwarten oder vorpreschen?

Ebenso sollten Sie darauf eingestellt sein, Lösungsvorschläge für beim ersten Termin erörterte Herausforderungen zu präsentieren. Wie auch immer die Runde zusammengesetzt ist: Unterhalten Sie sich immer mit allen Gesprächspartnern gleichermaßen und behandeln Sie alle mit Respekt und der passenden Ansprache. Wer letztendlich als Entscheider das letzte Wort hat, ist für Sie nicht immer offensichtlich. Gutes Benehmen hat im Übrigen nicht nur der „Wichtigste“ verdient.

3. Tiefgehende Kenntnisse

Geht es um Herausforderungen aus der Praxis, die Sie künftig für das Unternehmen annehmen sollen, so müssen Sie, wie unter 1. erwähnt, darauf vorbereitet sein und Lösungsansätze parat haben. Diese müssen Sie fachlich begründen und mit Ihren Gesprächspartnern diskutieren können. Bestens geeignet sind in diesem Zusammenhang auch Beispiele aus Ihrer Praxis, an denen Sie mitgewirkt haben.

Meist ergeben sich die zu erwartenden Gesprächsthemen aus dem ersten Bewerbungsgespräch. Daher ist es einfach, in der Selbstpräsentation beim zweiten Termin zu punkten. Führen Sie das Gespräch gegebenenfalls aktiv. Stellen Sie heraus, wo bereits interessante Ansätze aus dem ersten Gespräch sich für Ihren künftigen Einsatz ergeben haben. Vertiefen Sie diese.

4. Konkurrenz noch nicht ausgeschaltet

Nach wie vor muss Ihr unbedingter Wille zu erkennen sein, den neuen Job zu wollen. Sie sollten also dieselbe Begeisterung an den Tag legen wie im Erstgespräch. Oft werden nicht nur Sie, sondern auch Konkurrenten zu einem zweiten Gespräch eingeladen. Daher ist Siegessicherheit fehl am Platz. Es handelt sich bis zum letzten Moment nicht um einen Selbstläufer. Seien Sie selbstbewusst, aber bescheiden, und immer Ihren Gesprächspartnern emotional zugewandt.

Bleiben Sie bei allen Punkten bei dem, was Sie im Erstgespräch erzählt haben. Abweichungen erzeugen Misstrauen. Versprechungen, die Sie im Erstgespräch gemacht haben, dürfen Sie beim zweiten Termin nicht zurücknehmen. Sie enttäuschen sonst Ihren potenziellen Arbeitgeber, der Sie vielleicht genau deshalb in die engere Wahl genommen hat, und schwächen Ihre Position. Vielmehr müssen Sie Umsetzungsansätze für Ihre Versprechen nennen, um Ihre Glaubwürdigkeit zu untermauern.

Bleiben Sie authentisch, aber kommen Sie noch professioneller ´rüber als im ersten Gespräch. Das gelingt durch noch bessere Vorbereitung anhand der gesammelten Anhaltspunkte aus dem ersten Treffen – keinesfalls durch Wiederholung Ihrer Stationen aus dem Lebenslauf.

5. Fragen und Fragen stellen

Typische Fragen, wie sie in fast jedem ersten Vorstellungsgespräch gestellt werden, gibt es nicht. Beim zweiten Termin kommt es noch stärker darauf an, Sie, Ihre fachliche Herangehensweise an Herausforderungen und Ihre persönlichen Eigenschaften auch in Bezug auf die Chemie im bestehenden Team kennenzulernen. Es kann durchaus sein, dass die zweite Unterhaltung sich nur um ein einziges Problem dreht, das Sie gemeinsam mit Ihren Gesprächspartnern erörtern.

Ihre offenen Fragen – auch über Vertragsdetails hinaus – sollten Sie spätestens bei diesem zweiten Termin stellen. Möchten Sie Ihren potenziellen künftigen Arbeitsplatz sehen? Sind Ihnen bestimmte Abläufe bisher noch nicht klar geworden? Ist Ihnen Ihre künftige Position noch nicht deutlich? Fehlen noch Informationen über die Art der Zusammenarbeit mit den eventuellen neuen Kollegen? Dann fragen Sie jetzt.

6. Benimm ist in

Achten Sie darauf, nicht dieselbe Kleidung zu tragen wie beim ersten Mal. Sollte das Zweitgespräch bei einem „zwanglosen“ Essen stattfinden, frischen Sie Ihr Benimmwissen auf, beispielsweise unter: https://www.birdiematch.de/logistik-news/zu-tisch-bitte-logistiker-wissen-sich-zu-benehmen. Knüpfen Sie an Punkte aus dem Erstgespräch an. Und nutzen auch Sie die Gelegenheit, offene Fragen zu klären – zumal Fragen von Ihnen erwartet werden, allerdings nicht dieselben wie beim ersten Termin. Überlegen Sie sich also im Voraus, was Sie fragen wollen. Und nutzen Sie Ihre Fragen auch zur Selbstpräsentation. Fragen drücken auch Fachkompetenz aus. Auch bei einem solchen Essen gilt: Behalten Sie Ihre potenziellen künftigen Kollegen im Auge und behandeln Sie diese äußerst respektvoll.

7. Vertragliche Details

Machen Sie sich vor dem Gespräch noch einmal bewusst, warum Sie sich auf diese Stelle beworben haben, was Sie daran reizt und wie Ihr Engagement entlohnt werden soll. Jedes von Ihnen gewünschte Vertragsdetail sollten Sie begründen können. Legen Sie Wert darauf, eine Arbeitsplatzbeschreibung für Ihre neue Position zu erhalten.

In der zweiten Vorstellungsrunde geht es in der Regel auch um die Höhe Ihres Gehalts – aber auch um Arbeitszeiten, die Möglichkeit, von zuhause aus zu arbeiten, Firmenwagen und ähnliches. Loten Sie Ihre finanzielle Untergrenze aus und überlegen Sie sich, welche Vorteile Ihnen Geld wert sind.

Und vergessen Sie nicht: Eventuell sind Sie wie schon erwähnt nicht der einzige, der zu einem zweiten Gespräch eingeladen wurde. Das sollte Sie motivieren und warnen.

Informationen zum gesamten Bewerbungsprozess haben wir hier für Sie zusammengetragen: https://www.birdiematch.de/logistik-news/richtig-bewerben