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Berufs-Check: Paketzusteller/innen

Zuverlässigkeit, Geschick und schnelle Auffassungsgabe für den Job des Paketzustellers maßgeblich.

Die Protagonisten der letzten Meile sind immer unterwegs

Wer gern unterwegs und körperlich fit ist, bringt schon einmal die wichtigsten Grundvoraussetzungen für den Beruf des/der Paketzustellers/in mit. Immer in Bewegung, raus aus dem Transporter, Pakete hieven, Schwätzchen mit den Kunden, zurück auf den Fahrersitz und weiter geht’s zum nächsten Stopp. Den ganzen Tag transportieren sie Pakete und Warensendungen zu den Kunden und händigen sie gegen Unterschrift aus. Sie sind die Protagonisten der letzten Meile und schaffen es mindestens einmal im Jahr in die Presse, wenn es wieder heißt: „Paketzusteller wappnen sich für Weihnachtsrekordgeschäft“. Die steigenden Online-Abverkäufe produzieren wahre Paketfluten - und ohne zügig arbeitende Zusteller droht das Chaos. Spannend: In Zeiten, in denen uns Themen wie Lärm, Abgase und unzureichender Parkraum vor allem im innerstädtischen Bereich beschäftigen, überdenkt man neue Alltagszenarien für den/die Paketzusteller/in. Was sie den ganzen Tag machen, wie sich der Beruf in Zukunft ändern könnte, und was man sonst noch über den Job wissen möchte, erfahren Sie hier in unserem Berufs-Check.  

    Was machen Paketzusteller/innen?

    Nichts für Langschläfer: wenn die meisten Menschen noch in ihren Betten liegen, beginnt für die Zusteller der Arbeitstag in ihrer zentralen Verteilerstelle. Dort werden die in der Nacht eingetroffenen Pakete den einzelnen Bezirken innerhalb des Einzugsgebiets zugeordnet. Zu den Aufgaben des Paketzustellers/der Paketzustellerin gehört auch eine clevere, systematische Verladung in das Fahrzeug. Die zuerst zuzustellenden Pakete werden als letztes hineingebracht. Dadurch geht unterwegs keine wertvolle Zeit verloren. Eine wichtige Vorarbeit bei dem meist sehr straffen Arbeitsplan.

    Zusteller und Zustellerinnen sind in den meisten Fällen einem Bezirk fest zugeordnet. Dieser kann entweder aus einem oder mehreren Stadtteilen oder in ländlichen Gebieten aus mehreren Orten und Gemeinden bestehen. Die Zustellbasis erhält elektronische Verkehrsmengendaten. Daraus ist das Volumen ersichtlich, das die Boten an dem Tag im jeweiligen Revier bewältigen müssen.

    Routenplanung, Vorsortieren und Beladen erfolgt, je nach Arbeitgeber, heute oft maschinell. Die Zusteller erhalten per WLAN die Daten der aktuellen Auslieferungen auf ihrem wichtigsten Arbeitsgerät, dem Handscanner. Damit erfassen sie jede einzelne Sendung. Das Einscannen dient der Dokumentation und erzeugt einen Eintrag in der Sendungsverfolgung. Von Briefsendungen über Päckchen bis hin zu Großpaketen ist alles dabei. Express-Sendungen müssen zuerst zum Kunden gelangen. Es folgen die Standard-Pakete und am Schluss die Abholungen. Der Scanner ist immer im Einsatz. Er weiß die Lieferadressen, auf ihm unterschreibt der Kunde und am Ende informiert er den Fahrer über die Abholzeiten der Retouren.

    Vor der Abfahrt wird noch kurz, aber gründlich das Fahrzeug geprüft. Alles OK? Dann kann es losgehen. Im „eigenen Revier“ kennt sich der Zusteller oder die Zustellerin schnell aus. Der Reihe nach verteilen sie die Pakete. Sie holen die Unterschrift auf dem Handscanner ein, nehmen gegebenenfalls Zahlungen entgegen und ziehen weiter zum nächsten Kunden. Hier und da gibt es ein Schwätzchen. Kommunikation ist in dem Job wichtig. Der sympathische hilfsbereite Auftritt an der Haustür zeichnet einen guten Zusteller aus. Nach getaner Arbeit kehren sie in die Zustellbasis zurück, rechnen vereinnahmte Nachnahmebeträge ab und entladen ihre Fahrzeuge. Darunter sind nicht zustellbare Pakete, Retouren oder Pakete aus Abholaufträgen. 

    Insgesamt sind die Paketzusteller für den reibungslosen Ablauf der Zustellungen verantwortlich. Dazu gehören im Wesentlichen: 

    • Routenplanung
    • Strategisches Beladen des Transporters
    • Sicherung der Ladung
    • Zügiges Abfahren der Route
    • Vertrauensvoller, vorsichtiger Umgang mit der Ware
    • Freundliche Kundenkommunikation

    Wie wird man Paketzusteller/in?

    Generell ist eine abgeschlossene Berufsausbildung nicht zwingend erforderlich, jedoch setzen die meisten Paketdienste zumindest einen erfolgreichen Hauptschulabschluss als Einstellungskriterium voraus. In der Regel erfolgt zu Beginn eine praktische Einweisung, die je nach Arbeitgeber einige Wochen dauert. Wer auf bessere Verdienstchancen setzt, sollte unbedingt eine Ausbildung zur Fachkraft für Kurier-, Express- und Postdienstleistungen durchlaufen. Sie dauert 2 Jahre, ist dual aufgebaut und liefert eine solide Ausgangsposition für die berufliche Weiterentwicklung. Während der Lehrzeit verbringt man einen großen Teil im Betrieb und erlernt dort den Beruf in der Praxis. Die Berufsschule vermittelt zusätzlich theoretisches Wissen. Nach zwei Jahren erfolgt die Abschlussprüfung. Voraussetzung für die Ausbildung ist der Hauptschulabschluss.  

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    Arbeitsbedingungen

    Der Beruf des Zustellers bringt ein zeitiges Aufstehen wie auch den ständigen Lauf gegen die Zeit mit sich. Ein früher Vogel, der kein Wetter scheut und dem Stress und Straßenverkehr nichts anhaben kann, findet viel Freude an dem Job. Die Ankunft eines Pakets ist für den Empfänger normalerweise ein Grund zur Freude. Eine angenehme Randerscheinung, die den stressigen Alltag, die schweren Pakete und so manche Unwegsamkeit im Verkehr kompensiert. Schnell kennt man sein Revier, die Straßenläufe und die Menschen. Immer wieder nett, wenn man klingelt und ein kleines Schwätzchen hält. Dann muss man aber auch schnell weiter, der Zeitplan ist stets straff getaktet. Bewegung kommt nicht zu kurz. Anstatt von morgens bis abends im Büro zu sitzen, ist der Zusteller/die Zustellerin ständig auf den Beinen und viel an der frischen Luft.

    Wo arbeitet man als Paketzusteller/in?

    Zusteller/innen arbeiten überwiegend bei Post- und Kurierdienstleistern sowie Speditionen. Vereinzelt sind sie auch direkt bei Unternehmen (Warenhäuser, Genussmittelhersteller) angestellt und beliefern einen festen Kundenstamm.

    Welche Fähigkeiten muss man mitbringen?

    Da die Auslieferung der Pakete in den meisten Fällen mit Auto oder Kleintransporter erfolgt, gilt der Führerschein der Klasse B als Grundvoraussetzung. Eine zusätzliche Fahrerlaubnis für größere LKW kann die Erfolgsaussichten einer Bewerbung verbessern. Häufig verlangen die Arbeitgeber auch ein polizeiliches Führungszeugnis.

    Eine schnelle Auffassungsgabe ist während der Probezeit gefordert. Die Einarbeitung durch erfahrene Kollegen bzw. Kolleginnen ist auf wenige Tage beschränkt. Danach muss der Bewerber seine Touren selbstständig und in demselben Tempo abwickeln. Pakete bis zu 40 kg schleppen? Das sollte kein Problem sein. Wer den Beruf ausübt, muss körperlich fit sein. Daneben ist eine geistige Belastbarkeit unumgänglich. Sollten Stresssituationen entstehen, darf man sie sich gegenüber Empfängern nicht anmerken lassen. Ein gutes Organisationstalent und ein ausgeprägter Orientierungssinn sind von Vorteil. Dies gilt umso mehr beim Einsatz in städtischen Gebieten. Baustellen, Einbahnstraßen oder ähnliche Verkehrshindernisse erfordern oftmals ein Abweichen von der gewohnten Route, was man möglichst ohne großen Zeitverlust meistern sollte. Für die schnelle Bewältigung ist es hilfreich, gut strukturiert zu arbeiten und über eine gute Verkehrs- und Autokontrolle zu verfügen. Der tägliche Kundenkontakt fordert ein freundliches und kontaktfreudiges Auftreten und kundenorientiertes Denken. 

    Auf einen Blick:

    • Führerschein Klasse (mindestens Klasse B)
    • Körperliche Fitness
    • Mentale Belastbarkeit
    • Stressresistenz
    • Gutes Zeitmanagement
    • Freundliches, kontaktfreudiges Auftreten
    • Kundenorientierung
    • Kommunikationsstärke
    • Strukturiertes Arbeiten
    • Orientierungssinn
    • Schnelle Auffassungsgabe
    • Selbstständigkeit
    • Ehrlichkeit
    • Pünktlichkeit
    • Zuverlässigkeit

    Welche Zukunftsaussichten haben Paketzusteller/innen?

    Die Branche der Paketzusteller wächst stetig. Durch den boomenden Internethandel steigt die Nachfrage nach Paketzustellern kontinuierlich. Europaweit finden ca. 250.000 bis 300.000 Arbeitnehmer einen Job in diesem Bereich. Auch in Deutschland gibt es viele Menschen, die in der Branche ihr tägliches Brot verdienen. Nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, dass hier jährlich zwei Milliarden Pakete den Besitzer wechseln.

    Paketzusteller haben also eine breite Auswahl an möglichen Arbeitgebern. Durch die Digitalisierung werden zwar weniger Briefe versandt, allerdings müssen Pakete und größere Sendungen noch immer persönlich zugestellt werden - zumindest solange, bis Roboter und Drohnen diese Aufgabe in ferner Zukunft übernehmen. 

    Welche Karrieremöglichkeiten gibt es?

    Um die Zukunfts- und Gehaltschancen zu verbessern, können Paketzusteller sämtliche betriebswirtschaftliche Weiterbildungen machen, die mit vorliegendem Schulabschluss möglich sind. Mit den zusätzlichen Kompetenzen kann man vielfältigere und verantwortungsvollere Aufgaben übernehmen sowie ein höheres Gehalt erwarten. Die Kombination aus Berufserfahrung und einer Weiterbildung macht den Weg zu einer Position mit Führungsverantwortung frei.

    Die Entwicklungsmöglichkeiten vergrößern sich auch, wenn man die Ausbildung zur Fachkraft für Kurier-, Express- und Postdienstleistungen auf 3 Jahre verlängert und dadurch einen kaufmännischen Titel erlangt. Mit diesem Abschluss kann man an einer Fachschule die Weiterbildung zum Betriebswirt absolvieren.

    Kleiner Gehaltsreport für Paketzusteller/innen

    Das monatliche Bruttoeinkommen hängt in erster Linie von Kriterien wie dem Standort, der Größe des Unternehmens und der Berufserfahrung ab. Große Arbeitgeber wie die Post sind an Tarifverträge gebunden; hier liegt der tariflich vereinbarte Stundenlohn zwischen 10,75 Euro und 23,27 Euro brutto. In der Regel liegt das Bruttoeinkommen hier bei etwa 2.200 bis 2.600 Euro.

    Allerdings sind nicht alle Arbeitgeber an Tarifverträge gebunden und insbesondere bei Subunternehmern ist das monatliche Bruttoeinkommen häufig etwas niedriger.

    Ebenfalls entscheidend ist die Berufserfahrung, die man vorweisen kann.

    Für Anfänger beträgt das Einstiegsgehalt rund 1.500 und 1.700 Euro brutto. Berufserfahrung wirkt sich in der Regel positiv auf die Einkommenshöhe aus.

    Eine Ausbildung zur Fachkraft im Bereich Kurier-, Express- und Postdienstleistungen beeinflusst das Bruttoeinkommen ebenfalls positiv und ermöglicht einen Monatsverdienst von 2.000 und 2.700 Euro. Paketzusteller erhalten zudem Zuschläge für Nachtarbeit sowie Dienst an Sonn- und Feiertagen.

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    Blick in die Zukunft

    Die Paketzustellungen werden in Zukunft weiter zunehmen; der Onlinehandel könnte auf Jahre hinweg zweistellige Wachstumsraten aufweisen. Die Zustellung an den Kunden bietet jedoch immer mehr Angriffsfläche. Gefordert werden weniger Feinstaub, knatternde Motoren, zugeparkter öffentlicher Raum. Politik und Wirtschaft suchen Alternativen, um auf der letzten Meile den mit Kraftstoff betriebenen Verkehr zu reduzieren. Diskussionen, welche Maßnahme das größte Einsparpotenzial liefert, laufen. Neue Infrastrukturen und Technologien sollen vor allem im innerstädtischen Bereich Lösungen schaffen. Von E-Lastenrädern und E-Scootern, optimierter Koordination unter den Zustellern bis hin zu autonomen Kleinfahrzeugen und Drohnen: es gibt viele Ansätze, die Abhilfe schaffen könnten. Ja, das Thema nachhaltige Mobilität wird mittelfristig ändern. Für den kommerziellen Einsatz von Drohnen muss der gesetzliche Rahmen jedoch noch im Detail spezifiziert werden. Bis für die Paketzusteller hier Konsequenzen spürbar sind, werden noch einige Jahre vergehen. Aus heutiger Sicht keine Gefahr für sie, eher ein spannender Abschnitt im Gütertransport, an dem sie aktiv teilnehmen dürfen.

     

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