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Wer hat Platz? Baden-Württemberg sucht LKW-Stellplätze

Ein Bundesland greift durch und sucht Hilfe bei Firmen und Privat. | © Ivdesign77 von canva.com

Um den Mangel an Standplätzen für LKW zu lindern, bittet Baden-Württemberg Unternehmen und Privatleute um Stellplatzangebote.

Da die Erweiterung bestehender Parkplätze entlang der Autobahnen schwierig ist und häufig auf Ablehnung bei nahe gelegenen Kommunen stößt, sucht das Verkehrsministerium in einer öffentlichen Ausschreibung Unternehmen wie Speditionen oder Logistikfirmen, Kommunen oder Privatleute, die bereit sind, vorhandene Flächen als LKW-Stellplätze zur Verfügung zu stellen. Das geht aus einer Pressemitteilung des Ministeriums hervor. Bewerbungen sind formlos bis zum Jahresende möglich.

„An den Autobahnen in Baden-Württemberg fehlen nach der Prognose des Bundes bis 2025 mehr als 2.300 LKW-Stellplätze. Wir arbeiten daher mit Hochdruck daran, neue zusätzliche LKW-Stellplätze zu schaffen“, sagte Verkehrsminister Winfried Hermann Anfang Oktober 2019. Er fügte hinzu: „Die Not der LKW-Fahrerinnen und -Fahrer bei der Parkplatzsuche ist groß. Es gibt aber bereits bestehende Flächen, die genutzt werden könnten. Mit unserer Ausschreibung wollen wir das Parkplatzangebot ohne weitere Flächenversiegelung ausweiten und zugleich eine soziale Tat für die LKW-Fahrer umsetzen.“

Parkplatzangebot hält mit Wirtschaftswachstum nicht Schritt

In den vergangenen Jahren ist die Transportleistung im Straßengüterverkehr im Südwesten wesentlich gewachsen, geht aus der Mitteilung hervor. Ursachen seien unter anderem das anhaltende Wirtschaftswachstum, die vom Bund unterlassenen Investitionen in den Verkehrsträger Schiene, die Lage Baden-Württembergs als Transitland, die Produktionsoptimierung in der Wirtschaft sowie das veränderte Konsumverhalten der Bevölkerung. Eine Folge dieser Entwicklung sei ein enormer Bedarf an LKW-Stellplätzen im Bereich der Autobahnen.

Auf der Grundlage einer Erhebung durch den Bund aus dem Jahr 2008 liege der Bedarf für das Jahr 2025 bei landesweit 9.000 LKW-Stellplätzen im Zuge der Autobahnen prognostiziert. Dem steht aktuell ein Bestand von etwa 6.650 Plätzen entgegen. Derzeit wird die Prognose von der Bundesanstalt für Straßenwesen überarbeitet.

In den zurückliegenden Jahren konnten mehr als 120 Stellplätze pro Jahr durch Verdichtung, Erweiterung und den Neubau von Rastanlagen hergestellt werden, meldet Baden-Württemberg. Mehr als 12 Mio. EUR seien investiert worden. Dabei kämen auch alternative Lösungsansätze wie telematische Verkehrssteuerung, Kompaktparken und Rückwärtseinparken an PWC-Anlagen wie in Höfenschlag zur Anwendung. Allerdings machten die Gesetzgebung, die aufwändigen Verfahren bis zur Erlangung des Baurechts und die Tatsache, dass Rastanlagen in der jeweiligen Raumschaft oft unerwünscht seien, den Neu-, Aus- und Umbau von Rastanlagen sehr langwierig und nur schwer durchsetzbar.

Ausschreibung läuft

Minister Hermann erklärte: „Wir stehen bereits im engen Kontakt mit dem Verband Spedition und Logistik Baden-Württemberg und mit dem Transportgewerbe. Wir bemühen uns auch, mit diesen Partnern Ideen zu entwickeln. Es zeichnet sich ab, dass wir alleine das LKW-Stellplatzproblem nicht lösen werden. Ich habe mich daher für einen unkonventionellen Weg entschieden. Wir starten jetzt eine Ausschreibung für Parkflächen in der Nähe von Autobahnanschlussstellen. Kommunen, Gewerbetreibende und Private können ihre Parkmöglichkeiten dem Land anbieten. Ich freue mich, auf die hoffentlich zahlreichen Angebote!“

Die im Rahmen der Ausschreibung eingehenden Vorschläge werden von der Straßenbauverwaltung gesichtet und bewertet. Es ist vorgesehen, dass die Straßenbauverwaltung geeignete Flächen als LKW-Stellfläche herrichtet. Die genauen Regelungen sind im Einzelfall zu vereinbaren. Bewerbungen können bis zum 31. Dezember 2019 formlos an das Ministerium für Verkehr übersandt werden.

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