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Benimm ist in – Netiquette im Netz


Netiquette Benimm-im-Netz
Gutes Benehmen im Netz wird als Netiquette bezeichnet. (Foto-Quelle: Fotolia)

Dass Mobbing und Lügen im Netz zwar weit verbreitet, aber eine absolute Unart und in bestimmten Ausprägungen noch dazu strafbar sind, muss hier sicher nicht betont werden. Dass korrektes Verhalten und eine gewisse Netiquette auch auf Portalen zu den normalen Umgangsformen gehören sollten, ist ebenfalls klar. Doch was genau ist zu beachten?

Das Netz vergisst nichts! Das sollte im Hinterkopf behalten, wer beruflich oder privat im Internet unterwegs ist. Wer wann welche Seiten aufgerufen hat, wer mit wem in welcher Form gechattet hat – alles lässt sich rekonstruieren. Andererseits: Wer sich im Netz korrekt verhält, baut ein positives Image auf. Noch dazu eins, welches besonders weit reicht.

Die Benimmregeln fürs Verhalten im Netz heißen Netiquette, zusammengesetzt aus Netz und Etiquette. Und im Grunde lassen sich viele Regeln aus dem realen Leben auf das Verhalten im Internet, im E-Mail-Verkehr, bei Twitter oder WhatsApp und auf Portalen übertragen. Auch wenn viele Menschen denken, das Internet sei nur ein virtueller Raum, so findet hier doch reales Miteinander statt. Und das sollte stets so gestaltet werden, dass sich alle in der gemeinsamen Kommunikation wohlfühlen können. Das Internet sollte zudem kein Raum sein, in dem jeder alles immer kommentiert allein um des Kommentierens willen.

1. Allgemeine Regeln für die Kommunikation im Netz

Missverständnisse entstehen bei geschriebener Kommunikation schneller als bei der so genannten „face-to-face“-Kommunikation, da Schrift keine nonverbalen Signale transportieren kann. Das sollte Ihnen immer bewusst sein. Zwar gibt es auch im Internet feine Nuancen, die über Zeichen und Symbole transportiert werden – aber nicht jeder kennt und versteht diese.

  1. Vergessen Sie nicht, dass auf der anderen Seite ein Mensch sitzt, der Ihre Texte liest. Verhalten Sie sich wie im wahren Leben: höflich, respekt- und rücksichtsvoll.
  2. Egal, auf welchem Weg Sie kommunizieren: Wenn Sie Nachrichten verschicken, sollten Sie immer eine freundliche Anrede und eine Grußformel am Schluss verwenden.
  3. Wählen Sie eine sinnvolle Betreffzeile. Fassen Sie kurz zusammen, worum es geht, und seien Sie konkret.
  4. Nennen Sie Ihren Namen, möglichst Ihren Klarnamen. Vorname reicht. Aber verstecken Sie sich nicht in der Anonymität. Wenn Sie meinen, anonym bleiben zu müssen, sollten Sie überlegen, ob Sie Ihren Text überhaupt absetzen sollten.
  5. Schreiben Sie nichts, mit dem Sie sich nicht identifizieren können und was Sie nicht auch „face-to-face“ sagen würden.
  6. Wählen Sie Tonalität und Art Ihres Textes nach der Zielperson oder Zielgruppe, der oder für die Sie schreiben.
  7. Lassen Sie Überflüssiges weg. Ihren Roman können Sie anderswo veröffentlichen.
  8. Schreiben Sie nicht nur in Großbuchstaben. Das gilt im Netz als Schreien und ist zudem schwer zu lesen. Gehen Sie auch sparsam mit Fettschrift und Farben um.
  9. Überlegen Sie, bevor Sie schreiben, und überdenken Sie vor dem Abschicken, ob Sie es so schreiben wollten und tatsächlich senden wollen. Könnte jemand Ihren Text missverstehen? Denken Sie auch daran, keine Informationen zu veröffentlichen, die andere kompromittieren könnten. Es lesen mehr Menschen mit als man denkt. Nachrichten lassen sich kaum zurückholen. Gesendet ist gesendet.
  10. Achten Sie auf Rechtschreibung, Grammatik und Ausdruck. Dazu gehört, keine Schimpfworte zu benutzen und so wenig Abkürzungen wie möglich einzubauen. Sie wissen nicht, ob Ihr virtueller Gesprächspartner sie versteht.
  11. Formulieren Sie eindeutig. Vermeiden Sie Ironie. Sie ist oft im geschriebenen Text nur schwer zu verstehen. Zwischentöne lassen sich eventuell mit Emojis ausdrücken. Aber vermeiden Sie eine Emoticonisierung. Die Zeichen haben im Schriftverkehr eigentlich nichts zu suchen und gelten als unprofessionell.
  12. Quellen sind kenntlich zu machen. Auch im Netz gilt beispielsweise das Urheberrecht.
  13. Tauchen Trolle auf oder macht jemand eine inakzeptable Bemerkung Ihnen gegenüber, ignorieren Sie den Kommentar. Wenden Sie sich an den Netzadministrator, blocken Sie die Person, suchen Sie das persönliche Gespräch – aber lassen Sie es im Netz nicht zu einer Eskalation kommen. So viel öffentliche Aufmerksamkeit hat Ihr Gegenüber nicht verdient.
  14. Im Netz wird geduzt. Akzeptieren Sie das und bestehen Sie also nicht auf der Sie-Anrede.
  15. Sagen Sie etwa in einem Forum auch einmal „Danke“, wenn Ihnen eine Antwort genutzt hat.

2. Regeln für den E-Mail-Verkehr

Auch im E-Mail-Verkehr mit Kunden und Kollegen gilt guter Stil als professionell. Viele Arbeitsbeziehungen beginnen mit einer Business-E-Mail. Und: E-Mails ersetzen mittlerweile viele Telefongespräche und Briefe und enthalten im beruflichen Alltag relevante Informationen.

Entsprechend gilt es, ähnliche Formalien wie im Brief einzuhalten. Dies gilt beispielsweise für

-        Betreffzeile

muss eindeutig aussagen, worum es geht. Nur dann ist für den Empfänger die Wichtigkeit einzuschätzen.

Die ganze Nachricht hat hier nichts zu suchen.

Achtung: Wählen Sie immer ein aktuelles Betreff, falls Sie die Adresse des Empfängers aus einer alten Mail nutzen, auf die Sie einfach antworten.

-        Anrede

darf nicht fehlen. „Hallo …“ oder „Liebe…“ sind innerhalb eines Unternehmens in Ordnung. Bei Vorgesetzten sollte vor allem in konservativen Unternehmen auf das formelle „Sehr geehrter…“ zurückgegriffen werden, ebenso beim Kunden-Erstkontakt.

Wer einen Doktor oder Professorentitel hat, hat ein Recht auf dessen Nennung – auch, wenn dieser selbst in seiner Schlussformel den Titel nicht nennt.

-        Rechtschreib- und Interpunktionsfehler

haben in E-Mails so wenig zu suchen wie in Briefen.

-        Emojis, Gifs und ähnliches

dito. Unprofessionell. Es sei denn, man kennt sich sehr gut, duzt sich und möchte durch ein Emoji die Aussage in die richtige Gefühlsbahn lenken. Trotzdem: besser darauf verzichten.

-        Zwischenbescheid

direkt und sofort auf eine E-Mail kann kurz sein: „Wird erledigt.“ „Okay“ „Kommt bis…“

-        Verabschiedung

muss sein. Formulierung je nach Adressat und Anlass.

-        Abschluss

Achten Sie am Ende Ihrer Mail immer auf den korrekten Firmenabsender inklusive Ihrer Funktionsbezeichnung und Ihrer Kontaktdaten.

-        Ablage

Legen Sie sich virtuelle Ordner zu Vorgängen an, um Ihre Korrespondenz wiederfinden zu können.

Über die Anlehnung an den Brief hinaus gilt:

-        Verteiler

klein halten, damit sich auch jemand zuständig fühlt.

-        CC

für die Adressen verwenden, die nur informiert werden müssen, aber kein „to do“ erhalten.

-        BCC

lieber nicht nutzen. Sieht nach Verschwörung aus.

-        E-Mail-Ketten

vermeiden. Lassen Sie den Empfänger nicht mühsam aus diversen Kommentaren heraussuchen, was relevant oder der neueste Stand ist.

-        Weiterleiten

auf E-Mail-Kette achten. Darf der nun Angesprochene all das wissen, was angehängt ist? Muss er alles lesen? Löschen Sie oder fassen Sie zusammen, was relevant ist.

-        Verständnisschwierigkeiten

Wenn Sie merken, dass per Mail ein Sachverhalt nicht geklärt werden kann: Greifen Sie zum Telefon!

Übrigens: Alle Regeln gelten auch für geschäftliche Nachrichten über WhatsApp.

Und: Auch die zügige Antwort auf eingehende Mails zeigt Anstand und Respekt.

Viele Unternehmen haben ihre eigenen E-Mail-Regeln für die geschäftliche Korrespondenz definiert. Informieren Sie sich!

3. Verhalten auf Job-Portalen – Beispiel BirdieMatch

Speziell für Ihr Verhalten auf dem Job-Matching-Portal BirdieMatch haben wir acht Tipps für Sie zusammengestellt, die Ihnen helfen, sich als Kandidat für den ausgeschriebenen Logistik-Job zu profilieren:

  1. BirdieMatch schlägt Ihnen bereits ein generelles Anschreiben vor. Um sich abzuheben, empfehlen wir Ihnen aber dennoch, eine individuelle Nachricht an den potenziellen Arbeitgeber zu senden.
  2. Nennen Sie einen Grund, warum Sie das Angebot interessiert. Dieser Grund sollte sich speziell auf das Unternehmen und die Vakanz beziehen.
  3. Aber nennen Sie nicht alle Gründe, warum Sie auf diese Stelle passen. Sie sollen kein Anschreiben formulieren. Das kostet Sie und auch denjenigen, der Ihre Nachricht bearbeitet, unnötig Zeit. Ihr Profil liegt dem Unternehmen ja schon vor.
  4. Mit Ihrer Nachricht nehmen Sie bereits Kontakt auf. Schreiben Sie also nicht nur „Ich möchte Sie kontaktieren“, sondern nennen Sie Ihr konkretes Anliegen. Das kann beispielsweise eine Frage sein, auf die Sie eine Antwort möchten, oder auch der Wunsch nach einem Gespräch.
  5.     Achten Sie darauf, dass Ihre Nachricht frei von Rechtschreib- und Grammatikfehlern ist. Im elektronischen Schriftverkehr gelten die gleichen Grundsätze wie für Briefe.
  6.     Nehmen Sie sich etwas Zeit. Auch eine simple Nachricht will überlegt sein. Schließlich ist dies der erste direkte Kontakt zwischen Ihrem potenziellen neuen Arbeitgeber und Ihnen.
  7.     Nutzen Sie den Vorteil, dass Sie auf ein Anschreiben verzichten können, fassen Sie sich kurz. Auch die Personaler wollen davon profitieren, dass es bei BirdieMatch keine Anschreiben gibt und alles schneller geht. Und seien Sie sowohl höflich als auch konkret. Das weckt das Interesse an Ihrer Person.
  8.     Antworten Sie immer schnellstmöglich auf Nachrichten, die Sie erreichen.

4. Netiquette für einen guten Eindruck beim Recruiter

Personaler sind nicht dumm. Sie sind geschickt in der Suche nach den sozialen Profilen und Fußabdrücken potenzieller neuer Mitarbeiter. Ein Grund mehr, sich dort nur von seiner besten Seite zu zeigen – sei es auf Fotos, in Forenbeiträgen, mit Kommentaren oder auch mit der Auswahl der Gruppen, mit denen man sich im Netz austauscht. Auch Ihre sozialen Profile sollten Sie immer aktuell und makellos halten. Gefährden Sie Ihren neuen Job nicht, bevor Sie überhaupt zum Vorstellungsgespräch eingeladen wurden.

Das Netz bietet aber auch gute Möglichkeiten, ohne aktive Suche auf Interesse an einem neuen Job aufmerksam zu machen. Einerseits, indem Sie sich auf Portalen wie BirdieMatch anmelden und ein Profil hinterlegen. Andererseits, indem Sie etwa auf Xing eine Einstellung wie „aktiv auf Jobsuche“ oder „offen für Angebote“ wählen. Headhunter suchen unter „ich biete / ich suche“ nach passenden Schlagworten. Auch hier sollten Sie Ihre Fachkenntnisse, Erfahrungen, Qualifikationen und Alleinstellungsmerkmale einfügen. Aber Achtung: nicht überfrachten.

Achten Sie auch darauf, wer Ihr Profil, Ihre Fotos und mehr sehen darf.

Viele der Regeln im Netz sind ungeschrieben und haben keinerlei rechtliche Relevanz. Allerdings liegt es in der Hand der Betreiber bestimmter Seiten oder Portale, Art und Umfang der Netiquette vorzugeben, deren Einhaltung zu kontrollieren und Verstöße durch Ausschluss von Teilnehmern negativ zu sanktionieren. Weisen Sie die Betreiber darauf hin, wenn Sie sich belästigt fühlen.

Mehr zur Netiquette finden Sie zum Beispiel hier:

https://www.business-wissen.de/artikel/netiquette-wie-sie-sich-im-internet-richtig-verhalten/

https://wb-web.de/material/medien/die-netiquette-eine-vorlage-fur-regeln-zur-legalen-und-fairen-kommunikation.html