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Arbeitsglück – Wenn Mitarbeiter mehr als „nur“ zufrieden sind


Arbeitsglueck Job
Arbeitsglück bedeutet mehr als Mitarbeiterzufriedenheit. (Foto-Quelle: Fotolia)

Sind Mitarbeiter zufrieden, sind sie motivierter, produktiver, ganz einfach leistungsfähiger. Das dürfte mittlerweile für fast niemanden mehr eine echte Neuheit sein. In Zeiten, in denen mit Buzzwords wie Agilität, Millennials und Flexi-Zeiten nur so um sich geworfen wird, hat es wohl jeder mitbekommen: Angestellte wollen heute mehr als nur ihre Stunden absitzen. Herauszufinden, was genau das in der Praxis ist und wie echte Mitarbeiterzufriedenheit aussieht, ist die Herausforderung, vor denen viele Unternehmen und Führungskräfte heute stehen.

Ein Konzept, das aus dem Skandinavischen kommt und auf den Lehren der positiven Psychologie basiert, nennt sich „Arbejdsglæde“ – übersetzt Arbeitsglück oder auch Happiness at Work.

1. Was ist Arbeitsglück?

Prinzipiell ist die Erklärung des Begriffes „Arbeitsglück“ nicht schwierig. Sie haben es, wenn Sie bei der Arbeit Glück empfinden. Komplizierter wird es aber schon, wenn wir fragen, was denn eigentlich Glück ist. Nach der Antwort auf diese Frage suchen wir schließlich schon seit Menschengedenken.

In den 1990er Jahren trieb Martin Seligman, ein US-amerikanischer Psychologe diese Suche weiter voran. Er begann darüber nachzudenken, was das Leben wirklich lebenswert macht und sagt, die folgenden, seien unsere wahren Glücksfaktoren:

  • Positive Emotionen: Wenn wir uns einfach über eine Situation, mit oder für einen Menschen freuen, empfinden wir positive Gefühle. Wir fühlen uns einfach gut, freuen uns auf die Zukunft und sind optimistisch. Erfahren wir eben diese positiven Emotionen regelmäßig, so sind wir stress-resistenter und können unser Potential voll ausschöpfen.
  • Engagement: Wenn wir unsere Stärken einsetzen können und in einer Aufgabe so richtig aufgehen, sind wir im sogenannten Flow. Wir vergessen alles um uns herum uns sind an der Spitze unserer Produktivität.
  • Beziehungen: Zwischenmenschliche Beziehungen machen nicht nur das Privat-, sondern auch das Arbeitsleben schöner. Um diese zu bilden, braucht es emotionale Intelligenz, vor allem Empathie und Wertschätzung.
  • Sinnhaftigkeit: Wir sind mit unserem Job glücklich, wenn wir einen Sinn in den Aufgaben sehen, mit denen wir uns täglich beschäftigen. Wir wollen auf ein Ziel hinarbeiten und Teil eines großen Ganzen sein.
  • Ergebnisse: Wie gut fühlt es sich an, etwas geschafft zu haben? Stolz auf etwas zu sein? Sie wissen es sicher selbst!

All diese Faktoren sind laut Seligman Zutaten für unser Glücksrezept. Merken Sie was? Keiner dieser Punkte beschäftigt sich mit unserem Gehalt, mit dem Endjahresbonus oder dem Firmenwagen.

Ein weiteres interessantes Ergebnis: Alle diese Faktoren sind, in Maßen zumindest, von uns selbst beeinflussbar. Das heißt also, dass wir unser Glück in der Hand haben.

2. Was ist der Unterschied zwischen Arbeitsglück und Mitarbeiterzufriedenheit?

Wenn also jeder Mensch selbst für sein Glück verantwortlich ist, was kann dann die Führungskraft überhaupt tun? Sich zurücklehnen und lediglich immer mal Nachfragen, ob die Kollegen denn auch glücklich sind? Das reicht nicht ganz!

Mitarbeiterzufriedenheit kann als Vorstufe zum Arbeitsglück betrachtet werden. Ein Unternehmen, in dem Angestellte Wertschätzung erfahren, in dem Werte und Sinnhaftigkeit auf Augenhöhe kommuniziert werden und in dem man sich mit Hilfe von konstruktivem Feedback weiterentwickeln kann, schafft die Basis für das Glücklichsein. Vor allem, wenn die Arbeit geschätzt wird, Meinungen und Ideen ernstgenommen und Weiterentwicklungen der Mitarbeiter gefördert werden, fühlen sich Angestellte wohl.

Wirkliches Arbeitsglück ist allerdings vielmehr ein Gefühl, dass Mitarbeiter bei der Arbeit empfinden. Dieses wird nicht durch extrinsische, also äußere Motivationsfaktoren wie Gehaltserhöhungen und kostenlose Obstschalen, sondern durch eben diese Glücksfaktoren hervorgerufen, die wir zuvor ansprachen. Die Rahmenbedingungen müssen stimmen, damit sich Menschen entfalten und glücklich werden können.

Natürlich muss eine gerechte Entlohnung stattfinden aber Bonuszahlungen, ein neuer Dienstwagen und ein Firmenhandy sind eben nicht die Dinge, die uns wirklich langfristig motivieren und glücklich machen.

3. Welche Vorteile hat Mitarbeiterzufriedenheit für Unternehmen?

Unternehmen profitieren ungemein von der Zufriedenheit am Arbeitsplatz. Wie?

    • Mehr Produktivität
      Eine Studie fand heraus, dass glückliche Mitarbeiter um 20 Prozent produktiver sind als unglückliche. Sie fühlen sich verantwortlich und wollen aus innerem Antrieb heraus, etwas zum Gelingen des Unternehmens beitragen. Hieraus profitieren auch die Kunden. Glückliche Angestellte werden besseren Service leisten, zufriedene Kunden wiederum mehr Umsatz generieren.
    • Mehr Kreativität
      Wer bei der Arbeit glücklich ist und das Unternehmen voran bringen will, der sucht nach Innovationen und der will Prozesse verbessern.
    • Höhere Mitarbeiterbindung
      Wer unzufrieden ist, wird früher oder später kündigen. Wer glücklich ist, der wird auch dem Unternehmen gegenüber treuer sein.
    • Weniger Fehlzeiten
      Häufige Fehlzeiten eines Mitarbeiters können unterschiedliche Gründe haben. Generell lässt sich aber sagen: Wer stark gestresst ist, wird sich aus gesundheitlichen Gründen Auszeiten nehmen müssen, wer demotiviert ist, wird auch gern ab und zu blau machen.
    • Bessere Zusammenarbeit im Team
      Glückliche Mitarbeiter bringen sich ein und wollen etwas erreichen. Sie stecken andere mit ihrer positiven Energie an und sind gut für das Arbeitsklima.
    • Ein guter Ruf für Ihr Unternehmen
      Ihr guter Ruf und Ihr Eindruck nach außen hin, wird verstärkt, wenn glückliche Mitarbeiter anderen von ihrer Arbeit berichten oder sich positiv über sie im Internet äußern. So wird es Ihnen zukünftig leichter fallen, neue Team-Mitglieder zu finden.  

4. Was können Sie als Führungskraft zum Arbeitsglück Ihrer Mitarbeiter beitragen?

Wie bereits erwähnt: Für das eigene Glück am Arbeitsplatz ist der Mitarbeiter selbst zuständig. Es lässt sich nicht in einer Schulung erlernen, es lässt sich nicht mit einem Bonus und einem Pizzaabend erkaufen.

Es sollte natürlich eine gerechte Entlohnung stattfinden, der Arbeitsplatz sollte kein gesundheitliches Risiko darstellen und den Mitarbeitern sollte alles zur Verfügung stehen, was sie brauchen, um ihren Job zu erfüllen.

Auch wenn all diese Rahmenbedingungen stimmen, ist das Glücklichsein nicht garantiert. Arbeiten Sie zuallererst an sich selbst! Finden Sie heraus, was Ihre Stärken sind und wie es um Ihre emotionale Intelligenz bestellt ist. Begegnen Sie Ihren Mitarbeitern mit Wertschätzung, kommunizieren Sie positiv, üben Sie nur konstruktive Kritik und zeigen Sie vor allem auch, dass Sie die Arbeit Ihrer Kollegen anerkennen. Kleine Gesten, wie das persönliche Begrüßen am Morgen, können positive Emotionen hervorrufen. Probieren Sie es aus und machen Sie Arbeitsglück – Ihr eigenes und das Ihrer Mitarbeiter - zu Ihrer Priorität.

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