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Bis zu 40.000 neue Logistik-Jobs in der KEP-Branche in den nächsten vier Jahren


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Logistik-Jobs in der KEP-Branche: ein rasant wachsender Bereich des Arbeitsmarktes (Foto-Quelle: Fotolia)

Kurier-, Express- und Paketdienste (KEP) werden voraussichtlich bis zum Jahr 2022 weitere 40.000 Arbeitskräfte benötigen. Das ist gut für jeden, der einen neuen Job in der Logistik sucht. Die KEP-Branche ist ein echter Job-Motor mit diversen großen Playern und besten Wachstumsraten.

1. Definition: KEP und Marktteilnehmer

KEP steht für Kurier – Express – Paket. „Anbieter von KEP-Diensten transportieren vornehmlich Sendungen mit relativ geringem Gewicht (bis ca. 30 kg) und Volumen, wie etwa Briefe, Dokumente, Päckchen und Kleinstückgüter. Durch diese Restriktionen bezüglich Maß und Gewicht wird eine hohe Standardisierung in der Abwicklung möglich, so dass der Umschlag und die Sortierung der Transportobjekte einfach zu (teil)automatisieren sind. Damit gelingt es den KEP-Diensten, Sendungen zuverlässig, in kurzer Zeit (24-Stunden-, 48-Stundenservice, Same-Day- bzw. Over-Night-Delivery) und zugleich mit hoher Wirtschaftlichkeit zu befördern.“ (Quelle)

Die größten Player der Branche sind in absteigender Reihenfolge: Deutsche Post DHL, DPD, UPS Deutschland, Hermes, GLS, TNT Express, Transoflex, Go!, Fedex und In Time (Quelle). Darüber hinaus haben kleine Zusteller auf regionalen Märkten eine Nische gefunden.

Das durchschnittliche Gewicht einer KEP-Sendung liegt laut Bundesverband Paket und Expresslogistik (BIEK) bei 7,4 kg.

2. Aktuelle Zahlen

Der Bundesverband Paket und Expresslogistik (BIEK) hat Mitte Juli 2018 seine KEP-Studie 2018 vorgestellt: 3,35 Mrd. Sendungen haben KEP-Unternehmen und ihre Dienstleister im Jahr 2017 in 140.000 Fahrzeugen transportiert, rund 190 Mio. Sendungen mehr als im Vorjahr. Dies entspricht einem Wachstum um 6,1 Prozent und geht aus der KEP-Studie 2018 des BIEK hervor. Seit der Jahrtausendwende hat sich demnach das Sendungsvolumen nahezu verdoppelt. Umgerechnet auf einen Zustelltag sind dies 11 Mio. Sendungen und etwa 6 Mio. Kundenkontakte. Rund 1,3 Mrd. Sendungen des Jahresvolumens entfielen allein auf den Marktführer Deutsche Post DHL.

Für 2018 rechnet der Verband mit einem Sendungszuwachs um bis zu 5,5 Prozent. Das entspricht mehr als 170 Mio. zusätzlichen Sendungen. Ein Ende des Paketbooms ist offenbar nicht in Sicht. Im Gegenteil: Der Konzern Deutsche Post DHL – kein Mitglied des BIEK – rechnet bis 2020 weiterhin mit einem Anstieg der jährlichen Paketmengen um 5 bis 7 Prozent. Der BIEK geht davon aus, dass im Jahr 2022 in Deutschland voraussichtlich mehr als 4,3 Mrd. KEP-Sendungen transportiert werden.

Der Gesamtumsatz der KEP-Branche stieg 2017 gegenüber 2016 um 4,9 Prozent auf 19,4 Mrd. EUR. Haupttreiber für das Wachstum 2017 war erneut das Endkundengeschäft. Es hat 2017 im nationalen Paketmarkt um zirka 9,7 Prozent zugelegt. B2C-Sendungen halten am gesamten Sendungsvolumen einen immer größeren Anteil. Inzwischen liegen entsprechend der aktuellen KEP-Studie des BIEK der Anteil der B2C-Sendungen an den nationalen Paketsendungen bei 59 Prozent und der Anteil an allen KEP-Sendungen bei 47 Prozent.

Allerdings stiegen die Erlöse der Branche mit knapp fünf Prozent im vergangenen Jahr deutlich geringer als die Zahl der Sendungen. Bei 5,78 EUR lag der Studie zufolge der durchschnittliche Umsatz pro Sendung, sieben Cent weniger als noch 2016.

KEP-Zusteller wurden 2017 schlechter bezahlt als noch 2007

Es ist in aller Munde, Verkehrsrundschau, Tagesschau, DVZ und weitere Medien sowie allen voran die „Rheinische Post“ haben in der zweiten Aprilwoche 2019 berichtet: Die Entgelte der Paketzusteller sind zwischen 2007 und 2017 gesunken.

Nach Angaben aus der „Rheinischen Post“ sind die mittleren Bruttomonatsentgelte der Paketzusteller von im Jahr 2007 gezahlten 2.859 EUR auf im Jahr 2017 gezahlte 2.478 EUR gesunken. Das entspreche einem Rückgang um 13 Prozent. Die „Rheinische Post“ bezieht ihre Information aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Fraktion der Linken im Bundestag.

Zum Vergleich: In der Gesamtwirtschaft stiegen die Entgelte im angegebenen Zeitraum um 23,7 Prozent, geht aus dem Beitrag der „Rheinischen Post“ hervor. Außerdem wurden nach Angaben des Bundesverbands Paket und Expresslogistik (Biek) 2017 rund 3,35 Mrd. Sendungen verschickt, mehr als 1 Milliarde mehr Sendungen als 2007. Der Markt boomt also.

Es wird vermutet, dass Subunternehmer der großen KEP-Dienstleister mit ihren Entgelten für KEP-Fahrer gegen die geltenden Sozialvorschriften verstoßen. Die Einhaltung der Sozialvorschriften muss der Zoll kontrollieren, der gegen Schwarzarbeit vorgeht und Verstöße gegen die Mindestlohn-Vereinbarung ahndet.

Streit um Nachunternehmerhaftung

Eine weitere Idee, um Verstöße einzudämmen, wird derzeit diskutiert: die Ausweitung der Nachunternehmerhaftung auf die KEP-Branche bzw. die Paketdienstleister. Sie ist ein Vorschlag von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil und würde die großen Zustelldienste verantwortlich machen für die Arbeitsbedingungen der Arbeitnehmer bei den von ihnen eingesetzten Subunternehmern. Bei Verstößen ihrer Subunternehmen gegen die Sozialversicherungspflicht beispielsweise müssten sie dann selbst einstehen und die Beiträge zahlen. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier ist gegen diese Pläne. Er bezeichnete sie gegenüber der „Rheinischen Post“ als falsch und zu bürokratisch.

Übrigens: Aus der aktuellen BirdieMatch-Gehaltsstudie gehen noch erschreckendere Zahlen hervor: Wechselwillige KEP-Fahrer haben auf der Online-Job-Matching-Plattform ihre Jahresbruttogehälter mit im Durchschnitt 25.238 EUR genannt. Die Angebote der Arbeitgeber, die dazu Angaben gemacht haben, lagen noch niedriger: bei 22.500 EUR Jahresbruttogehalt.

3. Arbeitsplätze in der KEP-Branche

Während die wachsenden Ansprüche der Kunden wie eine zeitnahe und flexible Zustellung an der Haustür die Kosten nach oben treiben, wollen die großen Online-Händler wie Amazon keine Preiserhöhungen akzeptieren. Zudem verschärft Amazon mit dem Aufbau eines eigenen Zustelldiensts auch in Deutschland die Konkurrenz auf dem ohnehin schon umkämpften Markt.

2017 arbeiteten in der KEP-Branche rund 229.600 Menschen. Das waren gut 10.000 Beschäftigte mehr als im Vorjahr. Der KEP-Dienstleister Hermes weist auf den Personalmangel in der Branche hin. Dem boomenden Onlinehandel drohe hier mittelfristig eine analoge Grenze. Daher – und weil Preiserhöhungen kaum durchzusetzen seien – werde verstärkt an effizientere, alternative Zustellmöglichkeiten zu der an der Haustür gearbeitet, um die Nachfrage weiterhin zuverlässig zu bedienen.

4. Zustellmöglichkeiten

Zu den Alternativen gehören beispielsweise die Direktbelieferung von Paketshops oder auch die Zustellung an Paketstationen. Der BIEK hat auf seiner Internetseite die verschiedenen Möglichkeiten zusammengefasst: „Die Haus- bzw. Adresszustellung spielt mit einem Anteil von 87 Prozent nach wie vor die wichtigste Rolle. Daneben haben die Paketshops der KEP-Anbieter ebenfalls eine große Bedeutung. Mit mehr als 40.000 Paketshops in Deutschland ist inzwischen ein dichtes Netz vorhanden, über welches rund 10 Prozent der Sendungen an die Endkunden zugestellt werden. Das Netz wird weiter ausgebaut, die Bedeutung der Paketshops wird in Zukunft weiter zunehmen.

Ein weiteres Angebot für private Haushalte, Pakete in Empfang zu nehmen, bieten die automatisierten, zentralisierten Abholstellen, also die Paketautomaten. Auch hier gibt es inzwischen ein größeres Angebot, vor allem in den Ballungsräumen. Derzeit werden schätzungsweise etwa 3 Prozent der Sendungen über derartige Angebote an die Endkunden zugestellt. In den letzten Jahren sind zudem Paketboxen, die direkt an der Zustelladresse der privaten Haushalte installiert werden, auf den Markt gekommen. Diese Zustellvariante spielt allerdings, bezogen auf den Gesamtmarkt der zugestellten B2C-Sendungen, noch eine sehr kleine Rolle (weniger als 0,1 Prozent). Dies gilt ebenso für die weiteren innovativen Konzepte wie Kofferraumzustellung, Zustellung beim Arbeitgeber, Drohne, Paketroboter etc., die derzeit erst am Markt eingeführt und/oder erprobt werden.

5. Einfluss von Digitalisierung und Automatisierung auf die Branche

Für die künftigen Logistik-Jobs in der Branche ist entscheidend, dass die KEP-Unternehmen zunehmend digitale Innovationen entwickeln und Prozesse automatisieren, um ihre Effizienz zu steigern. Die Effizienzsteigerungen beginnen schon im Depot: Sendungen werden automatisch gescannt und zugeteilt, Sortieranlagen fertigen mehr Pakete ab. Software optimiert die Tourenplanung, so dass Sendungen kurzfristig storniert oder umgeleitet werden können. Empfänger können Sendungen selbst steuern, Verzögerungen werden vermieden. Das alles hilft dabei, die Auslastung der Fahrzeuge zu steigern, unnötige Verkehre zu vermeiden und schon beim ersten Versuch zuzustellen, geht aus der BIEK-Studie hervor. Genauso profitiert der Handel: Retouren werden schneller abgewickelt, sie gelangen rasch in den Verkauf zurück, Lagerbestände sinken.

6. Infrastrukturausbau

Um der wachsenden Paketflut auch in den nächsten Jahren gewachsen zu sein, bauen KEP-Unternehmen ihre Standorte aus. DPD und Hermes sind beispielsweise aktuell in Augsburg aktiv: Hier investiert DPD in eine neue Paketsortieranlage, die Anfang 2020 in Betrieb gehen und den aktuellen Standort in Augsburg ersetzen soll. Für den Neubau auf insgesamt 53.500 m² plant das Unternehmen eine Investition von 45 Mio. EUR. In der Anfangsphase sollen in Augsburg täglich rund 36.000 Pakete umgeschlagen werden, später können es bis zu 93.000 Sendungen pro Tag sein, so der Paketdienst. 380 Arbeitskräfte sollen im Endausbau vor Ort im Einsatz sein, davon 200 Zusteller. Zudem investiert DPD derzeit auch in neue Standorte in Kiel und Hamm. Bei Augsburg hat auch Hermes einen neuen Standort. Im Februar 2018 wurde ein Logistikcenter (LC) in Graben bei Augsburg eröffnet und damit die Kapazität des Unternehmens im Südosten Deutschlands erhöht. Mit der Eröffnung weiterer Standorte 2019, unter anderem in Hamburg und im Großraum Leipzig/Halle, soll die bundesweite Abwicklungskapazität mittelfristig weiter steigen.

Hier lesen Sie mehr zum Neubau von DPD in Augsburg.

Die seit 2004 jährlich veröffentlichte KEP-Studie erstellt die KE-CONSULT Kurte & Esser GbR im Auftrag des BIEK. Sie bezieht sich nicht nur auf Verbandsmitglieder, sondern die gesamte KEP-Branche in Deutschland. Die Studie zum Download finden Sie hier.

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